KI und der Beruf Ingenieur/in - Farben, Lacke: Was sich gerade verändert
Die KI-Revolution hat auch die Farben- und Lackbranche erreicht. Ingenieure, die in diesem Bereich tätig sind, müssen sich auf grundlegende Veränderungen einstellen: Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 51%, was bedeutet, dass viele Tätigkeiten potenziell automatisiert werden können. Das IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 64% ermittelt, was zeigt, dass ein Großteil der Aufgaben, die Ingenieure im Bereich Farben und Lacke erledigen, durch KI unterstützt oder sogar übernommen werden kann. Um das greifbar zu machen: Früher waren Ingenieure oft Stunden damit beschäftigt, Farbproben manuell zu analysieren und zu testen. Heute können sie mit KI-Tools wie Colorix die Farbformeln in einem Bruchteil der Zeit optimieren.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Verschiedene Softwarelösungen sind bereits in der Lage, Ingenieuren wertvolle Zeit zu sparen. Zum Beispiel hilft Colorix dabei, Farbformeln zu optimieren und Farbtöne präzise zu reproduzieren. Anstatt mühsam verschiedene Mischungen manuell auszuprobieren, können Ingenieure die Software nutzen, um schnell zu den besten Ergebnissen zu kommen. BASF ColorExpert analysiert Farbtrends und gibt Empfehlungen für Farbformulierungen, sodass Ingenieure immer am Puls des Marktes sind. Zudem unterstützt die Plattform Paints & Coatings AI von ChemAxon Ingenieure bei der Entwicklung neuer Rezepturen und der Vorhersage von Produkteigenschaften. Schließlich automatisiert SpectraLab die Farbmetrik und -bewertung, was zur Qualitätssicherung von Anstrichmitteln beiträgt. Diese Tools ermöglichen es Ingenieuren, sich auf kreativere und strategischere Aufgaben zu konzentrieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI bleibt der Mensch ein unverzichtbarer Bestandteil der Farben- und Lackbranche. Kreativität und Innovationsgeist sind Fähigkeiten, die schwer zu automatisieren sind. Ingenieure müssen in der Lage sein, neue Farbkonzepte zu entwickeln, die nicht nur technisch machbar, sondern auch ästhetisch ansprechend sind. Zudem sind zwischenmenschliche Fähigkeiten wie Kommunikation und Teamarbeit entscheidend, um Projekte erfolgreich umzusetzen. Während KI Daten analysieren kann, ist das Verständnis für Marktentwicklungen und die Fähigkeit, Kundenwünsche zu interpretieren, nach wie vor menschlichen Ingenieuren vorbehalten.
Was sich in der Branche gerade tut
Die Farben- und Lackbranche in Deutschland befindet sich im Umbruch. Die Automatisierte Rezepturentwicklung gewinnt zunehmend an Bedeutung, und KI-Technologien werden immer mehr in den Produktionsprozess integriert. Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung von Maschinen, wird ebenfalls durch KI unterstützt, was die Effizienz steigert und Ausfallzeiten minimiert. Zudem gibt es einen klaren Trend hin zu nachhaltigen Produkten, wobei KI dazu beiträgt, umweltfreundliche und nachhaltige Lacke und Farben zu entwickeln. Diese Entwicklungen zeigen, dass Ingenieure in der Branche aktiv auf die Veränderungen reagieren können.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit etwa 95 Ingenieure im Bereich Farben und Lacke beschäftigt. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials von 64% wird die Branche weiterhin Arbeitskräfte benötigen. In den letzten Jahren sind die Beschäftigtenzahlen in diesem Sektor aufgrund der Innovationskraft und der Nachfrage nach spezialisierten Produkten gestiegen. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit könnte die Zahl der Beschäftigten stabil bleiben, da neue Technologien auch neue Jobprofile schaffen. Die Gehälter haben sich ebenfalls positiv entwickelt; Ingenieure können mit einer attraktiven Vergütung rechnen, da ihre Fähigkeiten nach wie vor gefragt sind.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um auf die Veränderungen in der Branche vorbereitet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- KI-Kenntnisse aufbauen: Nutze kostenlose Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um ein Grundverständnis für KI und maschinelles Lernen zu entwickeln. Diese Kenntnisse sind für Ingenieure zunehmend wichtig.
- Datenanalyse lernen: Melde dich zu kostengünstigen Kursen auf LinkedIn Learning an, um deine Fähigkeiten in der Datenanalyse zu verbessern. Diese Fähigkeiten sind in der modernen Ingenieursarbeit unerlässlich.
- IHK-Kurse besuchen: Informiere dich über die digitale Akademie der IHK, die spezielle Online-Kurse zur Digitalisierung und zu KI für Fachkräfte anbietet. Diese Kurse sind oft günstig und praxisnah.
Indem du deine Fähigkeiten kontinuierlich erweiterst, bleibst du wettbewerbsfähig und kannst dich aktiv in die Weiterentwicklung deiner Branche einbringen.
Fazit: Deine Zukunft als Ingenieur/in - Farben, Lacke
Die Zukunft als Ingenieur/in in der Farben- und Lackbranche ist vielversprechend, trotz der Herausforderungen durch KI und Automatisierung. Indem du dich weiterbildest und deine kreativen sowie zwischenmenschlichen Fähigkeiten stärkst, kannst du in einer sich ständig wandelnden Branche erfolgreich sein. Die wichtigste Botschaft: Nutze die Möglichkeiten, die KI bietet, aber vertraue auf deine einzigartigen menschlichen Stärken!