KI und der Beruf Techniker/in - Kunststoff- und Kautschuktechnik: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Technikers oder der Technikerin in der Kunststoff- und Kautschuktechnik steht vor großen Veränderungen durch die fortschreitende Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 58%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass bestimmte Aufgaben automatisiert werden. Das Automatisierungspotenzial wird sogar auf 83% geschätzt, was zeigt, dass viele Tätigkeiten theoretisch von Maschinen übernommen werden könnten. Im Vergleich dazu liegt der reale Einsatz von KI in der Branche bislang nur bei 8%. Das bedeutet, dass wir noch weit von dem Punkt entfernt sind, an dem KI vollständig in der Praxis eingesetzt wird, die theoretische Möglichkeit jedoch groß ist. Für dich als Techniker/in bedeutet das, dass gewisse Aufgaben in Zukunft möglicherweise anders oder gar nicht mehr von Menschen erledigt werden.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt übernehmen verschiedene KI-gestützte Tools einige Aufgaben, die früher manuell durchgeführt wurden. Ein Beispiel ist Siemens NX, eine Software, die Ingenieuren hilft, komplexe Produkte effizient zu entwickeln, indem sie Design- und Simulationswerkzeuge bereitstellt. Früher musste man viel Zeit mit der manuellen Berechnung und dem Testen von Designs verbringen. Heute kann man in Siemens NX einfach Designs eingeben und die KI schlägt Optimierungen vor.
Ein weiteres Beispiel ist AutoCAD mit KI-Funktionen, das Planungsfehler minimiert und Designvorschläge optimiert. Auch CIMdata nutzt KI, um die Produktentwicklung zu analysieren, was bedeutet, dass Techniker/innen schneller auf Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht werden können. Polymer Advisor unterstützt bei der Materialauswahl und -optimierung, was für die Entwicklung neuer Kunststoffprodukte entscheidend ist. Diese Tools erleichtern den Arbeitsalltag und erhöhen die Effizienz in der Produktion.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschreitenden Automatisierung bleiben viele Fähigkeiten, die du als Techniker/in mitbringst, unersetzlich. Teamfähigkeit ist eine dieser Eigenschaften, die in einem Arbeitsumfeld, das häufig auf Zusammenarbeit angewiesen ist, von großer Bedeutung sind. Auch Kommunikationsfähigkeit, Eigenverantwortung, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit sind Qualitäten, die KI nicht übernehmen kann. Beispielsweise erfordert die Wartung und Reparatur von Maschinen oft ein hohes Maß an menschlichem Urteilsvermögen und praktische Erfahrung, die Maschinen nicht besitzen. Diese Stärken sind besonders wertvoll, da sie den Unterschied zwischen einem erfolgreichen und einem weniger erfolgreichen Arbeitsprozess ausmachen können.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Kunststoff- und Kautschuktechnik gibt es derzeit einige spannende Entwicklungen. Immer mehr Unternehmen setzen auf die Automatisierung der Produktion, indem sie KI-gesteuerte Maschinen einführen, die nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch Fehler minimieren. Zudem wird immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, wobei KI hilft, ressourcenschonende Materialien zu entwickeln und die Nutzung von Rohstoffen zu optimieren. Ein weiterer Trend ist die vorausschauende Wartung, bei der KI genutzt wird, um Wartungsarbeiten vorherzusagen und so Ausfallzeiten zu reduzieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Techniker/innen in der Kunststoff- und Kautschuktechnik zeigt derzeit eine stabile Beschäftigungslage. In Deutschland sind aktuell etwa 3.332 Personen in diesem Beruf tätig, und es gibt 153 offene Stellen, was auf eine anhaltende Nachfrage hinweist. Das Median-Gehalt liegt bei 4.610 Euro pro Monat, wobei die Gehaltsspanne von 3.570 Euro bis 5.985 Euro reicht. Auch wenn das Automatisierungspotenzial hoch ist, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass es weniger Jobs geben wird. Stattdessen könnten die Anforderungen an die Fachkräfte sich verändern, was neue Chancen und Herausforderungen mit sich bringt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich für die Veränderungen in deinem Beruf zu wappnen, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Fortbildung in KI und digitalen Technologien: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose oder kostengünstige Kurse zu belegen, die sich mit KI und digitaler Fertigung beschäftigen. Diese Kenntnisse werden in Zukunft immer wichtiger.
- Weiterbildung in spezifischen Software-Tools: Lerne den Umgang mit Software wie Siemens NX oder AutoCAD. Viele IHK-Weiterbildungsangebote bieten Kurse an, die dir helfen, diese Programme effektiv zu nutzen.
- Netzwerken: Suche den Austausch mit anderen Fachleuten in deiner Branche, um über aktuelle Entwicklungen und Trends informiert zu bleiben. Networking kann dir neue Perspektiven und Möglichkeiten eröffnen.
Fazit: Deine Zukunft als Techniker/in - Kunststoff- und Kautschuktechnik
Die Entwicklungen im Bereich KI und Automatisierung bringen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für dich als Techniker/in. Während einige Aufgaben möglicherweise automatisiert werden, bleiben deine menschlichen Fähigkeiten und Qualifikationen gefragt. Sei offen für Veränderungen und bilde dich weiter, um deine Position auf dem Arbeitsmarkt zu stärken. Deine Fachkenntnisse sind wertvoll, und mit der richtigen Vorbereitung kannst du die Zukunft aktiv mitgestalten.