KI und der Beruf Mediävist/in: Was sich gerade verändert
Die Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, auch den Beruf der Mediävisten erheblich zu beeinflussen. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 59%, was auf ein hohes Automatisierungspotenzial von 50% hinweist. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die heute von Mediävisten erledigt werden, in Zukunft durch KI-Technologien unterstützt oder sogar ersetzt werden können. Im Vergleich dazu könnten einige Tätigkeiten auch weiterhin menschliches Expertenwissen erfordern. Beispielsweise war es früher üblich, historische Dokumente mühsam von Hand zu transkribieren, während dies heute oft durch KI-gestützte Software wie Transkribus erfolgen kann.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es mehrere KI-Tools, die Mediävisten in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Zum Beispiel ermöglicht Transkribus die Texterkennung von historischen Handschriften, wodurch diese schneller und präziser digitalisiert werden können. Früher mussten Mediävisten oft mühselig die Texte abtippen; heute können sie einfach die Software nutzen, um die Arbeit erheblich zu beschleunigen.
Ein weiteres nützliches Tool ist Google Arts & Culture, das den Zugang zu digitalen Archiven und Museen erleichtert, was die Recherche für Mediävisten vereinfacht. Wordsmith hilft bei der Erstellung von verständlichen Berichten aus komplexen historischen Analysen. Mit Omeka können Mediävisten ihre Forschungsprojekte besser archivieren und präsentieren. Schließlich bietet Voyant Tools eine webbasierte Plattform zur Textanalyse, die es ermöglicht, Stile und Muster in mittelalterlichen Texten zu erkennen und zu untersuchen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI gibt es viele Fähigkeiten, die du als Mediävist/in einbringst und die schwer zu automatisieren sind. Dazu zählen kreative und kritische Denkfähigkeiten, die notwendig sind, um historische Kontexte zu interpretieren und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit sind ebenfalls essentielle Eigenschaften, die in interdisziplinären Projekten gefragt sind, wenn Mediävisten mit Informatikern und anderen Fachleuten zusammenarbeiten. Diese menschlichen Stärken sind entscheidend, um die tiefere Bedeutung von Texten zu verstehen und diese in einen größeren historischen Zusammenhang einzuordnen.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der Mediävistik ist ein klarer Trend zu beobachten: Die sogenannten Digital Humanities gewinnen zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Mediävisten setzen digitale Technologien ein, um mittelalterliche Texte zu analysieren und zu präsentieren. KI-gestützte Textanalyse wird immer beliebter, da sie hilft, Muster zu erkennen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem arbeiten Mediävisten zunehmend interdisziplinär mit Informatikern und Datenanalysten zusammen, um die Möglichkeiten der Technologien optimal zu nutzen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell arbeiten in Deutschland 1.045 Mediävisten. Die Zahl der Beschäftigten ist stabil, und es sind 169 offene Stellen vorhanden. Der Medianlohn liegt bei 5.691 Euro im Monat, mit einer Gehaltsspanne von 4.371 bis 6.694 Euro. Laut dem IAB Job-Futuromat ist das Automatisierungspotenzial im Beruf hoch, sodass Veränderungen in den kommenden Jahren wahrscheinlich sind. Es ist jedoch zu beachten, dass der reale Einsatz von KI derzeit nur bei 26% liegt, was bedeutet, dass viele Aufgaben nach wie vor von Menschen erledigt werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Wenn du dich in der Mediävistik weiterentwickeln möchtest, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Nutze MOOCs: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostenlose Online-Kurse zu Digital Humanities und Textanalyse an. Diese Kurse können dir helfen, deine Kenntnisse in digitalen Methoden zu erweitern.
- Teilnahme an Webinaren: Viele deutsche Universitäten bieten kostenlose Webinare zu digitalen Methoden in den Geisteswissenschaften an. Informiere dich über solche Angebote und melde dich an.
- YouTube-Kanäle: Es gibt viele YouTube-Kanäle, die sich mit mittelalterlicher Geschichte und Digital Humanities beschäftigen. Diese Ressourcen sind oft kostenlos und bieten wertvolle Einblicke und Lernmöglichkeiten.
Fazit: Deine Zukunft als Mediävist/in
Die Künstliche Intelligenz wird den Beruf der Mediävisten verändern, bringt jedoch auch viele Chancen mit sich. Du kannst deine menschlichen Stärken und kreativen Fähigkeiten weiterhin effektiv einbringen. Informiere dich über digitale Technologien und bilde dich in den Bereichen fort, die für deine Arbeit wichtig sind. Nutze die Möglichkeiten, die dir die Digitalisierung bietet – so bist du gut auf die Zukunft vorbereitet!