KI und der Beruf Lichtplaner/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle der Lichtplanerinnen und Lichtplaner steht vor einem grundlegenden Wandel, der durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) geprägt ist. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 74 %, was bedeutet, dass ein sehr hohes Automatisierungspotenzial besteht. Laut dem IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) liegt dieses Potenzial sogar bei 80 %. Das bedeutet, dass viele der Aufgaben, die Lichtplaner bisher manuell erledigen, inzwischen von Software übernommen werden können. Vergleichbar ist dies mit der Einführung von Computerprogrammen in anderen kreativen Berufen, die Routinearbeiten abnehmen, sodass mehr Zeit für kreative und individuelle Lösungen bleibt.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmen verschiedene Software-Lösungen viele Routineaufgaben, die früher viel Zeit in Anspruch nahmen. Zum Beispiel bietet die Software DIALux KI-gestützte Funktionen zur Optimierung von Beleuchtungskonzepten. Früher musste man manuell Lichtstärken und Verteilungen berechnen – heute geschieht dies automatisch und zeitsparend. Ebenso ermöglicht Relux Simulationen, um die Auswirkungen verschiedener Lichtquellen auf Räumlichkeiten zu analysieren, was früher oft durch aufwendige manuelle Tests nötig war.
Tools wie LightCalc berechnen Lichtstärken und -verteilungen, während Lumion realistische 3D-Visualisierungen von Lichtkonzepten erstellt. Hierbei werden KI-Technologien eingesetzt, um Renderzeiten zu optimieren und qualitativ hochwertige Ergebnisse zu liefern. Ein weiteres Beispiel ist die Nutzung von SketchUp mit speziellen KI-Plugins, die die Lichtplanung durch automatische Anpassungen von Lichtquellen basierend auf Umgebungsbedingungen vereinfachen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die unerlässlich bleiben. Kreativität ist eine der wichtigsten Stärken, die Lichtplanerinnen und Lichtplaner mitbringen. Die Fähigkeit, ein individuelles Lichtkonzept zu entwickeln, das den Bedürfnissen der Nutzer entspricht und die Atmosphäre eines Raumes bestimmt, kann nicht automatisiert werden. Auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Eigenverantwortung sind unerlässlich, insbesondere wenn es darum geht, mit anderen Fachleuten im Bauwesen oder der Veranstaltungstechnik zusammenzuarbeiten. Diese menschlichen Qualitäten sind schwer zu reproduzieren und machen dich in deinem Beruf unersetzlich.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der Lichtplanung sind einige spannende Entwicklungen zu beobachten. Die Automatisierung von Lichtdesign schreitet voran, und immer mehr Lichtplaner nutzen KI, um wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, was ihnen ermöglicht, mehr Zeit für kreative Prozesse zu gewinnen. Zudem wird die Integration von Smart Lighting Systemen immer populärer. Diese Systeme passen sich an das Nutzerverhalten an und können über Apps gesteuert werden. Auch das Thema Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung, wobei KI genutzt wird, um energiesparende und umweltfreundliche Beleuchtungslösungen zu entwickeln.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten als Lichtplaner in Deutschland liegt bei etwa 8.773. Aktuell gibt es 95 offene Stellen in diesem Bereich, was zeigt, dass der Bedarf an Fachkräften weiterhin besteht. Der Median des Gehalts für Lichtplaner beträgt 4.114 Euro pro Monat, die Spanne reicht von 3.509 Euro bis 4.701 Euro. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Lichtplanern aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und Automatisierung weiter steigen wird, auch wenn der KI-Einsatz derzeit noch bei nur 27 % liegt. Dies bedeutet, dass noch viel Potenzial vorhanden ist und die Branche sich weiterentwickeln wird.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Nutze die gegenwärtige Entwicklung, um deine Fähigkeiten zu erweitern. Hier sind drei konkrete Tipps:
- Online-Kurse: Melde dich für kostenlose Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX an, die sich mit Lichtplanung und den Grundlagen der KI beschäftigen. So kannst du dein Wissen erweitern und dich auf neue Herausforderungen vorbereiten.
- Webinare: Nimm an Webinaren teil, die von Fachverbänden wie der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft (LiTG) angeboten werden. Diese bieten oft aktualisierte Informationen über neue Technologien und Trends, die in der Branche relevant sind.
- Networking: Vernetze dich mit anderen Fachleuten in deinem Bereich, um von ihren Erfahrungen zu lernen und mögliche Weiterbildungsmöglichkeiten zu entdecken. Besuche Messen oder Veranstaltungen, um aktuelle Entwicklungen direkt zu erleben.
Fazit: Deine Zukunft als Lichtplaner/in
Die Rolle der Lichtplaner wird sich durch den Einsatz von KI stark verändern, doch deine kreativen und sozialen Fähigkeiten bleiben unerlässlich. Nutze die Chance, dich weiterzubilden und neue Technologien zu integrieren, um in deinem Beruf erfolgreich zu bleiben. Die Zukunft bietet viele Möglichkeiten, und mit den richtigen Schritten bist du bestens gerüstet, um diese Herausforderungen anzunehmen.