KI und der Beruf Beamt(er/in) - Kommunalverwaltung (einfacher Dienst): Was sich gerade verändert
Die Künstliche Intelligenz (KI) hat in den letzten Jahren auch in der Kommunalverwaltung Einzug gehalten. Der KI-Risiko Score für Beschäftigte in diesem Bereich liegt bei 66%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass viele Aufgaben automatisiert werden können. Dieser hohe Score korreliert mit einem Automatisierungspotenzial von 67%. Das bedeutet, dass theoretisch zwei Drittel der Aufgaben von KI übernommen werden könnten. In der Praxis wird jedoch nur etwa 25% dieses Potenzials tatsächlich genutzt. Dies zeigt, dass es einen Unterschied zwischen dem theoretischen Machbaren und dem, was momentan umgesetzt wird, gibt – ein Gap von 42 Prozentpunkten.
Für Beamtinnen und Beamte im einfachen Dienst bedeutet das, dass viele ihrer alltäglichen Aufgaben automatisiert werden könnten, aber diese Veränderungen noch nicht flächendeckend spürbar sind.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt übernehmen verschiedene KI-Tools einfache und repetitive Aufgaben in der Kommunalverwaltung. Zum Beispiel:
- DocuWare: Diese Software verbessert den Austausch und die Archivierung von Dokumenten. Früher mussten Beamte oft manuell Dokumente suchen und ablegen. Heute können sie einfach über DocuWare auf alle relevanten Informationen zugreifen, was die Effizienz steigert.
- CleverReach: Dieses Tool erleichtert die Verwaltung von E-Mail-Kampagnen. Anstatt jedes Mal manuell E-Mails zu verfassen, können Beamte nun Vorlagen nutzen und Informationen schneller verteilen.
- Chatbots von Dixa: Diese KI-gestützten Chatbots beantworten häufige Anfragen von Bürgern automatisch. Früher mussten Beamte oft wiederholt die gleichen Fragen beantworten; heute erledigt das der Chatbot.
- eAkte: Mit dieser digitalen Aktenführung können Beamte viel schneller auf Dokumente zugreifen und Verwaltungsabläufe optimieren. Was früher Stunden in Anspruch nahm, geschieht nun in Minuten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Automatisierung durch KI gibt es zahlreiche menschliche Fähigkeiten, die weiterhin gefragt sind. Dazu gehören:
- Empathie und soziale Kompetenzen: In der Bürgerkommunikation ist es wichtig, empathisch auf Anliegen einzugehen. KI kann zwar Informationen bereitstellen, aber die menschliche Fähigkeit, Verständnis zu zeigen, bleibt unersetzlich.
- Analytisches Denken: Beamte müssen oft komplexe Sachverhalte verstehen und bewerten. Dies erfordert eine menschliche Einschätzung, die KI nicht leisten kann.
- Kreativität: Bei der Entwicklung neuer Services für Bürger oder der Lösung von Problemen ist Kreativität gefragt. KI kann Daten analysieren, aber innovative Lösungen entwickeln Menschen.
Diese Stärken sind schwer zu automatisieren und werden in Zukunft noch wichtiger werden.
Was sich in der Branche gerade tut
In der deutschen Kommunalverwaltung gibt es derzeit einen klaren Trend hin zur Digitalisierung. Immer mehr Verwaltungen setzen auf digitale Lösungen, um Abläufe zu optimieren und den Bürgerservice zu verbessern. KI-gestützte Tools werden zunehmend eingesetzt, um Routineaufgaben zu automatisieren, was den Beamten mehr Zeit für komplexere Tätigkeiten gibt. Der Fokus liegt verstärkt darauf, die Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung über digitale Kanäle zu verbessern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Im Bereich der Kommunalverwaltung sind aktuell 27.434 Beschäftigte in Deutschland tätig. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials ist es nicht zu erwarten, dass alle Jobs verschwinden. Vielmehr wird sich die Art der Arbeit verändern. Die Gehälter im kommunalen Dienst sind stabil, mit einem Median von 3.597 Euro im Monat und einer Gehaltsspanne von 3.144 Euro bis 4.082 Euro.
Die Digitalisierung verändert die Anforderungen an die Beschäftigten, was sich langfristig auch auf die Gehälter auswirken kann. Wer sich weiterbildet und neue Fähigkeiten erwirbt, kann von möglichen Gehaltserhöhungen profitieren.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Arbeitswelt der Kommunalverwaltung erfolgreich zu bleiben, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in digitalen Tools: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose oder kostengünstige Kurse zur Digitalisierung in der Verwaltung zu belegen. Hier findest du viele Themen, die dir helfen, deine digitalen Fähigkeiten zu erweitern.
- Teilnahme an Webinaren: Informiere dich über kostenlose Webinare von kommunalen Spitzenverbänden. Diese behandeln aktuelle Themen der digitalen Verwaltung und bieten wertvolle Einblicke.
- Kurse an Volkshochschulen: Viele lokale Volkshochschulen bieten kostengünstige Kurse zu Büroorganisation und digitaler Kommunikation an. Diese können dir helfen, deine Fähigkeiten praktisch zu erweitern.
Fange am besten noch diese Woche an, dich über passende Angebote zu informieren!
Fazit: Deine Zukunft als Beamt(er/in) in der Kommunalverwaltung
Die Digitalisierung und der Einsatz von KI in der Kommunalverwaltung werden die Arbeitswelt verändern, doch deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Mit der richtigen Weiterbildung kannst du dich optimal auf die Zukunft vorbereiten und deine Karrierechancen verbessern. Es ist wichtig, aktiv zu bleiben und die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, um auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Verwaltung zu spielen.