KI und der Beruf Psychologisch-technische/r Assistent/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Bereiche unseres Lebens zu beeinflussen, und der Beruf des psychologisch-technischen Assistenten ist da keine Ausnahme. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 44%, was darauf hinweist, dass es ein hohes Risiko für Automatisierung gibt. Laut dem IAB beträgt das Automatisierungspotenzial sogar 80%. Das bedeutet, dass viele der Aufgaben, die du derzeit ausführst, theoretisch von einer Maschine übernommen werden könnten. Ein greifbarer Vergleich: Früher hast du vielleicht mehrere Stunden mit der Analyse von Testergebnissen verbracht, während eine KI dies in kürzester Zeit erledigen kann.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
In deinem Arbeitsalltag gibt es bereits viele Aufgaben, die KI-gestützte Software übernehmen kann. Hier sind einige Beispiele:
- Woebot: Dieser Chatbot bietet emotionale Unterstützung und nutzt Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie. Statt eines persönlichen Gesprächs können Klienten mit Woebot interagieren, um Unterstützung zu erhalten.
- Wysa: Eine App, die personalisierte Gespräche führt, um psychische Gesundheit zu fördern. Klienten können sie nutzen, um ihre Gedanken und Gefühle zu reflektieren.
- MindDoc: Diese App hilft Nutzern, ihre Stimmung zu verfolgen und bietet psychologische Ressourcen auf Basis ihrer Eingaben.
- Talia: Sie unterstützt bei psychologischen Testverfahren und wertet Ergebnisse aus, was dir viel Zeit bei der Datenanalyse ersparen kann.
- Therapify: Diese Software optimiert die Dokumentation und Verwaltung von Therapiefällen, sodass du deine Zeit effizienter nutzen kannst.
Statt stundenlang Dokumentationen oder Analysen zu erstellen, kannst du mittlerweile in vielen Fällen einfach Daten eingeben und die Software erledigt den Rest.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschrittlichen Technologien gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Empathie, emotionale Intelligenz und die Fähigkeit, komplexe menschliche Beziehungen zu verstehen, sind entscheidend in deinem Beruf. Du bist dafür zuständig, Klienten auf eine Weise zu unterstützen, die Verständnis und Mitgefühl erfordert — etwas, was Maschinen nicht leisten können. Zum Beispiel: Wenn ein Klient eine besonders schwierige Phase durchlebt, benötigst du die Fähigkeit, auf seine Emotionen einzugehen und individuelle Unterstützung zu bieten. Diese menschlichen Stärken sind schwer zu automatisieren und werden auch in Zukunft gefragt sein.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es einen Trend zur Integration von KI in therapeutische Ansätze. Immer mehr Psychologen und psychologisch-technische Assistenten setzen KI-Tools ein, um ihren Klienten zusätzliche Ressourcen anzubieten. Die Personalisierung von Therapieansätzen gewinnt an Bedeutung, da KI dabei helfen kann, Therapien individueller zu gestalten, basierend auf den spezifischen Bedürfnissen der Klienten. Auch die Nachfrage nach digitalen Therapien ist gestiegen, was den Arbeitsalltag von psychologisch-technischen Assistenten verändert.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit rund 817 psychologisch-technische Assistenten beschäftigt. Ob es in Zukunft mehr oder weniger Jobs geben wird, ist ungewiss. Der IAB Job-Futuromat zeigt, dass die Zahl der Beschäftigten in diesem Beruf in den kommenden Jahren schwanken könnte. Die Gehälter in den psychologischen Berufen könnten durch den Einsatz von KI zwar stabil bleiben, jedoch ist das Risiko eines Rückgangs der Stellenangebote gegeben, wenn viele Aufgaben automatisiert werden. Aktuelle Studien zeigen, dass in Deutschland 13% der Potentiale von KI in diesem Sektor bereits umgesetzt werden, jedoch bis zu 67 Prozentpunkte theoretisch noch nicht in der Praxis genutzt werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Fortbildung im Bereich KI und Psychologie: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um an kostenlosen Online-Kursen zu psychologischer Gesundheit und KI teilzunehmen.
- Webinare besuchen: Viele Berufsverbände bieten kostengünstige Webinare an, die sich mit Digitalisierung und aktuellen Entwicklungen in der Psychologie beschäftigen.
- YouTube-Kanäle abonnieren: Es gibt zahlreiche Kanäle, die sich mit psychologischen Themen und den Auswirkungen von KI auf den Beruf beschäftigen. Sie bieten wertvolle Informationen und Tipps.
Diese Schritte können dir helfen, deine Kompetenzen zu erweitern und dich für die Zukunft zu rüsten.
Fazit: Deine Zukunft als Psychologisch-technische/r Assistent/in
Die Rolle des psychologisch-technischen Assistenten wird sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Während viele Aufgaben automatisiert werden können, bleiben deine menschlichen Fähigkeiten unverzichtbar. Investiere in deine Weiterbildung und halte Schritt mit den Entwicklungen in der Branche. Deine Empathie und dein Verständnis sind Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann, und das ist deine größte Stärke.