KI und der Beruf Technisch-kaufmännische Fachkraft - Handwerk: Was sich gerade verändert
Die Rolle der technisch-kaufmännischen Fachkraft im Handwerk steht vor bedeutenden Veränderungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 65%, was ein hohes Risiko für Automatisierung bedeutet. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt das Automatisierungspotenzial auf 56%. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Aufgaben theoretisch automatisierbar ist. In der Praxis wird bisher jedoch nur 25% dieses Potenzials ausgeschöpft.
Stell dir vor, wie in einem Handwerksbetrieb früher viele administrative Aufgaben manuell erledigt werden mussten – von der Rechnungsstellung bis zur Projektverwaltung. Heute können viele dieser Aufgaben durch KI-gestützte Software automatisiert werden, was Zeit und Ressourcen spart.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
KI hat bereits viele Aufgaben übernommen, die früher manuell erledigt wurden. Zum Beispiel:
- Lexoffice: Diese cloudbasierte Buchhaltungssoftware automatisiert die Rechnungserstellung und erleichtert die gesamte Buchhaltung. Früher mussten Rechnungen manuell erstellt werden, heute klickt man einfach in Lexoffice, und die Software erledigt den Rest.
- PlanRadar: Diese Plattform zur Projekt- und Bauverwaltung nutzt KI, um Baustellenberichte effizient zu erstellen und zu verwalten. Anstatt Stunden mit der Dokumentation zu verbringen, kann man jetzt mit wenigen Klicks alle notwendigen Informationen erfassen und organisieren.
- ChatGPT (OpenAI): Diese KI kann zur Kundenkommunikation eingesetzt werden, indem sie Anfragen beantwortet und Informationen bereitstellt. So entfällt die Notwendigkeit, jede Anfrage persönlich zu bearbeiten.
- Canto: Eine digitale Medienverwaltung, die KI verwendet, um Bilder und Dokumente nach Inhalten zu kategorisieren. Anstatt manuell nach Materialien zu suchen, findet Canto alles schnell und effizient.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Dazu gehören:
- Kommunikationsfähigkeit: Der persönliche Kontakt zu Kunden und die Fähigkeit, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, sind unverzichtbar. Eine KI kann zwar Informationen bereitstellen, aber sie kann keine empathische Beziehung aufbauen.
- Projektmanagement: Die Koordination von Teams und die Anpassung an unerwartete Herausforderungen erfordern menschliches Urteilsvermögen und Flexibilität.
- Teamfähigkeit: Die Zusammenarbeit mit Kollegen und das Schaffen eines positiven Arbeitsklimas sind Aspekte, die KI nicht leisten kann.
Diese Fähigkeiten sind entscheidend, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche gibt es spannende Entwicklungen. Immer mehr Unternehmen implementieren KI, um administrative Aufgaben zu automatisieren. Digitale Kundeninteraktionen nehmen zu, da der Einsatz von Chatbots und KI-gesteuerten Kommunikationslösungen den Kundenservice verbessert. Außerdem nutzen Firmen KI, um große Datenmengen auszuwerten und fundierte Entscheidungen in Bereichen wie Einkauf und Materialverwaltung zu treffen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für technisch-kaufmännische Fachkräfte im Handwerk zeigt ein gemischtes Bild. Aktuell arbeiten etwa 58.606 Menschen in diesem Beruf, und es gibt rund 4.699 offene Stellen. Das Median-Gehalt beträgt 5.687 Euro pro Monat, wobei die Spanne von 4.394 Euro bis 7.153 Euro reicht. Diese Zahlen zeigen, dass es trotz der Automatisierung weiterhin Bedarf an Fachkräften gibt, die über die nötigen Kompetenzen und Erfahrungen verfügen.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um auf die Veränderungen durch KI vorbereitet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um dich über KI und digitale Transformation zu informieren. Diese Kurse sind oft kostenlos oder kostengünstig und bieten praxisnahe Inhalte.
- IHK-Webinare: Melde dich für kostenlose Webinare deiner Industrie- und Handelskammer an. Diese bieten spannende Einblicke in die Digitalisierung und den Einsatz von KI in deinem Berufsfeld.
- YouTube-Tutorials: Suche nach Tutorials, die dir den Umgang mit aktuellen Software-Tools wie Lexoffice oder PlanRadar näherbringen. Praktische Kenntnisse sind entscheidend, um im Beruf wettbewerbsfähig zu bleiben.
Fazit: Deine Zukunft als Technisch-kaufmännische Fachkraft - Handwerk
Die Zukunft für technisch-kaufmännische Fachkräfte im Handwerk wird durch KI geprägt sein, aber deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung und passe dich den Veränderungen an. Mit dem richtigen Wissen und den entsprechenden Fähigkeiten kannst du auch in einer zunehmend automatisierten Welt erfolgreich sein.