KI und der Beruf Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebsführung (HwO): Was sich gerade verändert
Die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sind für den Beruf des Fachmanns bzw. der Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung von großer Bedeutung. Der KI-Risiko-Score liegt bei 39 Prozent, was bedeutet, dass die Automatisierung in diesem Bereich zwar voranschreitet, aber dennoch ein gewisser Bedarf an menschlicher Expertise bleibt. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) hat ein Automatisierungspotenzial von 42 Prozent für diesen Beruf ermittelt. Das heißt, fast die Hälfte der Aufgaben könnte theoretisch durch KI übernommen werden.
Stell dir vor, in einem Unternehmen hat man früher viele Stunden mit der Erstellung von Rechnungen und der Verwaltung von Kundenanfragen verbracht. Heute können viele dieser Aufgaben durch intelligente Software automatisiert werden – das spart Zeit und Ressourcen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute nutzen zahlreiche Unternehmen KI-gestützte Software, um administrative Aufgaben effizienter zu gestalten. Hier sind einige konkrete Tools, die in der kaufmännischen Betriebsführung zum Einsatz kommen:
- Lexoffice: Diese Buchhaltungssoftware nutzt KI, um Rechnungen zu erstellen, Belege zu scannen und Ausgaben automatisch zu kategorisieren. Früher musste man diese Schritte manuell durchführen, was viel Zeit in Anspruch nahm.
- Debitoor: Mit dieser Rechnungssoftware werden die Erstellung und Verwaltung von Rechnungen deutlich leichter. KI automatisiert Zahlungserinnerungen, was für eine schnellere Zahlungsabwicklung sorgt.
- Personio: Diese HR-Software bietet KI-gestützte Analysen zur Mitarbeiterverwaltung und reduziert den administrativen Aufwand erheblich. Anstatt manuell Daten zu sammeln und auszuwerten, geschieht dies nun automatisch.
- Microsoft Excel mit KI-Funktionen: Excel hat KI-Tools integriert, die helfen, Datenanalysen durchzuführen und Trends zu erkennen. Früher war das eine mühsame Aufgabe, die viel menschliche Analyse erforderte.
- Zoho CRM: Dieses Kundenmanagement-Tool nutzt KI, um Verkaufsanalysen durchzuführen und personalisierte Marketingstrategien zu entwickeln. Dadurch wird die Kundenansprache gezielter und effektiver.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschreitenden Automatisierung gibt es zahlreiche menschliche Fähigkeiten, die unverzichtbar bleiben. Dazu gehören:
- Kommunikationsfähigkeit: Der persönliche Kontakt zu Kunden und Kollegen kann durch KI nicht ersetzt werden. Das Verständnis für zwischenmenschliche Beziehungen und die Fähigkeit, empathisch zu kommunizieren, sind entscheidend.
- Projektmanagement: Das Planen und Steuern von Projekten erfordert menschliches Urteilsvermögen und Flexibilität, die KI nicht bieten kann.
- Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit im Team ist oft entscheidend für den Erfolg. KI kann zwar Prozesse unterstützen, aber der menschliche Austausch bleibt wichtig.
- Analytische Fähigkeiten: Während KI Daten analysieren kann, ist es der Mensch, der die Bedeutung dieser Daten erkennt und strategische Entscheidungen trifft.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell wächst der Einsatz von KI in der kaufmännischen Betriebsführung rasant. Unternehmen setzen verstärkt auf die Automatisierung von Verwaltungsprozessen, um die Effizienz zu steigern. Der Trend geht hin zu datenbasierter Entscheidungsfindung, bei der durch KI wertvolle Einblicke aus großen Datenmengen gewonnen werden. Auch im Personalmanagement wird KI zunehmend integriert, um Rekrutierungsprozesse und Mitarbeiterentwicklungen zu optimieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit 58.606 Fachkräfte in der kaufmännischen Betriebsführung beschäftigt. Die Median-Gehälter liegen bei 5.687 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 4.394 Euro bis 7.153 Euro. Aktuell gibt es 4.699 offene Stellen in diesem Bereich. Laut dem IAB Job-Futuromat könnte die Zahl der Beschäftigten in den kommenden Jahren stabil bleiben oder sogar leicht ansteigen, da der Bedarf an qualifizierten Fachkräften trotz automatisierter Prozesse bestehen bleibt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Zukunft gerüstet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in Microsoft Office und Datenanalyse: Nutze kostenlose IHK-Webinare oder Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um deine Kenntnisse in Excel und Datenanalysen zu vertiefen.
- Fachkompetenzen erweitern: Setze dich mit den neuesten KI-Tools wie Lexoffice oder Personio auseinander. Viele dieser Softwares bieten kostenlose Tutorials an, um dich einzuarbeiten.
- Kommunikations- und Teamfähigkeiten stärken: Nimm an Workshops oder Seminaren teil, die sich auf Teamarbeit und Kommunikation konzentrieren. Hier kannst du deine Soft Skills weiterentwickeln.
Fazit: Deine Zukunft als Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebsführung
Die Rolle des Fachmanns bzw. der Fachfrau für kaufmännische Betriebsführung wird sich durch die Integration von KI verändern, aber deine Fähigkeiten bleiben gefragt. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung, um auch in Zukunft in einem dynamischen Umfeld erfolgreich zu sein. Die wichtigste Botschaft: Mit der richtigen Vorbereitung kannst du die Chancen der KI-Revolution für deine Karriere nutzen!