KI und der Beruf Kunststofftiefzieher/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Kunststofftiefziehers, beziehungsweise der Kunststofftiefzieherin, steht vor einer grundlegenden Transformation durch Künstliche Intelligenz (KI). Laut dem KI-Risiko Score von 78 Prozent ist das Risiko, dass dieser Beruf von KI bedroht wird, sehr hoch. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die bisher von Menschen erledigt wurden, durch intelligente Systeme übernommen werden könnten. Der IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) sieht sogar ein Automatisierungspotenzial von 100 Prozent. Ein greifbarer Vergleich: Früher war es üblich, dass der Kunststofftiefzieher manuell die Maschinen einstellte und überwachte. Heute könnten in Zukunft KI-gesteuerte Systeme die Maschinen optimieren und die Qualität der Produkte kontrollieren, wodurch der menschliche Arbeitsaufwand sinkt.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt kommen verschiedene KI-Tools zum Einsatz, die den Alltag von Kunststofftiefziehern verändern. Zum Beispiel hilft die Software Siemens Tecnomatix dabei, Produktionsprozesse zu planen und zu überwachen. Anstatt mühsam von Hand alle Schritte zu dokumentieren, können Kunststofftiefzieher nun Software nutzen, die effizientere Abläufe ermöglicht. Auch der FARO 3D-Scanner ist ein Beispiel: Diese KI-gestützte Technologie dient zur Qualitätskontrolle und erkennt Abweichungen in geformten Teilen schneller und präziser als das menschliche Auge. Ein weiteres Beispiel ist die Verwendung von IBM Watson für Predictive Maintenance. Diese Technologie sagt Wartungsbedarf vorher und minimiert dadurch teure Ausfallzeiten. So wird der Beruf zunehmend technologiegestützt und automatisiert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Zum Beispiel sind Teamfähigkeit und Eigenverantwortung unerlässlich, um in einem Produktionsumfeld erfolgreich zu sein. Ein Kunststofftiefzieher muss oft im Team arbeiten, um Probleme schnell zu lösen und die Produktion am Laufen zu halten. Auch das technische Verständnis ist für die Wartung und Reparatur der Maschinen entscheidend. Diese menschlichen Stärken sind aktuell schwer zu automatisieren und werden auch in Zukunft gefragt sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Kunststoffverarbeitungsbranche gibt es derzeit spannende Entwicklungen. Unternehmen setzen verstärkt auf die Automatisierung von Produktionsabläufen, um die Effizienz zu steigern. KI wird genutzt, um große Datenmengen auszuwerten, was zu optimierten Produktionsabläufen führt. Zudem steht Nachhaltigkeit im Fokus: KI hilft, umweltfreundlichere Materialien und Prozesse zu entwickeln und den Abfall zu reduzieren. Diese Trends bieten neue Chancen, aber auch Herausforderungen für Beschäftigte in der Branche.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell sind in Deutschland etwa 89.598 Menschen als Kunststofftiefzieher oder -tiefzieherinnen beschäftigt. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 1.730, was zeigt, dass es weiterhin Bedarf an Fachkräften gibt. Der Medianlohn liegt bei 3.619 Euro pro Monat, die Gehaltsspanne reicht von 3.002 bis 4.311 Euro. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials ist es unwahrscheinlich, dass alle Stellen wegfallen; vielmehr wird sich die Natur der Arbeit verändern. Die aktuellen Trends deuten darauf hin, dass die Branche sich weiterentwickelt, auch wenn der Einsatz von KI bislang nur bei 8 Prozent der möglichen Anwendungen liegt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse belegen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostenlose Kurse zu KI und Fertigungstechnologien an. So kannst du dein Wissen erweitern und aktuelle Trends verstehen.
- Teilnahme an Webinaren: Achte auf Angebote von der IHK oder der VHS, die oft kostengünstige Workshops zu neuen Technologien in der Fertigung anbieten. Hier kannst du praktische Erfahrungen sammeln.
- YouTube-Kanäle folgen: Viele Bildungskanäle bieten hilfreiche Tutorials zu KI-Tools in der Fertigung. Diese Informationen sind oft kostenlos und helfen dir, die technischen Aspekte besser zu verstehen.
Diese Schritte kannst du noch in dieser Woche beginnen, um dich auf die Zukunft deines Berufs vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Kunststofftiefzieher/in
Die Künstliche Intelligenz wird den Beruf des Kunststofftiefziehers nachhaltig verändern, aber sie wird auch neue Möglichkeiten schaffen. Während viele Aufgaben automatisiert werden, bleiben wichtige menschliche Fähigkeiten gefragt. Informiere dich über neue Technologien und bilde dich weiter – so kannst du die Herausforderungen der Zukunft meistern und deine Stärken optimal einsetzen.