KI und der Beruf Kartenschläger/in: Was sich gerade verändert
Die Arbeit als Kartenschläger/in ist traditionell geprägt von handwerklichem Geschick und technischer Präzision. Mit der Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändern sich jedoch einige Aspekte des Berufs. Der KI-Risiko Score für den Beruf liegt bei 37%, was bedeutet, dass ein mittleres Risiko besteht, dass bestimmte Aufgaben automatisiert werden. Laut dem IAB hat der Beruf ein Automatisierungspotenzial von 67%. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Tätigkeiten theoretisch von Maschinen übernommen werden könnte, auch wenn der reale KI-Einsatz momentan nur bei 5% liegt. Es gibt also noch eine große Kluft zwischen dem, was theoretisch möglich ist und dem, was tatsächlich umgesetzt wird — eine Differenz von 62 Prozentpunkten.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene KI-Tools zum Einsatz, um die Arbeit von Kartenschlägern zu unterstützen. Zum Beispiel optimiert die Software Texteel die Mustererkennung und hilft dabei, effizientere Webmuster zu erstellen. Früher mussten Kartenschläger manuell Designmuster entwerfen; heute können sie durch den Einsatz solcher Tools schneller und kreativer arbeiten.
Zusätzlich nutzt die Software Optitex KI, um digitale Prototypen zu erstellen und die Qualität von Textilien zu überprüfen. Das bedeutet, dass einige Tätigkeiten, die früher viel Zeit in Anspruch nahmen, nun automatisiert werden können. Auch die Software Gerber AccuMark hilft, Schnittmuster für das Jacquardweben zu optimieren und die Produktionsprozesse zu beschleunigen. Mithilfe von AIMMS wird zudem die Maschinen- und Qualitätsplanung verbessert. Schließlich trägt Sensory Analytics zur Echtzeitanalyse der Textilqualität bei, was die Fehlerquote signifikant senkt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Aufgaben, die KI übernehmen kann, gibt es Bereiche, in denen menschliche Fähigkeiten gefragt sind. Eine der wichtigsten Kompetenzen ist die Arbeitsvorbereitung, die nach wie vor nicht automatisierbar ist. Hier sind Kreativität, Problemlösungsvermögen und eine gute Planung gefragt – Fähigkeiten, die Maschinen nicht leisten können. Zudem sind handwerkliche Fertigkeiten und technisches Verständnis unerlässlich, um Maschinen richtig zu bedienen und bei Problemen sofort eingreifen zu können. Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind ebenfalls entscheidend, besonders in einem Produktionsumfeld, in dem alle an einem Strang ziehen müssen.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuelle Trends in der Textilbranche zeigen eine zunehmende Automatisierung der Produktion. KI-gestützte Technologien werden vermehrt genutzt, um die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Qualität der Produkte zu sichern. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine große Rolle: KI hilft dabei, umweltfreundliche Materialien und Verfahren zu identifizieren. Darüber hinaus ermöglicht der Einsatz von KI eine stärkere Personalisierung der Produkte, sodass die Wünsche der Kunden besser berücksichtigt werden können.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit 9.314 Kartenschläger beschäftigt, und die Branche bietet aktuell 344 offene Stellen. Der Median-Lohn liegt bei 3.168 € pro Monat, wobei die Gehaltsspanne von 2.742 € bis 3.676 € reicht. Die Frage, ob KI die Anzahl der Arbeitsplätze verringern wird, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Zwar könnte automatisierte Technologie einige Tätigkeiten übernehmen, doch gleichzeitig werden neue Jobs im Bereich Wartung und Bedienung von Maschinen entstehen. Die Beschäftigtenzahlen könnten stabil bleiben, solange die Unternehmen die Chancen der neuen Technologien nutzen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen im Beruf des Kartenschlägers vorzubereiten, gibt es verschiedene Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung zu KI: Nutze Plattformen wie Coursera oder EDX, um kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse zu absolvieren, die sich mit KI und Datenanalyse in der Fertigung beschäftigen. Diese Fähigkeiten sind zunehmend gefragt.
- Technisches Verständnis aufbauen: Vertiefe deine Kenntnisse in der Maschinenführung und -einrichtung. Praktische Schulungen oder Kurse bei der IHK können dir helfen, wertvolle Fähigkeiten zu entwickeln.
- Soft Skills stärken: Arbeite an deiner Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Eigenverantwortung. Diese persönlichen Kompetenzen werden in einem sich wandelnden Arbeitsumfeld immer wichtiger.
Fazit: Deine Zukunft als Kartenschläger/in
Die Rolle des Kartenschlägers wird sich durch den Einfluss von KI und Automatisierung verändern, doch es gibt auch viele Bereiche, in denen menschliche Fähigkeiten unverzichtbar bleiben. Mit den richtigen Weiterbildungsmaßnahmen und einem Fokus auf persönliche Stärken kannst du dich auf die Zukunft vorbereiten und deine Karriere aktiv gestalten. Bleibe neugierig und offen für neue Technologien – das wird dir helfen, in deiner Branche erfolgreich zu sein.