KI und der Beruf Industrietechnologe/-technologin: Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat erhebliche Auswirkungen auf den Beruf des Industrietechnologen bzw. der -technologin. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 63%, was bedeutet, dass viele Aufgaben potenziell automatisiert werden können. Das IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 83% ermittelt, was zeigt, dass in der Theorie viele Tätigkeiten durch Maschinen übernommen werden könnten. In der Praxis wird jedoch nur 22% dieser Möglichkeiten auch tatsächlich genutzt. Das zeigt, dass es noch eine große Diskrepanz zwischen theoretischem Potenzial und realem Einsatz gibt. Industrietechnologen müssen sich daher auf Veränderungen einstellen, sowohl in ihren täglichen Aufgaben als auch in der Art der Zusammenarbeit im Team.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die Industrietechnologen unterstützen. Ein Beispiel ist Siemens Mindsphere, eine Cloud-basierte Plattform, die Produktionsdaten analysiert und dabei hilft, Anlagen zu optimieren. Früher mussten Ingenieure manuell Daten auswerten und Entscheidungen treffen. Heute genügt es, in Mindsphere zu klicken, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
Ein weiteres Beispiel ist IBM Watson IoT, das bei der Analyse von Maschinen- und Produktionsdaten hilft. Es kann Wartungsbedarf vorhersagen und Abläufe optimieren, was Ausfallzeiten minimiert. Auch PTC ThingWorx bietet KI-gestützte Analysen zur Steigerung der Effizienz in der Fertigung. Diese Tools nehmen den Fachkräften Routineaufgaben ab und ermöglichen es ihnen, sich auf komplexere Herausforderungen zu konzentrieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung bleibt der Mensch unverzichtbar. Fähigkeiten wie Teamarbeit, Eigenverantwortung und Kommunikationsfähigkeit sind nach wie vor gefragt. Zum Beispiel müssen Industrietechnologen oft in interdisziplinären Teams arbeiten, um komplexe Probleme zu lösen. Diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren, da sie emotionale Intelligenz und situatives Verständnis erfordern. Das systematische und methodische Vorgehen, das für die Lösung technischer Herausforderungen notwendig ist, bleibt ebenfalls in menschlicher Hand.
Was sich in der Branche gerade tut
In Deutschland gibt es aktuell viele Entwicklungen im Bereich der Industrie 4.0, wo KI zunehmend Einzug in die Fertigung hält. Trends wie Predictive Maintenance, bei der KI genutzt wird, um Wartungsbedarf vorherzusagen, und Digital Twins, die virtuelle Nachbildungen von Anlagen darstellen, sind auf dem Vormarsch. Diese Technologien ermöglichen eine effizientere Steuerung der Produktionsprozesse und bieten Industrietechnologen neue Möglichkeiten zur Verbesserung von Abläufen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten gibt es nach wie vor eine Nachfrage nach Industrietechnologen. Aktuell sind in Deutschland 906 Beschäftigte in diesem Beruf tätig, mit 593 offenen Stellen. Das Median-Gehalt liegt bei 4.965 Euro pro Monat, wobei die Gehälter zwischen 4.192 und 6.080 Euro variieren. Die Beschäftigtenzahlen in der Branche zeigen, dass es sowohl Herausforderungen als auch Chancen gibt. Während einige Aufgaben automatisiert werden, wird der Bedarf an Fachkräften mit den richtigen Kompetenzen weiterhin bestehen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Zukunft gewappnet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Fachkompetenzen ausbauen: Weiterbildung in Automatisierungstechnik oder Prozessautomatisierung ist wichtig. Kurse zu spezifischen Softwaretools wie TIA Portal sind besonders hilfreich.
- Kostenlose Online-Kurse nutzen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten viele kostenlose oder kostengünstige Kurse zu KI, die dir helfen können, deine Kenntnisse zu vertiefen.
- IHK-Webinare besuchen: Viele Industrie- und Handelskammern bieten Webinare an, in denen aktuelle Technologien, einschließlich KI, behandelt werden. Diese sind oft kostenlos oder zu einem geringen Preis erhältlich.
Fazit: Deine Zukunft als Industrietechnologe/-technologin
Die Zukunft für Industrietechnologen ist geprägt von Veränderungen durch KI, die sowohl Herausforderungen als auch Chancen bieten. Während einige Aufgaben automatisiert werden, bleiben menschliche Fähigkeiten und Fachkompetenzen entscheidend. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung und passe dich aktiv an die neuen Technologien an – so sicherst du dir auch in Zukunft einen Platz in der Branche!