KI und der Beruf Rechnungsprüfer/in: Was sich gerade verändert
In der Welt der Rechnungsprüferinnen und Rechnungsprüfer verändert Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeitsweise erheblich. Mit einem hohen KI-Risiko Score von 55% und einem Automatisierungspotenzial von 67% stehen viele Tätigkeiten vor der Automatisierung. Das bedeutet, dass KI zunehmend in der Lage ist, Routineaufgaben zu übernehmen. Die gute Nachricht: Die Beschäftigten in diesem Bereich – aktuell gibt es 20.792 in Deutschland – können sich auf die Analyse und Interpretation von Daten konzentrieren, während KI die einfacheren Aufgaben erledigt. So wird die Arbeit effizienter, ähnlich wie die Einführung von Taschenrechnern die Mathematik erleichtert hat.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen zahlreiche KI-Tools zum Einsatz, die Routinearbeiten für Rechnungsprüfer übernehmen. Zum Beispiel hilft ABBYY FlexiCapture, indem es Daten aus Rechnungen automatisch extrahiert. Früher mussten Rechnungsprüfer diese Informationen manuell eingeben, was zeitaufwändig und fehleranfällig war.
KPMG Clara ermöglicht es, Risiken und Unregelmäßigkeiten in Finanzdaten mithilfe von KI-gestützten Analysewerkzeugen schnell zu identifizieren. Ein weiteres Beispiel ist AuditBoard, das Prüfungsprozesse optimiert und wichtige Informationen effizient organisiert. Diese Tools reduzieren die Zeit, die für wiederkehrende Aufgaben aufgewendet wird, und ermöglichen es den Rechnungsprüfern, sich auf wertschöpfende Tätigkeiten zu konzentrieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschreitenden Automatisierung gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Kommunikationsfähigkeit ist essenziell, um mit Kunden und Teammitgliedern zu interagieren und komplexe Sachverhalte zu erklären. Auch analytische Fähigkeiten sind entscheidend, um die von KI bereitgestellten Daten zu interpretieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Eigenverantwortung und ein systematisches Vorgehen sind weitere Stärken, die keinen Algorithmus ersetzen kann. So bleibt der Mensch gefragt, wenn es darum geht, die Ergebnisse zu bewerten und Handlungsempfehlungen auszusprechen.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell verändert sich die Branche rasant. Immer mehr Unternehmen setzen auf Automatisierung, um Rechnungsprüfungsprozesse zu verbessern und die Effizienz zu steigern. Echtzeitanalysen von Finanzdaten sind im Kommen, die es ermöglichen, sofortige Einblicke zu gewinnen und schnelle Entscheidungen zu treffen. Zudem gewinnen cloudbasierte Lösungen an Bedeutung, die Flexibilität und Zugänglichkeit der Daten erhöhen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Rechnungsprüfung bleibt relativ stabil: Aktuell sind es 20.792. Allerdings könnte sich die Nachfrage nach Fachkräften ändern. Mit 2.881 offenen Stellen gibt es immer noch gute Chancen für Jobsuchende. Das Median-Gehalt eines Rechnungsprüfers liegt bei 6.873 Euro im Monat. Durch den zunehmenden Einsatz von KI wird die Art der Arbeit zwar anspruchsvoller, aber auch interessanter, da die Beschäftigten sich auf komplexere Analysen und strategische Entscheidungen konzentrieren können.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich verändernden Arbeitswelt der Rechnungsprüfer erfolgreich zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse besuchen: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um dich in Datenanalyse und KI weiterzubilden. Diese Kurse sind oft kostenlos oder kostengünstig und helfen dir, deine Kenntnisse zu erweitern.
- IHK-Webinare: Viele Industrie- und Handelskammern bieten hilfreiche Webinare an, die sich mit aktuellen Trends in der Rechnungsprüfung und der Nutzung von KI beschäftigen.
- Microsoft Office vertiefen: Besonders Kenntnisse in Excel und anderen MS Office-Anwendungen sind gefragt. Investiere Zeit in Übungen, um deine Fähigkeiten in Tabellenkalkulation und Datenanalyse zu verbessern.
Fazit: Deine Zukunft als Rechnungsprüfer/in
Die Rolle der Rechnungsprüfer wird sich durch KI weiterentwickeln, wobei Routineaufgaben zunehmend automatisiert werden. Deine Stärken in der Analyse, Kommunikation und Eigenverantwortung bleiben jedoch unverzichtbar. Nutze die Chance, dich weiterzubilden und dich auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Die Zukunft bietet viele Möglichkeiten – greif danach!