KI und der Beruf Berater/in - digitale Barrierefreiheit: Was sich gerade verändert
Die Rolle von Beratern für digitale Barrierefreiheit ist in den letzten Jahren zunehmend wichtiger geworden. Sie helfen Unternehmen, ihre digitalen Angebote für alle Menschen zugänglich zu machen, einschließlich Menschen mit Behinderungen. Mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung verändert sich dieser Beruf. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei nur 16 %, was bedeutet, dass das Risiko, durch KI ersetzt zu werden, relativ niedrig ist. Das IAB-Automatisierungspotenzial beträgt 17 %, was zeigt, dass einige Aufgaben automatisiert werden können, aber nicht alle. In einem Vergleich: Während früher viele Prüfungen manuell durchgeführt wurden, können KI-Tools heute viele dieser Aufgaben schneller und effizienter erledigen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute nutzen viele Berater verschiedene KI-Tools, um die digitale Barrierefreiheit zu verbessern. Einige dieser Tools sind:
- axe Accessibility Checker: Ein Browser-Tool, das Webseiten auf Barrierefreiheit überprüft und Verbesserungsvorschläge liefert. Früher mussten Berater oft manuell durch Webseiten navigieren, um Probleme zu identifizieren. Jetzt genügt ein Klick, um eine umfassende Analyse zu erhalten.
- WAVE: Ein Online-Tool, das visuelle Rückmeldungen zu Barrierefreiheitproblemen bietet. Statt lange Berichte zu erstellen, erhalten Berater sofortige Rückmeldungen zu den Schwächen einer Webseite.
- VoiceOver: Apples Screenreader hilft Beratern, die Barrierefreiheit von Webseiten für sehbehinderte Nutzer zu testen. Anstatt die Betroffenen zu befragen, können Testergebnisse direkt an den Geräten ausgewertet werden.
- ReadSpeaker: Diese Software wandelt Text in Sprache um und ermöglicht es Beratern, die Zugänglichkeit von Inhalten für Menschen mit Leseschwierigkeiten zu testen.
- Accessibility Insights: Microsofts Tool unterstützt Entwickler und Berater bei der Erstellung barrierefreier Apps. Früher war das manuelle Testen auf Barrierefreiheit eine zeitraubende Tätigkeit.
Diese Tools ermöglichen es Beratern, effizienter zu arbeiten und sich stärker auf die strategische Beratung zu konzentrieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es Fähigkeiten, die nur Menschen besitzen. Dazu gehören:
- Kommunikationsfähigkeit: Berater müssen oft komplexe technische Informationen verständlich erklären. Diese Fähigkeit ist schwer zu automatisieren.
- Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen und Stakeholdern erfordert Empathie und soziale Kompetenz, die KI nicht ersetzen kann.
- Eigenverantwortung: Selbstständiges Handeln und Entscheidungskompetenz sind wichtige Aspekte des Berufs, die KI nicht übernehmen kann.
- Systematisches und methodisches Vorgehen: Bei der Planung und Umsetzung von Barrierefreiheitsstrategien ist ein strukturiertes Vorgehen entscheidend.
- Ergebnisorientiertes Handeln: Die Fähigkeit, Ziele zu setzen und diese zu erreichen, bleibt eine menschliche Stärke.
Diese Fähigkeiten sind unverzichtbar, um die digitale Barrierefreiheit wirksam zu gestalten.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell zeichnet sich in der Branche ein klarer Trend ab: Immer mehr Unternehmen setzen auf automatisierte Zugänglichkeitsprüfungen. KI-gestützte Tools helfen dabei, die Barrierefreiheit digitaler Angebote schneller und effizienter zu überprüfen. Zudem legen viele Unternehmen Wert auf inklusive Designansätze, bei denen Barrierefreiheit von Anfang an in den Entwicklungsprozess integriert wird. Schulungen und Sensibilisierungsprogramme zu diesem Thema nehmen ebenfalls zu, was zeigt, dass das Bewusstsein für digitale Barrierefreiheit steigt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Berater für digitale Barrierefreiheit in Deutschland liegt derzeit bei 2.860 Beschäftigten. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gibt es aktuell 910 offene Stellen in diesem Bereich. Das Median-Gehalt von 6.657 € pro Monat ist ein attraktives Einkommen, das die Relevanz und Notwendigkeit dieser Berater unterstreicht. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist positiv: Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) zeigt, dass das Beschäftigungsniveau in diesem Bereich stetig steigt, trotz des geringen Automatisierungspotenzials von 17 %. Die Stellenangebote sind vielfältig und zeigen, dass Unternehmen verstärkt in Barrierefreiheit investieren.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um sich auf die Veränderungen im Beruf des Beraters für digitale Barrierefreiheit vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse bei edX oder Coursera: Diese Plattformen bieten oft kostenlose oder kostengünstige Kurse zum Thema digitale Barrierefreiheit an. Du kannst dein Wissen erweitern und neue Fähigkeiten erlernen.
- Webinare von der BITV-Werkstatt: Diese bieten praxisnahe Informationen und Schulungen zu Barrierefreiheit im Web. Das ist eine gute Gelegenheit, direkt von Experten zu lernen.
- YouTube-Kanäle: Viele Experten teilen ihr Wissen über Barrierefreiheit und entsprechende Tools auf Plattformen wie YouTube. Das Anschauen von Tutorials kann dir neue Einsichten und Techniken vermitteln.
Indem du dich weiterbildest und mit den neuesten Tools und Trends vertraut machst, bleibst du relevant auf dem Arbeitsmarkt.
Fazit: Deine Zukunft als Berater/in - digitale Barrierefreiheit
Die Zukunft als Berater/in für digitale Barrierefreiheit sieht positiv aus. Während KI viele Aufgaben unterstützen kann, bleibt der Mensch unersetzlich in seiner Fähigkeit zur Kommunikation und strategischen Planung. Nutze die Chancen der Weiterbildungen, um deine Kompetenzen auszubauen und deine Karriere voranzutreiben. Deine Expertise wird weiterhin gefragt sein, um digitale Barrierefreiheit voranzubringen.