KI und der Beruf Sekretär/in im Gesundheitswesen: Was sich gerade verändert
Die Rolle von Sekretärinnen und Sekretären im Gesundheitswesen steht vor einem tiefgreifenden Wandel durch Künstliche Intelligenz (KI). Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 88 %, was bedeutet, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass viele Aufgaben automatisiert werden. Der Automatisierungsgrad wird sogar auf 89 % geschätzt. Das bedeutet, dass ein Großteil der administrativen und organisatorischen Tätigkeiten potenziell von Software übernommen werden kann. So könnte beispielsweise die manuelle Terminplanung bald der Vergangenheit angehören, während automatisierte Systeme diese Aufgabe übernehmen. Wer heute als Sekretär/in tätig ist, muss sich also auf Veränderungen einstellen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es zahlreiche Tätigkeiten im Büroalltag eines Sekretärs oder einer Sekretärin, die durch KI unterstützt oder sogar ganz übernommen werden können. Hier einige Beispiele:
- Medatixx: Diese Praxissoftware automatisiert die Terminplanung und Patientenverwaltung, sodass weniger Zeit für administrative Aufgaben aufgewendet werden muss.
- DocCirrus: Eine digitale Dokumentationssoftware, die mithilfe von KI Texterkennung ermöglicht. Das bedeutet, dass Handgeschriebenes oder gescannte Dokumente automatisch in digitale Formate umgewandelt werden.
- KIM (Kommunikation im Medizinwesen): Diese Plattform ermöglicht den sicheren Austausch von Patientendaten und Dokumenten und reduziert so den Bedarf an manueller Korrespondenz.
Früher musste man in vielen Fällen selbst Termine koordinieren und Patientenakten manuell führen. Heute wird dies zunehmend automatisiert, was die Effizienz steigert und die Arbeitslast verringert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten gibt es einige Aufgaben, die KI nicht übernehmen kann. Dazu gehören vor allem Tätigkeiten, die ein hohes Maß an zwischenmenschlicher Interaktion erfordern.
- Gesundheitsökonomie: Die Analyse und strategische Planung zur Kosten- und Leistungsoptimierung im Gesundheitswesen erfordert menschliches Urteilsvermögen und Empathie.
- Patientenbetreuung: Der direkte Kontakt und die emotionale Unterstützung von Patienten sind essenziell und können nicht automatisiert werden.
- Büromanagement: Hier sind organisatorische Fähigkeiten und das Treffen von Entscheidungen gefragt, die kreative und kritische Denkprozesse erfordern.
Diese Stärken sind für die Patientenversorgung und das Arbeitsumfeld unverzichtbar.
Was sich in der Branche gerade tut
Im Gesundheitswesen gibt es derzeit zahlreiche Entwicklungen, die den Einsatz von KI vorantreiben. Zunehmend setzen Gesundheitseinrichtungen auf die Automatisierung von Verwaltungsprozessen, wodurch die Effizienz gesteigert wird. Der Einsatz von Chatbots zur ersten Kommunikation mit Patienten wird immer beliebter, was die Arbeitslast der Sekretäre verringert. Zudem gewinnen Telemedizin und digitale Patientenakten an Bedeutung, was den Arbeitsalltag weiter transformiert.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Sekretäre und Sekretärinnen im Gesundheitswesen ist aktuell stabil. In Deutschland gibt es etwa 99.100 Beschäftigte in diesem Berufsfeld und 4.900 offene Stellen. Die Gehälter liegen im Median bei 3.788 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.096 bis 4.541 Euro. Der Einsatz moderner Technologien könnte zwar einige Tätigkeiten ersetzen, jedoch bleibt der Bedarf an menschlichem Fachwissen und persönlichen Fähigkeiten bestehen. Der Arbeitsmarkt wird sich somit anpassen, anstatt vollständig wegzufallen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich verändernden Landschaft des Gesundheitswesens relevant zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Digitale Kompetenzen aufbauen: Nutze kostenlose Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um deine Fähigkeiten in Büroorganisation und digitalen Verwaltungsprozessen zu verbessern.
- Webinare der IHK besuchen: Informiere dich über kostengünstige Seminare, die dir Kenntnisse zu Themen wie digitale Verwaltung und den Einsatz von KI im Gesundheitswesen vermitteln.
- YouTube-Tutorials nutzen: Es gibt viele Kanäle, die dir helfen, den Umgang mit spezifischen Softwarelösungen zu lernen, die in deinem Arbeitsumfeld verwendet werden.
Beginne noch diese Woche mit einem Kurs oder Webinar, um deine Fähigkeiten zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Sekretär/in im Gesundheitswesen
Die Zukunft als Sekretär/in im Gesundheitswesen wird sich durch den Einsatz von KI erheblich verändern. Viele administrative Aufgaben werden automatisiert, doch deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Setze auf Weiterbildung und passe dich den neuen Anforderungen an, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.