KI und der Beruf Funeralmaster: Was sich gerade verändert
Im Beruf des Funeralmasters, also des Bestatters, zeigt sich ein mittleres Risiko durch Künstliche Intelligenz (KI) mit einem Score von 25%. Das bedeutet, dass etwa ein Drittel der Aufgaben, die Bestatter heute erledigen, potenziell von KI übernommen werden könnten. Der IAB gibt an, dass das Automatisierungspotenzial bei 33% liegt. Das klingt nach viel, doch aktuell liegt der reale Einsatz von KI in dieser Branche bei lediglich 14%. Dies zeigt, dass wir uns noch in einer Phase des Lernens und Ausprobierens befinden, in der KI immer mehr in den Arbeitsalltag integriert wird. Ein greifbarer Vergleich: Früher war der persönliche Kontakt bei der Trauerbewältigung unerlässlich, heute können viele administrative Aufgaben, wie die Terminverwaltung oder die Erstellung von Nachrufen, durch KI-Tools unterstützt werden.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Aufgaben, die Bestatter bisher manuell erledigen mussten, werden zunehmend durch spezialisierte Software unterstützt. Zum Beispiel hilft das Cremation System by Bosch, bei der Planung und Durchführung von Einäscherungen. Es ermöglicht eine effiziente Terminverwaltung und Dokumentation, was den Arbeitsaufwand erheblich reduziert. Ein weiteres Beispiel ist FuneralTech, eine Plattform, die Bestatter bei der Organisation ihrer Dienstleistungen unterstützt, indem sie Verwaltungsprozesse und Kundenkommunikation automatisiert. Früher musste ein Bestatter viele dieser Aufgaben manuell erledigen, heute kann er einfach in der Software klicken und die notwendigen Schritte werden automatisch ausgeführt. Auch Obitwriter ist ein nützliches Tool, das bei der Erstellung von Nachrufen und Traueranzeigen hilft und Vorlagen bereitstellt. Schließlich erleichtert der Eventplaner die Organisation von Trauerfeiern, indem er die Koordination von Locations und Catering übernimmt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die unerlässlich bleiben und schwer zu automatisieren sind. Empathie, Mitgefühl und zwischenmenschliche Kommunikation sind zentrale Stärken eines Bestatters. Während KI Informationen sammeln und verwalten kann, ist das persönliche Gespräch mit Trauernden und das Eingehen auf deren individuelle Bedürfnisse etwas, das nur ein Mensch leisten kann. Zudem ist das Verständnis für kulturelle und religiöse Aspekte bei Bestattungen von großer Bedeutung. Diese menschlichen Fähigkeiten sind entscheidend, um den Angehörigen in schweren Zeiten zur Seite zu stehen und ihnen Unterstützung zu bieten.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Bestattungsbranche ist derzeit ein klarer Trend zur Digitalisierung zu beobachten. Immer mehr Bestattungsunternehmen bieten Online-Streaming von Trauerfeiern oder virtuelle Gedenkseiten an, um Angehörigen eine Teilnahme zu ermöglichen, egal wo sie sich befinden. Zudem nimmt der Trend zur nachhaltigen Bestattung zu, bei der umweltfreundliche Urnen und alternative Bestattungsarten im Vordergrund stehen. Auch die Personalisierung von Bestattungen wird immer wichtiger, da individuelle Gestaltungsmöglichkeiten den Wünschen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen gerecht werden.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland gibt es derzeit etwa 265 Beschäftigte im Bereich der Bestattung. Die Herausforderungen durch KI und Automatisierung wirken sich unterschiedlich auf den Arbeitsmarkt aus. Laut dem IAB Job-Futuromat wird zwar ein Automatisierungspotenzial von 33% in der Branche gesehen, allerdings ist das nicht gleichbedeutend mit einem massiven Verlust an Arbeitsplätzen. Vielmehr wird erwartet, dass sich die Tätigkeiten ändern und neue Arbeitsfelder entstehen, die menschliche Fähigkeiten erfordern. Gehälter in der Branche könnten stabil bleiben, da die Nachfrage nach einfühlsamen Bestattungsdiensten weiterhin bestehen bleibt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Wenn du als Bestatter oder Funeralmaster in der sich verändernden Landschaft bestehen möchtest, gibt es einige Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
- Nimm an Webinaren teil: Viele Bestatterverbände bieten kostenlose Webinare zu aktuellen Themen an, wie z.B. zur Digitalisierung in der Bestattung. Diese sind eine gute Möglichkeit, dich weiterzubilden und auf dem Laufenden zu bleiben.
- Nutze Online-Kurse: Plattformen wie Coursera oder Udemy bieten kostengünstige Online-Kurse zu Themen wie Kundenkommunikation oder den Einsatz digitaler Tools im Bestattungswesen an.
- Besuche Workshops: Informiere dich über regionale Workshops an Volkshochschulen, die oft kostengünstige Angebote zu Themen wie Trauerbewältigung oder Bestattungsrecht haben.
Indem du deine Fähigkeiten erweiterst und dich mit neuen Technologien vertraut machst, bleibst du in deinem Beruf konkurrenzfähig.
Fazit: Deine Zukunft als Funeralmaster
Die Zukunft für Bestatter ist herausfordernd, aber auch voller Möglichkeiten. Während KI und Automatisierung einige Aufgaben verändern werden, bleiben menschliche Stärken wie Empathie und Kommunikation unverzichtbar. Nutze die Chancen zur Weiterbildung und passe dich den Veränderungen an — so bleibst du ein wichtiger Ansprechpartner für Trauernde in der Gesellschaft.