KI und der Beruf Pharmazeutisch-technische/r Assistent/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) hat in den letzten Jahren durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung erheblich an Dynamik gewonnen. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 70%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass Aufgaben durch automatisierte Systeme übernommen werden könnten. Das IAB-Automatisierungspotenzial für PTAs beträgt sogar 78%. Dies bedeutet, dass viele der Tätigkeiten, die du heute ausführst, in naher Zukunft durch KI-gestützte Systeme oder Software ersetzt oder zumindest erheblich verändert werden können. Zum Beispiel könnte die Beratung über Medikamente vermehrt durch Apps wie Mediktor erfolgen, die Symptome analysieren und Empfehlungen geben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die Aufgaben von PTAs unterstützen oder sogar übernehmen.
- IBM Watson Health: Dieses Tool analysiert medizinische Daten und hilft bei der Auswahl von Arzneimitteln sowie deren Dosierung. Früher mussten PTAs dies manuell recherchieren, heute kann dies durch KI unterstützt oder sogar automatisiert werden.
- Mediktor: Diese App gibt Empfehlungen für Medikamente, basierend auf einer Analyse von Symptomen. Anstatt selbständig umfassende Beratungsgespräche zu führen, können PTAs diese App nutzen, um Kunden schneller und effizienter zu beraten.
- PharmaChain: Diese Plattform nutzt KI und Blockchain-Technologie, um die Versorgungskette von Arzneimitteln zu optimieren und Fälschungen zu verhindern. Dies erleichtert die Lagerhaltung und Bestellungen erheblich.
- Ada Health: Eine KI-basierte Gesundheits-App, die Nutzern hilft, Symptome zu verstehen und passende medikamentöse Lösungen zu finden. PTAs können diese Informationen nutzen, um ihren Kunden gezielte Ratschläge zu geben.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten gibt es Fähigkeiten, die du als PTA mitbringst und die schwer durch KI zu ersetzen sind. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Gewissenhaftigkeit sind menschliche Stärken, die in der Kundenberatung und im Umgang mit Patienten unverzichtbar sind. Während KI Symptome analysieren oder Arzneimittel empfehlen kann, bleibt der persönliche Kontakt zu den Patienten und das Einfühlungsvermögen in deren individuelle Situation eine menschliche Aufgabe. Wenn du beispielsweise einem Patienten bei der Auswahl des richtigen Medikaments zur Seite stehst, spielt deine Fähigkeit zum aktiven Zuhören und deine Empathie eine zentrale Rolle.
Was sich in der Branche gerade tut
In der deutschen Pharmabranche sind derzeit einige spannende Entwicklungen zu beobachten. Die Telepharmazie, die digitale Beratungsdienste integriert, wächst und ermöglicht es PTAs, auch über digitale Kanäle Kontakt zu Patienten herzustellen. Zudem nimmt die Nutzung von KI zur Automatisierung von Prozessen in Apotheken zu, was die Effizienz und Genauigkeit steigert. Personalisierte Medizin, bei der Behandlungspläne auf individuelle Patientenprofile abgestimmt werden, wird ebenfalls immer wichtiger.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell sind in Deutschland 75.932 PTAs beschäftigt, und es gibt 1.633 offene Stellen. Das Median-Gehalt liegt bei 3.190 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 2.657 Euro bis 3.692 Euro. Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten ist die tatsächliche Nutzung von KI nur bei etwa 13% der potenziellen Anwendungen erreicht. Das bedeutet, dass viele PTAs weiterhin gefragt sind und der Arbeitsmarkt für diesen Beruf stabil bleibt. Es ist jedoch wichtig, die Entwicklungen im Auge zu behalten.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Berufswelt als PTA erfolgreich zu bleiben, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in digitalen Kompetenzen: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose Kurse zu KI in der Gesundheitsbranche zu belegen.
- Webinare der Apothekerkammern: Viele regionale Apothekerkammern bieten kostenlose Webinare zu digitalen Themen und KI an, die dir wertvolle Einblicke geben.
- YouTube-Kanäle: Abonniere Kanäle, die sich mit der Digitalisierung in der Pharmazie beschäftigen. Dort findest du aktuelle Trends und Tipps, wie du deinen Arbeitsplatz digitalisieren kannst.
- Microsoft Office Kenntnisse verbessern: Viele PTAs nutzen Microsoft Office für Dokumentationen und Rezepturen. Ein Kurs zum effektiven Einsatz dieser Programme kann deine Effizienz steigern.
Fazit: Deine Zukunft als pharmazeutisch-technische/r Assistent/in
Die Zukunft im Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten wird durch KI und Automatisierung geprägt sein. Während viele Aufgaben automatisiert werden können, bleiben menschliche Fähigkeiten wie Empathie und Kommunikation unverzichtbar. Halte dich weiterbildend auf dem Laufenden und nutze die Chancen, die die Digitalisierung bietet, um deine Rolle in der Apotheke zukunftssicher zu machen.