KI und der Beruf Fremdenführer/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Art und Weise, wie Fremdenführer:innen arbeiten. Ihr KI-Risiko Score von 24% zeigt, dass es ein mittleres Risiko gibt, dass KI bestimmte Aufgaben übernimmt. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt das Automatisierungspotenzial für diesen Beruf auf 25%. Das bedeutet, dass ein gewisser Teil der Arbeit automatisiert werden kann. Ein greifbarer Vergleich: Früher haben Fremdenführer:innen oft viele Informationen manuell bereitgestellt, heute können Apps und Chatbots wie ChatGPT oder VoiceMap viele dieser Informationen effizienter bereitstellen.
Für dich als Fremdenführer:in könnte das bedeuten, dass du weniger Zeit mit der Informationsbereitstellung verbringst und mehr mit der Gestaltung einzigartiger Erlebnisse, die KI nicht ersetzen kann.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt gibt es verschiedene KI-Tools, die den Arbeitsalltag von Fremdenführer:innen erleichtern.
- VoiceMap ermöglicht es, Audio-Touren zu erstellen, die Touristen an bestimmten Orten anhören können. So kannst du beispielsweise deine Erklärungen aufzeichnen, und Besucher hören sie über ihr Smartphone.
- Tour Creator von Google erlaubt es dir, virtuelle Touren zu entwickeln und damit ein breiteres Publikum zu erreichen. Du kannst deine Touren online anbieten, was besonders in Zeiten von Reisebeschränkungen hilfreich ist.
- ChatGPT agiert als KI-gestützter Chatbot, der in Echtzeit Informationen zu Sehenswürdigkeiten liefert. Touristen können Fragen stellen und erhalten sofort Antworten, ohne dass du anwesend sein musst.
- Wikitude nutzt Augmented Reality, um Informationen direkt in die Sicht des Nutzers einzublenden, was das Erlebnis interaktiver macht.
- TripAdvisor Experiences nutzt KI, um Touren basierend auf den Vorlieben der Nutzer anzubieten. Dies könnte für dich als Fremdenführer:in bedeuten, dass du gezielt auf die Bedürfnisse deiner Kunden eingehen kannst.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen können. Kommunikationsfähigkeit ist eine der größten Stärken, die du als Fremdenführer:in hast. Du kannst Emotionen und Geschichten vermitteln, die für die persönliche Verbindung wichtig sind.
Teamfähigkeit ist ebenfalls entscheidend, besonders wenn du mit anderen Fremdenführer:innen oder Touranbietern zusammenarbeitest. Belastbarkeit und Zuverlässigkeit sind Eigenschaften, die in der oft dynamischen Umgebung des Tourismus von Bedeutung sind. Schließlich ermöglicht deine Dialogfähigkeit, auf individuelle Fragen und Bedürfnisse der Touristen einzugehen – etwas, was KI nur schwer leisten kann.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell beobachten wir in der Branche einen Trend hin zu personalisierten Erlebnissen. Immer mehr Anbieter setzen auf KI, um Touren an die individuellen Vorlieben der Besucher anzupassen. Darüber hinaus wird Augmented und Virtual Reality zunehmend integriert, um interaktive Erlebnisse zu schaffen, die über die traditionelle Führung hinausgehen. Automatisierte Buchungsprozesse, die durch KI optimiert werden, helfen Fremdenführer:innen, ihre Zeit besser zu nutzen und sich auf die Interaktion mit den Gästen zu konzentrieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Im deutschen Arbeitsmarkt sind derzeit 637 Fremdenführer:innen beschäftigt, und es gibt aktuell 55 offene Stellen. Das zeigt, dass der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in diesem Bereich weiterhin besteht. Das IAB Job-Futuromat prognostiziert, dass es insgesamt eine stabile Nachfrage geben wird, auch wenn ein gewisser Teil der Aufgaben automatisiert werden könnte. Während dein Beruf also nicht verschwindet, könnte es auch zu einer Veränderung der Gehälter kommen, die je nach Region und Spezialisierung variieren können.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich verändernden Welt des Tourismus wettbewerbsfähig zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse belegen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostenlose Kurse zu digitalen Tourismus-Technologien und Marketing, die dir helfen können, deine Fähigkeiten zu verbessern.
- YouTube-Kanäle nutzen: Kanäle wie „Tourism Academy“ bieten zahlreiche kostenlose Videos, die dir wertvolle Tipps und Tricks für die Branche geben können.
- Networking: Suche den Kontakt zu anderen Fremdenführer:innen und tausche Erfahrungen aus. So kannst du von deren Wissen profitieren und dein Netzwerk erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Fremdenführer/in
Die Zukunft für Fremdenführer:innen sieht vielversprechend aus, auch wenn KI einige Aufgaben übernimmt. Deine menschlichen Fähigkeiten sind nach wie vor gefragt und werden in der Branche geschätzt. Nutze die vorhandenen Technologien, um deine Arbeit zu verbessern, und bleibe offen für neue Möglichkeiten, die sich dir bieten. Es ist eine spannende Zeit, um in diesem Berufsfeld tätig zu sein!