KI und der Beruf Remonteur/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Bereiche der Arbeitswelt zu revolutionieren — auch den Beruf des Remonteurs oder der Remonteurin. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 94 Prozent, was bedeutet, dass ein hohes Automatisierungspotenzial besteht. Laut dem IAB liegt das Automatisierungspotenzial sogar bei 100 Prozent. Das heißt, theoretisch könnten alle Aufgaben, die heute von Remonteuren erledigt werden, auch von Maschinen übernommen werden. In der Praxis wird jedoch nur 10 Prozent dieses Potenzials tatsächlich ausgeschöpft, was einen Theorie-Praxis-Gap von 90 Prozentpunkten bedeutet. Das bedeutet, dass viele Remonteure aktuell noch einen sicheren Arbeitsplatz haben, aber sich auf Veränderungen einstellen müssen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt gibt es eine Reihe von KI-Tools, die im Bereich der Fertigung und Montage unterstützen. Zum Beispiel hilft Siemens MindSphere bei der Fehlererkennung in Maschinen, indem es Produktionsdaten analysiert und Probleme frühzeitig identifiziert. Früher mussten Remonteure häufig selbst prüfen, wo ein Fehler lag, heute können sie sich auf solche Systeme verlassen.
Ein weiteres Beispiel sind Universal Robots, die mit ihren kollaborativen Robotern Montagearbeiten unterstützen. Diese Roboter können in bestehenden Prozessen integriert werden und erleichtern die Arbeit. Anstatt manuell Teile zu montieren, kann ein Remonteur die Roboter für einfache Aufgaben einsetzen und sich auf komplexere Tätigkeiten konzentrieren.
Ein drittes Beispiel ist IBM Maximo, ein Predictive Maintenance-Tool, das den Wartungsbedarf von Maschinen vorhersagt. Früher musste man regelmäßig Wartungsarbeiten durchführen, unabhängig davon, ob sie nötig waren oder nicht. Heute kann KI helfen, die Wartenutzung zu optimieren und Ausfallzeiten zu minimieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es zahlreiche Aufgaben, die KI nicht übernehmen kann. Remonteure bringen handwerkliche Fähigkeiten und technisches Verständnis mit, die in der Montage unverzichtbar sind. Zum Beispiel erfordert die individuelle Anpassung von Komponenten oft kreative Problemlösungen, die Maschinen nicht leisten können. Außerdem sind persönliche Kompetenzen wie Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und Teamfähigkeit wichtig. In einem Team zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und mit anderen zu kommunizieren — das sind Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell wird in der Branche intensiv an der Automatisierung und dem Einsatz von Robotik gearbeitet. Viele Unternehmen setzen verstärkt auf Technologien, die die Effizienz in der Produktion steigern. Gleichzeitig gibt es einen Trend hin zur individuellen Anpassung von Produkten, was in der Uhrenindustrie besonders gefragt ist. KI wird hier eingesetzt, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und große Datenmengen auszuwerten, um bessere Entscheidungen zu treffen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten im Beruf des Remonteurs liegt aktuell bei 2.506 Personen in Deutschland. Die Gehälter sind mit einem Median von 3.431 Euro pro Monat recht attraktiv, wobei die Spanne von 2.802 Euro bis 4.292 Euro reicht. Aktuell gibt es 150 offene Stellen, was darauf hindeutet, dass weiterhin Bedarf an qualifizierten Fachkräften besteht. Auch wenn die Automatisierung voranschreitet, gibt es derzeit noch keinen dramatischen Rückgang an Jobs in diesem Bereich.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich verändernden Arbeitswelt erfolgreich zu bleiben, kannst du konkret folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse besuchen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten viele kostengünstige oder sogar kostenlose Kurse zu KI und Automatisierung an. So kannst du dir neues Wissen aneignen.
- Webinare von Industrieverbänden: Melde dich für kostenlose Schulungen zu aktuellen Trends in der Fertigung an. Diese bieten oft wertvolle Einblicke in neue Technologien.
- Lokale Volkshochschulen: Viele Volkshochschulen bieten Kurse zu digitalen Kompetenzen und Automatisierung an. Diese sind meist günstig und gut erreichbar.
Fazit: Deine Zukunft als Remonteur/in
Die Zukunft als Remonteur/in wird sich durch die Einführung von KI und Automatisierung verändern, aber es gibt auch viele Möglichkeiten, sich anzupassen und weiterzuentwickeln. Deine handwerklichen Fähigkeiten und persönlichen Kompetenzen bleiben unverzichtbar. Nutze die Chancen, die Weiterbildung und neue Technologien bieten, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.