KI und der Beruf Restaurator/in - Archiv- und Bibliotheksgut: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, den Beruf des Restaurators oder der Restauratorin für Archiv- und Bibliotheksgut nachhaltig zu verändern. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 33%, was bedeutet, dass ein mittleres Risiko besteht, dass Tätigkeiten durch Automatisierung ersetzt werden. Gleichzeitig zeigt das IAB-Automatisierungspotenzial von 45%, dass fast die Hälfte der Aufgaben in diesem Bereich theoretisch automatisiert werden könnte. Allerdings wird derzeit laut Studien nur in 11% der Fälle KI tatsächlich eingesetzt. Dies zeigt, dass es noch eine erhebliche Lücke zwischen dem, was möglich ist, und dem, was bereits Realität ist.
Stell dir vor, du hast früher alle Bücher manuell katalogisiert und restauriert. Heute könnte ein KI-gestütztes System einen Teil dieser Aufgaben übernehmen, wodurch du mehr Zeit für kreative und komplexe Restaurierungsarbeiten hättest.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Aufgaben, die häufig von KI-Tools übernommen werden, sind die Digitalisierung und Aufbereitung von Archiv- und Bibliotheksgut. Hier sind einige konkrete Beispiele:
- ScanTailor: Diese Open-Source-Software verbessert die Qualität von eingescannten Dokumenten. Früher musstest du Bilder manuell anpassen, heute macht das die Software für dich.
- ABBYY FineReader: Dieses OCR-Tool wandelt gedruckte Texte in digitale Formate um. Anstatt Texte aus beschädigten Dokumenten mühsam abzutippen, hilft dir das Tool, diese automatisch zu extrahieren.
- Artifex Ghostscript: Diese Software verarbeitet PostScript- und PDF-Dateien und erleichtert damit die digitale Restaurierung. Früher wäre das eine aufwendige manuelle Arbeit gewesen.
- Tesseract: Ein weiteres OCR-Tool, das Texte in gescannten Dokumenten erkennt und speichert, was dir viel Zeit beim Katalogisieren spart.
Durch den Einsatz dieser Technologien wird dein Arbeitsalltag effizienter, auch wenn du weiterhin für die kreativen und komplexen Aufgaben verantwortlich bleibst.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Es gibt bestimmte menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Dazu gehören:
- Schadensanalyse: Du kannst den Zustand von Objekten besser einschätzen und beurteilen als jede Software.
- Kundenberatung: Der persönliche Kontakt und das Verständnis der Bedürfnisse von Klienten sind unerlässlich und können nicht automatisiert werden.
- Kunst- und Kulturgeschichte: Deine Expertise und dein Wissen über historische Kontexte sind unverzichtbar für die Restaurierung.
Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren, da sie Empathie, Kreativität und umfangreiches Fachwissen erfordern — Qualitäten, die Menschen einzigartig machen.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der Restauratoren für Archiv- und Bibliotheksgut gibt es spannende Entwicklungen. Immer mehr Fachleute integrieren KI, um die Digitalisierung von Archivalien effizienter zu gestalten. Zudem wird KI zur Datenanalyse eingesetzt, um den Zustand von Materialien zu bewerten und fundierte Entscheidungen für Restaurierungsmaßnahmen zu treffen. Virtuelle Rekonstruktionen beschädigter Objekte durch KI eröffnen neue Perspektiven und Planungsmöglichkeiten für Restaurierungsprojekte.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland gibt es derzeit 407 Beschäftigte in diesem Bereich. Die Entwicklungen in der KI-Technologie könnten sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Während einige Tätigkeiten automatisiert werden könnten, ist es wichtig, die menschliche Expertise in der Restaurierung zu betonen. Die Gehälter in diesem Berufsfeld könnten stabil bleiben, da spezialisierte Fähigkeiten weiterhin gefragt sind. Der Trend zeigt, dass, obwohl automatisierbare Tätigkeiten zunehmen, die Nachfrage nach qualifizierten Restauratoren nicht sinkt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen durch KI vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX: Suche nach Kursen zur digitalen Restaurierung oder Archivrelevanten Themen. Viele sind kostenlos und bieten wertvolle Inhalte.
- Webinare von Fachverbänden: Viele Organisationen bieten kostenlose Webinare zu aktuellen Trends in der Restaurierung an. Hier kannst du dein Wissen erweitern und Networking betreiben.
- Besuche von Workshops in Museen oder Bibliotheken: Nutze die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und dich mit anderen Fachleuten auszutauschen. Diese sind oft kostengünstig oder sogar kostenlos.
Beginne noch diese Woche, einen Online-Kurs auszuwählen oder dich für ein Webinar anzumelden!
Fazit: Deine Zukunft als Restaurator/in - Archiv- und Bibliotheksgut
Die Integration von KI in deinen Beruf bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Du wirst weiterhin eine wichtige Rolle in der Restaurierung von Archiv- und Bibliotheksgut spielen, da viele deiner Stärken nicht automatisiert werden können. Indem du deine Fähigkeiten weiterentwickelst und dich mit neuen Technologien vertraut machst, bist du gut aufgestellt für die Zukunft.