KI und der Beruf Genehmigungsplaner/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Genehmigungsplaners ist stark von der Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägt. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 61%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass bestimmte Aufgaben automatisiert werden. Das IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 71% ermittelt, was zeigt, dass viele Tätigkeiten theoretisch durch KI übernommen werden könnten. Derzeit nutzen jedoch nur 25% der Genehmigungsplaner KI in ihrem Arbeitsalltag. Der große Unterschied zwischen theoretischen Möglichkeiten und der tatsächlichen Anwendung, auch als Theorie-Praxis-Gap bezeichnet, beträgt 46 Prozentpunkte. Dies zeigt, dass es noch viel Raum für die Integration von KI gibt.
Für Beschäftigte bedeutet dies, dass einige alltägliche Aufgaben automatisiert werden könnten, während menschliche Fähigkeiten weiterhin gefragt sind. Ein greifbarer Vergleich: Früher musste ein Genehmigungsplaner zahlreiche Dokumente manuell durchsehen und rechtliche Vorgaben recherchieren. Heute können KI-Tools diesen Prozess erheblich vereinfachen und beschleunigen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
In der Praxis übernehmen bereits verschiedene KI-gestützte Softwarelösungen Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden. Ein Beispiel ist PlanRadar, eine Software, die die digitale Dokumentation und Verwaltung von Bauprojekten ermöglicht. Genehmigungsplaner können damit Genehmigungsverfahren effizient verfolgen und Änderungen schnell dokumentieren.
Ein weiteres Tool, Autodesk BIM 360, bietet KI-gesteuerte Analysen zur effizienten Gestaltung von Genehmigungsanträgen. Hierbei werden relevante Daten automatisch ausgewertet, was den Planungsprozess beschleunigt. Civitas optimiert Genehmigungsprozesse, indem es automatisch relevante gesetzliche Vorgaben identifiziert. Zudem hilft Doxter, ein Dokumentenmanagementsystem, dabei, wichtige Dokumente schnell zu finden, indem es KI-gestützte Suchfunktionen bietet. So kann ein Genehmigungsplaner heute durch ein paar Klicks die benötigten Informationen finden, die früher stundenlang recherchiert werden mussten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Dazu gehören Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit. Genehmigungsplaner müssen oft mit verschiedenen Stakeholdern, wie Bauherren und Behörden, kommunizieren und Informationen austauschen. Diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren.
Analytische Fähigkeiten sind ebenfalls gefragt. Das Verständnis komplexer rechtlicher Vorgaben und die Fähigkeit, diese auf spezifische Projekte anzuwenden, erfordern menschliches Urteilsvermögen. Systematisches und methodisches Vorgehen ist entscheidend, um Genehmigungsprozesse zu strukturieren und Probleme frühzeitig zu erkennen. Diese Stärken werden auch in Zukunft in der Genehmigungsplanung unerlässlich bleiben.
Was sich in der Branche gerade tut
Die Branche verändert sich rasant. Immer mehr Verwaltungen setzen auf digitale Lösungen, um Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und transparenter zu gestalten. Der Trend zur Digitalisierung wird durch die Einführung neuer KI-Technologien unterstützt, die die Effizienz steigern. Außerdem gewinnt die Nachhaltigkeit durch KI an Bedeutung, da umweltrelevante Aspekte in Genehmigungsanträgen besser bewertet und optimiert werden können. Datenanalysen und KI-gestützte Entscheidungsfindung werden ebenfalls immer wichtiger, um Planungsgenauigkeit zu verbessern und Genehmigungsfristen zu minimieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Im Moment sind in Deutschland rund 8.119 Genehmigungsplaner beschäftigt, mit aktuell 3.274 offenen Stellen. Das Median-Gehalt für diese Position liegt bei 6.639 Euro pro Monat. Die Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich bleibt stabil, auch wenn einige Aufgaben automatisiert werden können. Die Zahlen zeigen, dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Berufsfeld weiterhin wächst, was auf eine positive Entwicklung hindeutet.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Veränderungen in der Branche gut gerüstet zu sein, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Fortbildung in digitalen Werkzeugen: Nutze kostenlose Online-Kurse, wie die Open Courseware der Universität Hagen, um deine Kenntnisse in Projektmanagement und Digitalisierung zu erweitern.
- KI- und Digitalisierungskurse: Plattformen wie Coursera oder edX bieten viele kostengünstige Kurse zu KI im Bauwesen an. Diese können dir helfen, ein besseres Verständnis für die Technologien zu entwickeln, die deinen Arbeitsalltag beeinflussen.
- IHK-Webinare: Informiere dich über kostenlose Webinare, die von den Industrie- und Handelskammern angeboten werden. Hier werden aktuelle Themen in der Genehmigungsplanung behandelt und du kannst dein Netzwerk erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Genehmigungsplaner/in
Die Zukunft als Genehmigungsplaner/in wird durch den Einsatz von KI und digitalen Technologien geprägt sein. Auch wenn einige Aufgaben automatisiert werden, bleibt deine Kommunikationsfähigkeit und analytisches Denken unerlässlich. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung und bleibe am Puls der Zeit, um in deiner Karriere erfolgreich zu sein. Die Veränderungen bieten Chancen, die du ergreifen kannst!