KI und der Beruf Gefahrgutbeauftragte/r: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Gefahrgutbeauftragten ist von zentraler Bedeutung, wenn es um den sicheren Transport und die Verladung von gefährlichen Gütern geht. Mit dem Aufkommen von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung verändert sich dieser Beruf jedoch rasant. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 33%, was bedeutet, dass es ein mittleres Risiko für Automatisierung gibt. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) sieht sogar ein Automatisierungspotenzial von 60%. Das bedeutet, dass viele Aufgaben theoretisch von Maschinen übernommen werden können – auch wenn aktuell nur etwa 12% der Möglichkeiten in der Praxis genutzt werden. Für dich als Gefahrgutbeauftragten heißt das konkret: Du musst dich anpassen und deine Fähigkeiten weiterentwickeln, um auch in Zukunft relevant zu bleiben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es einige Tools, die Gefahrgutbeauftragte unterstützen und Aufgaben übernehmen. Zum Beispiel hilft die Software Riskline bei der Routenplanung für den Transport von Gefahrgütern, indem sie in Echtzeit Informationen über Risiken bereitstellt. Früher musste man diese Informationen manuell recherchieren, heute klickt man einfach in der Software, um die besten Routen auszuwählen.
Ein weiteres Beispiel ist CargoWise, eine umfassende Logistik-Management-Software, die Dokumentationsprozesse automatisiert und Vorschriften überwacht. Anstatt stundenlang Dokumente zu erstellen und zu überprüfen, kann die Software dies nun in wenigen Minuten erledigen. Auch SAP Transportation Management nutzt KI, um die Transportplanung zu optimieren und sicherzustellen, dass alle Vorschriften eingehalten werden.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung bleibt es wichtig, menschliche Fähigkeiten einzubringen. Deine Kommunikations- und Teamfähigkeit ist unerlässlich, um im Notfall koordinierte Entscheidungen zu treffen. Auch Belastbarkeit und Eigenverantwortung sind Eigenschaften, die schwer von Maschinen ersetzt werden können. Wenn beispielsweise ein unvorhergesehenes Risiko beim Transport auftritt, ist es deine Aufgabe, schnell zu reagieren und Lösungen zu finden – etwas, das KI nicht leisten kann.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche gibt es derzeit einige spannende Entwicklungen. Die Automatisierung und Digitalisierung schreiten voran, da Unternehmen verstärkt auf automatisierte Systeme setzen, um Gefahrgutvorschriften zu überwachen und die Effizienz zu steigern. Außerdem gibt es einen wachsenden Trend zur Nutzung von Echtzeit-Datenanalysen, um die Sicherheit im Transport zu erhöhen. Auch die Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle, was bedeutet, dass neue Vorschriften und Praktiken im Gefahrguttransport entwickelt werden.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland 329 Beschäftigte in diesem Beruf, und es sind 51 offene Stellen verfügbar. Das zeigt, dass es weiterhin Nachfrage nach Gefahrgutbeauftragten gibt. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich stabil. Die Gehälter sind im Durchschnitt moderat, aber durch zusätzliche Qualifikationen und Erfahrungen lässt sich das Einkommen steigern. Es ist also durchaus möglich, auch in Zukunft einen sicheren Arbeitsplatz zu finden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Beruf vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung im Bereich Logistik und Gefahrgutmanagement: Nutze die Online-Webinare der Industrie- und Handelskammern, um dein Wissen zu erweitern.
- Online-Kurse auf MOOC-Plattformen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostengünstige Kurse an, die dir helfen, deine Kenntnisse in Logistik und Gefahrgutrecht auszubauen.
- Microsoft Office verbessern: Da viele administrativen Aufgaben weiterhin wichtig sind, solltest du deine Fähigkeiten in Microsoft Office, insbesondere in Excel, vertiefen.
Fange noch diese Woche an, einen Kurs auszuwählen oder ein Webinar zu buchen, um deine Kenntnisse aufzufrischen.
Fazit: Deine Zukunft als Gefahrgutbeauftragte/r
Die Zukunft als Gefahrgutbeauftragte/r ist vielversprechend, auch wenn sich durch KI und Automatisierung einiges verändert. Es ist wichtig, flexibel zu bleiben und sich kontinuierlich weiterzubilden. Deine menschlichen Fähigkeiten sind nach wie vor gefragt und werden dir helfen, auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Bleib am Ball und entwickle dich weiter – so sicherst du dir deinen Platz im Arbeitsmarkt!