KI und der Beruf Normungsexperte/-expertin: Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert die Landschaft für Normungsexperten in Deutschland erheblich. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 21%, was bedeutet, dass das Risiko, dass KI bestimmte Aufgaben übernehmen könnte, als mittel eingeschätzt wird. Das Automatisierungspotenzial in diesem Bereich beträgt 25%. Das bedeutet, dass ein Viertel der Aufgaben in der Normung automatisiert werden könnte. Im Vergleich dazu sind bereits 22% der Normungsprozesse in der Praxis durch KI unterstützt. Ein greifbarer Vergleich: Früher musste ein Normungsexperte viele Daten manuell durchforsten, heute können KI-Tools wie NormenPortal diese Informationen in Sekundenschnelle bereitstellen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Aufgaben von Normungsexperten werden bereits durch KI-gestützte Tools übernommen. Beispielsweise hilft NormenPortal, Normen und Standards automatisiert zu durchsuchen und relevante Informationen schnell bereitzustellen. Das bedeutet, dass anstatt stundenlang in Dokumenten zu suchen, du einfach in die Software eintippst, was du benötigst, und die KI liefert dir die Antworten. Ein weiteres Beispiel ist Compliance.ai, das rechtliche Normen überwacht und automatisch auf Änderungen hinweist. So bleibt der Normungsexperte stets auf dem neuesten Stand, ohne manuell nach Updates suchen zu müssen. Auch BIM 360 nutzt KI, um Normen in der Bau- und Ingenieurbranche zu integrieren, während DocuWare hilft, Normen und Richtlinien digital zu organisieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte von KI sind bestimmte menschliche Fähigkeiten nach wie vor unverzichtbar. Kommunikation ist eine dieser Stärken, die schwer automatisiert werden kann. Als Normungsexperte musst du oft komplexe Informationen klar und verständlich an Kollegen oder Kunden weitergeben. Teamfähigkeit ist ebenfalls entscheidend, da viele Projekte die Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen erfordern. Systematisches und methodisches Vorgehen im Umgang mit Normen und Standards ist eine weitere Fähigkeit, die KI nicht ersetzen kann. Schließlich ist Eigenverantwortung wichtig, um sicherzustellen, dass alle Normen korrekt angewendet werden, was menschliches Urteilsvermögen erfordert.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Normungsbranche sind derzeit viele Entwicklungen im Gange. Immer mehr Unternehmen setzen auf die Automatisierung von Normenprozessen, um Effizienz und Genauigkeit zu erhöhen. Die Möglichkeiten der Echtzeit-Datenanalyse durch KI-gestützte Tools ermöglichen es Unternehmen, schneller auf Änderungen in Normen zu reagieren. Zudem wird die Integration von KI in die Produktentwicklung immer häufiger, um Produkte schon frühzeitig auf Normenkonformität zu überprüfen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell arbeiten in Deutschland 2.112 Normungsexperten, und es gibt 456 offene Stellen in diesem Bereich. Das Median-Gehalt für diese Position liegt bei 4.533 Euro pro Monat, wobei die Gehaltsspanne zwischen 3.430 Euro und 5.732 Euro variiert. Laut dem IAB Job-Futuromat ist das Automatisierungspotenzial von 25% zwar nicht zu vernachlässigen, jedoch bedeutet dies, dass auch weiterhin viele Stellen erhalten bleiben werden. Langfristig wird eine stabile Nachfrage nach Fachkräften in diesem Bereich erwartet, da die Bedeutung von Normen und Standards in der Industrie nicht abnimmt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Berufsfeld vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze MOOC-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um dein Wissen über Normung und Standards zu vertiefen. Viele dieser Kurse sind kostenlos und bieten wertvolle Einblicke.
- Webinare besuchen: Halte Ausschau nach kostenlosen Webinaren der Deutschen Gesellschaft für Normung (DIN), um aktuelle Entwicklungen in der Normung zu verfolgen.
- YouTube-Kanäle abonnieren: Es gibt zahlreiche YouTube-Kanäle, die sich mit Normung und Ingenieurwesen beschäftigen. Diese Kanäle bieten wertvolle Informationen und sind eine gute Möglichkeit, dein Wissen zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Normungsexperte/-expertin
Die Zukunft als Normungsexperte/-expertin sieht vielversprechend aus, trotz der Automatisierungsmöglichkeiten. Deine menschlichen Fähigkeiten in der Kommunikation, Teamarbeit und Eigenverantwortung bleiben gefragt. Nutze die Chance, dich weiterzubilden und auf die Veränderungen in deinem Berufsfeld vorzubereiten. Die wichtigsten Normen und Standards werden auch in Zukunft Menschen benötigen, um sie richtig zu interpretieren und anzuwenden.