KI und der Beruf Schäftemacher/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Berufe zu beeinflussen, und der Beruf des Schäftemachers oder der Schäftemacherin ist da keine Ausnahme. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 40%, was bedeutet, dass das Risiko, von KI ersetzt zu werden, als mittel eingeschätzt wird. Dennoch zeigt die IAB-Studie, dass bis zu 85% der Aufgaben theoretisch automatisierbar wären. Aktuell wird jedoch nur in 5% der Fälle KI eingesetzt. Das bedeutet, dass trotz der hohen Möglichkeiten in der Theorie die praktische Umsetzung noch in den Kinderschuhen steckt. Für Beschäftigte im Schäftemacher-Beruf heißt das: Es gibt Veränderungen, aber man hat auch Zeit, sich auf diese einzustellen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden, können bereits durch Software und KI-Tools unterstützt oder automatisiert werden. Zum Beispiel hilft CLO 3D, einem 3D-Design-Tool, dabei, digitale Prototypen von Schuhen zu erstellen. Anstatt Zeit mit dem Zeichnen von Entwürfen auf Papier zu verbringen, können Schäftemacher/innen diese direkt digital gestalten und visualisieren.
Ein weiteres nützliches Tool ist Gerber AccuMark, das bei der Erstellung von Schnittmustern unterstützt. Mit dieser Software kann man den Entwurfsprozess effizienter gestalten und Materialverschwendung reduzieren. Früher musste man oft viel Zeit mit dem Schneiden von Stoffen verbringen; jetzt kann dies durch intelligente Software erheblich vereinfacht werden.
SewAI optimiert Nähtechniken und gibt Anleitungen für die Herstellung von Schuhoberteilen, was die Ausbildungszeit verkürzt. Diese Tools zeigen, wie KI im Alltag eines Schäftemachers oder einer Schäftemacherin bereits Anwendung findet.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der KI bleibt der Schäftemacher-Job stark auf menschliche Fähigkeiten angewiesen. Kreativität, handwerkliches Geschick und das Verständnis für individuelle Kundenwünsche sind Bereiche, in denen KI nicht wettbewerbsfähig ist. Wenn ein Kunde zum Beispiel eine spezielle orthopädische Anpassung benötigt, sind Empathie und das persönliche Gespräch gefragt — Fähigkeiten, die Maschinen nicht imitieren können.
Darüber hinaus sind Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit entscheidend für den Erfolg im Beruf. Diese persönlichen Kompetenzen werden auch in Zukunft gefragt sein, da sie die Grundlage für eine gute Kundenberatung und -betreuung bilden.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell ist in der Schuhindustrie ein klarer Trend zur Automatisierung zu beobachten. Roboter und automatisierte Maschinen werden zunehmend in den Produktionsprozess integriert, um die Effizienz zu steigern und die Produktionszeiten zu verkürzen. Zudem gewinnt das Thema Nachhaltigkeit an Bedeutung: KI wird verwendet, um den Materialeinsatz zu optimieren und Abfall zu reduzieren, wodurch umweltfreundliche Produktionsmethoden gefördert werden.
Ein weiterer Trend ist die Individualisierung: KI-gestützte Systeme ermöglichen es, maßgeschneiderte Produkte basierend auf den Wünschen der Kunden zu entwerfen, was den Beruf des Schäftemachers noch spannender macht.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Trotz der Automatisierung bleibt der Arbeitsmarkt für Schäftemacher/innen stabil. In Deutschland sind aktuell 9.548 Personen in diesem Beruf tätig, und es gibt derzeit 415 offene Stellen. Der Median-Lohn liegt bei 2.817 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 2.500 bis 3.166 Euro.
Diese Zahlen zeigen, dass der Beruf nach wie vor gefragt ist, auch wenn es eine Verschiebung in den benötigten Fähigkeiten geben könnte. Das IAB hat festgestellt, dass das Risiko, durch KI ersetzt zu werden, bei 40% liegt — es gibt also noch viele Möglichkeiten, sich zu positionieren und weiterzuentwickeln.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Du hast die Möglichkeit, dich aktiv auf die Veränderungen in deinem Beruf vorzubereiten. Hier sind drei konkrete Tipps:
- Weiterbildung in KI und Digitalisierung: Nutze MOOC-Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose Kurse zu KI in der Produktion zu belegen. Diese Kurse helfen dir, ein besseres Verständnis für die Technologien zu entwickeln, die deinen Arbeitsbereich beeinflussen könnten.
- Webinare der IHK: Informiere dich über kostengünstige Webinare zu Digitalisierung und neuen Technologien in der Fertigung, die von der Industrie- und Handelskammer angeboten werden. Hier kannst du aktuelle Trends und Technologien kennenlernen.
- YouTube Tutorials: Viele YouTube-Kanäle bieten kostenlose Tutorials zu Software wie CLO 3D oder Gerber AccuMark an. Du kannst dir so das nötige Wissen aneignen, um diese Tools in deiner Arbeit anzuwenden.
Fazit: Deine Zukunft als Schäftemacher/in
Die Zukunft für Schäftemacher/innen ist vielversprechend, auch wenn KI und Automatisierung an Bedeutung gewinnen. Die menschlichen Fähigkeiten bleiben unersetzlich, und es gibt viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Nutze die Chancen, die sich dir bieten, um in deinem Beruf auch in Zukunft erfolgreich zu sein.