KI und der Beruf Auktionator/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle des Auktionators hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt, insbesondere durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Laut dem KI-Risiko-Score liegt das Risiko, dass KI Aufgaben im Auktionswesen übernehmen könnte, bei 30%, was als mittel eingestuft wird. Dies bedeutet, dass einige Aufgaben automatisiert werden, während andere menschliche Fähigkeiten und Erfahrungen erfordern. Im Vergleich zu früheren Jahren, in denen Auktionatoren oft manuell Daten analysierten und Preisvorschläge machten, übernehmen mittlerweile KI-gestützte Tools viele dieser Aufgaben, was einen erheblichen Wandel in der Branche darstellt.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene KI-Tools zum Einsatz, um Auktionatoren bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
- Auction Studio bietet Analysen zur Preisentwicklung und Markttrends, die Auktionatoren helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Früher mussten Auktionatoren viele Daten selbst zusammentragen; heute kann die Software dies automatisieren.
- Mit Wise Auction können Gebote in Echtzeit ausgewertet und Vorhersagen über den Auktionsverlauf getroffen werden, basierend auf historischen Daten. Das spart Zeit und erhöht die Genauigkeit der Gebotsstrategien.
- BidBuddy optimiert die Bietstrategien, indem es den besten Zeitpunkt für Gebote berechnet. Anstatt selbst zu entscheiden, wann man bieten sollte, kann die KI diese Entscheidung treffen.
- Für den Kunstmarkt gibt es Artprice, das Preistrends analysiert und Auktionatoren hilft, realistische Schätzungen für Kunstobjekte abzugeben. Das stellt sicher, dass die Auktionen attraktiv und wettbewerbsfähig sind.
- Schließlich personalisiert AuctionZip Auktionslisten und spricht gezielt Käufer an, was die Reichweite der Auktionen erhöht. Anstatt sich nur auf allgemeine Werbung zu verlassen, können Auktionatoren diese gezielte Ansprache nutzen, um mehr Interessenten zu gewinnen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI-Technologie gibt es Fähigkeiten, die menschliche Auktionatoren besonders gut beherrschen. Dazu gehören:
- Verhandlungsgeschick: Auktionatoren müssen in der Lage sein, mit Käufern und Verkäufern zu kommunizieren und individuelle Bedürfnisse zu verstehen. Diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren.
- Einschätzung von Emotionen: Bei Auktionen spielt die Stimmung eine wichtige Rolle. Auktionatoren können die Reaktionen des Publikums beobachten und entsprechend reagieren. Diese Fähigkeit, Emotionen zu lesen und darauf einzugehen, ist für KI eine große Herausforderung.
- Kreativität: Auktionatoren können kreative Lösungen finden, um Veranstaltungen zu gestalten und Käufer zu motivieren. Die Fähigkeit, originelle Ideen zu entwickeln, bleibt eine Stärke des Menschen.
Was sich in der Branche gerade tut
In Deutschland sind derzeit 288 Beschäftigte im Bereich Auktionen tätig. Die Branche ist stark im Wandel, insbesondere durch die Digitalisierung von Auktionen. Immer mehr Auktionen finden online statt, was neue Strategien erfordert. Zudem gewinnt die Nutzung von Datenanalyse zur Preisbestimmung und Trendvorhersage an Bedeutung. Ein weiterer Trend sind NFTs (Non-Fungible Tokens), die die Versteigerung digitaler Kunstwerke und Sammlerstücke vorantreiben.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Laut dem IAB Job-Futuromat könnte das Automatisierungspotenzial im Beruf des Auktionators bei 33% liegen. Das bedeutet, dass einige Tätigkeiten in naher Zukunft automatisiert werden könnten, während andere bestehen bleiben. Insgesamt wird die Zahl der Beschäftigten in dieser Nische stabil bleiben, da die Fähigkeiten, die Menschen einbringen, nach wie vor gefragt sind. Gehälter im Auktionswesen steigen tendenziell, da die Nachfrage nach spezialisierten Auktionatoren in digitalen Formaten zunimmt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Hier sind einige Tipps, wie du dich auf die Veränderungen im Auktionswesen vorbereiten kannst:
- Online-Kurse: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose Kurse zu Themen wie Digitalisierung und Datenanalyse zu belegen. Diese Kenntnisse sind in der modernen Auktionslandschaft von großer Bedeutung.
- Webinare: Melde dich zu Webinaren von Handelskammern an, die Informationen über aktuelle Trends im Auktionswesen bieten. Diese Veranstaltungen sind oft kostenlos oder kostengünstig.
- YouTube-Kanäle: Suche nach Experten, die ihr Wissen über Auktionen und Technologie teilen. Diese Plattform ist eine wertvolle Ressource, um praxisnahe Einblicke zu erhalten und dein Wissen zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Auktionator/in
Die Zukunft des Auktionswesens wird durch KI und Digitalisierung geprägt sein, was sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Deine menschlichen Fähigkeiten, wie Verhandlungsgeschick und Kreativität, bleiben jedoch unverzichtbar. Nutze die Möglichkeiten, dich weiterzubilden und dich anzupassen — so bist du gut für die Zukunft gerüstet!