KI und der Beruf Aufzugmonteur/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Aufzugmonteurs steht vor großen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 58%, was bedeutet, dass ein signifikantes Risiko besteht, dass viele Aufgaben automatisiert werden. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) sieht ein Automatisierungspotenzial von 83%, was zeigt, dass viele Tätigkeiten theoretisch von Maschinen übernommen werden könnten. Aktuell wird jedoch nur in 10% der Fälle KI tatsächlich eingesetzt. Das lässt einen großen Raum zur Verbesserung, aber auch die Möglichkeit, dass sich die Branche schneller entwickeln könnte als gedacht.
Für Aufzugmonteure könnte das bedeuten, dass alltägliche Aufgaben wie Wartung und Kontrolle teilweise von intelligenten Systemen übernommen werden. Ein einfaches Beispiel: Statt manuell den Zustand eines Aufzugs zu überprüfen, könnte eine Drohne eingesetzt werden, die durch schwer zugängliche Teile fliegt und den Zustand in Echtzeit analysiert.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es mehrere Tools, die die Arbeit von Aufzugmonteuren unterstützen oder teilweise übernehmen. Hier sind einige Beispiele:
- Augmented Reality Software: Tools wie Microsoft HoloLens bieten visuelle Anleitungen für die Installation und Wartung von Aufzügen. Anstatt nur auf Pläne zu schauen, sehen Monteure Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt im Sichtfeld.
- Predictive Maintenance Software: Programme wie IBM Maximo nutzen KI, um vorab Wartungsbedarf zu erkennen. Das hilft, Ausfallzeiten zu reduzieren, indem Wartungen genau dann durchgeführt werden, wenn sie nötig sind, anstatt nach einem festen Plan.
- Inspektions-Drohnen: Mit Drohnen wie der DJI Mavic können schwer erreichbare Teile von Aufzügen inspiziert werden. Das spart Zeit und minimiert das Risiko für die Monteure.
- Remote Support Tools: Anwendungen wie TeamViewer Pilot ermöglichen es, dass Techniker Unterstützung von Experten in Echtzeit erhalten. Sie können einfach ihre Sicht durch die Kamera teilen und sofort Hilfe bekommen.
Früher wurden solche Aufgaben oft manuell und zeitaufwendig erledigt. Heute klicken Monteure einfach in einer App oder lassen sich von einer Drohne unterstützen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, bleiben menschliche Fähigkeiten unverzichtbar. Besonders gefragt sind Kompetenzen wie:
- Eigenverantwortung: Monteure müssen oft selbstständig Entscheidungen treffen, insbesondere in unerwarteten Situationen.
- Dialogfähigkeit und Kundenorientierung: Der persönliche Kontakt zu Kunden ist wichtig. Monteure müssen erklären, was repariert wird und warum.
- Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit: In vielen Projekten arbeiten Monteure im Team und müssen sich aufeinander verlassen können.
Diese menschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren, da sie auf Empathie, Kommunikation und soziale Interaktion basieren. Der persönliche Kontakt und die Fähigkeit, auf individuelle Kundenbedürfnisse einzugehen, machen den Unterschied.
Was sich in der Branche gerade tut
Der Einsatz von KI und neuen Technologien in der Aufzugbranche nimmt zu. Die Automatisierung von Wartungsprozessen, die Integration von Internet-of-Things (IoT) in Aufzügen und Schulungsprogramme durch virtuelle Realität sind einige der aktuellen Trends. Immer mehr Unternehmen investieren in intelligente Systeme, die den Aufzügen helfen, ihre Leistung zu überwachen und Probleme frühzeitig zu erkennen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell sind in Deutschland 180.756 Aufzugmonteure beschäftigt, und es gibt 10.007 offene Stellen. Das zeigt, dass der Bedarf an Fachkräften hoch ist. Der Median eines Aufzugmonteurs in Deutschland liegt bei 4.662 € pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.764 € bis 5.729 €. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche könnte durch die zunehmende Automatisierung stabil bleiben oder sogar steigen, da spezialisierte Fachkräfte weiterhin gefragt sind.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Es ist wichtig, sich auf die Veränderungen vorzubereiten. Hier sind einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in KI und Digitalisierung: Nutze kostenlose eLearning-Plattformen wie Coursera, um mehr über Künstliche Intelligenz zu lernen.
- Webinare und Workshops: Melde dich bei Industrieverbänden wie dem VFA (Verband für Aufzugstechnik) für kostenlose Webinare an, die sich mit neuen Technologien und deren Anwendung beschäftigen.
- Praxisnahe Tutorials: Suche auf YouTube nach Kanälen, die Tutorials zur Wartung und Reparatur von modernen Aufzügen anbieten. Dies kann dir helfen, deine praktischen Fähigkeiten zu verbessern.
Diese Schritte können dir helfen, dich in der Branche zu profilieren und deine Karrierechancen zu verbessern.
Fazit: Deine Zukunft als Aufzugmonteur/in
Die Zukunft als Aufzugmonteur/in bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Während viele Aufgaben automatisiert werden können, bleiben menschliche Fähigkeiten unverzichtbar. Mit der richtigen Weiterbildung und Anpassung an die neuen Technologien kannst du deine Position in diesem sich verändernden Berufsfeld sichern und vielleicht sogar neue Möglichkeiten entdecken. Deine Fähigkeiten sind gefragt – nutze sie!