KI und der Beruf Rissprüfer/in: Was sich gerade verändert
Die Rissprüfung ist ein essenzieller Bestandteil in der Qualitätssicherung vieler Industrien, darunter Maschinenbau, Automobil- und Luftfahrtindustrie. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hat in diesem Berufsfeld begonnen, die Arbeitsweise grundlegend zu verändern. Mit einem KI-Risiko-Score von 53% ist der Beruf als hoch gefährdet einzustufen, was bedeutet, dass viele Aufgaben durch KI automatisiert werden könnten. So könnte der Mensch künftig eher in einer beratenden Rolle agieren, während KI die Routineaufgaben übernimmt. Das ist vergleichbar mit der Umstellung von Filmkameras auf digitale Kameras: Die Technik übernimmt die Bildbearbeitung, während der Fotograf den kreativen und künstlerischen Teil steuert.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die die Arbeit von Rissprüfern unterstützen oder sogar übernehmen. Zum Beispiel nutzt DeepScan KI, um Bilder von Materialien zu analysieren und potenzielle Risse zu identifizieren. In der Automobil- und Luftfahrtindustrie hat sich diese Technik etabliert, um die Sicherheit von Bauteilen zu gewährleisten.
Ein weiteres Beispiel ist NDT Cloud, eine Plattform, die KI-gestützte Auswertungen von nicht-destruktiven Prüfungen (NDT) bietet. Diese Technologie hilft dabei, Risse in Materialien zu erkennen und zu dokumentieren. Ähnlich funktioniert die Bildverarbeitungssoftware Cognex VisionPro, die Oberflächenfehler und Risse in verschiedenen Materialien erkennt. Mistras Group nutzt KI, um Prüfberichte zu analysieren und damit die Wartung von Maschinen zu optimieren. In der Vergangenheit mussten Rissprüfer manuell prüfen und Dokumentationen erstellen; heute können sie durch den Einsatz dieser Tools ihre Effizienz steigern.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI-Technologie gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die auch in Zukunft unerlässlich bleiben werden. Teamfähigkeit ist besonders wichtig, um mit anderen Fachleuten zusammenzuarbeiten und komplexe Probleme zu lösen. Zudem ist Kommunikationsfähigkeit gefragt, um Prüfberichte klar und verständlich zu dokumentieren und zu präsentieren. Diese sozialen und emotionalen Kompetenzen sind schwer zu automatisieren. Auch die Fähigkeit zur Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit bleibt eine Stärke, die KI nicht ersetzen kann. Wenn es darum geht, in kritischen Situationen Entscheidungen zu treffen oder kreative Lösungen zu finden, wird der Mensch auch weiterhin im Vorteil sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Rissprüfungsbranche wird zunehmend auf die Automatisierung von Prüfprozessen gesetzt, um die Effizienz zu steigern und menschliche Fehler zu minimieren. Unternehmen investieren in KI-Technologien, die eine Echtzeit-Datenanalyse ermöglichen. Dadurch können sie sofortige Entscheidungen treffen und die Qualitätssicherung optimieren. Diese Trends sind nicht nur in großen Konzernen zu beobachten, sondern auch in kleineren Betrieben, die sich anpassen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Rissprüfer/innen zeigt derzeit eine stabile Lage. In Deutschland sind aktuell 11.308 Personen in diesem Beruf tätig, und es gibt 584 offene Stellen. Das Median-Gehalt liegt bei 4.319 € pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.638 € bis 5.155 €. Laut dem IAB Job-Futuromat wird das Automatisierungspotenzial in diesem Beruf bei 83% geschätzt, was bedeutet, dass in den kommenden Jahren viele Aufgaben durch KI übernommen werden könnten. Der tatsächliche Einsatz von KI liegt jedoch nur bei 22%, was zeigt, dass es hier noch Spielraum für Entwicklungen gibt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Es ist wichtig, aktiv zu werden und die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Hier sind drei konkrete Schritte, die du jetzt unternehmen kannst:
- Online-Kurse nutzen: Plattformen wie Coursera und edX bieten kostenlose oder kostengünstige Kurse zu Künstlicher Intelligenz und deren Anwendungen in der Industrie an. Diese Kurse können dir helfen, ein besseres Verständnis für die Technologien zu entwickeln, die in deinem Beruf eingesetzt werden.
- IHK-Webinare besuchen: Die Industrie- und Handelskammern bieten regelmäßig kostenlose Webinare zur Digitalisierung und zu KI-Themen an. Diese sind speziell auf die Bedürfnisse der Berufstätigen zugeschnitten und bieten wertvolle Informationen für deine berufliche Entwicklung.
- Soft Skills trainieren: Neben technischen Fähigkeiten sind soziale Kompetenzen wie Teamarbeit, Kommunikationsfähigkeit und Eigenverantwortung entscheidend. Überlege, wie du diese Fähigkeiten stärken kannst, sei es durch Workshops oder in der Zusammenarbeit mit Kollegen.
Fazit: Deine Zukunft als Rissprüfer/in
Die Zukunft für Rissprüfer/innen wird durch Künstliche Intelligenz und Automatisierung geprägt sein. Während viele technische Aufgaben übernommen werden, bleibt der Mensch in seiner sozialen und kreativen Kompetenz gefragt. Nutze die Gelegenheit, dich weiterzubilden und deine Fähigkeiten zu stärken, um in diesem sich wandelnden Arbeitsumfeld erfolgreich zu sein. Deine Expertise bleibt unersetzlich, und mit der richtigen Vorbereitung kannst du die Zukunft positiv gestalten.