KI und der Beruf Technokeramformer/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle des Technokeramformers oder der Technokeramformerinnen wird sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) stark verändern. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 50%, was bedeutet, dass es ein hohes Risiko gibt, dass bestimmte Aufgaben automatisiert werden könnten. Das Automatisierungspotenzial ist sogar mit 100% theoretisch sehr hoch, während der reale Einsatz von KI in der Branche aktuell nur bei 8% liegt. Das zeigt, dass viele Möglichkeiten zur Automatisierung noch ungenutzt bleiben. Für dich als Technokeramformer bedeutet das, dass du dich auf Veränderungen einstellen musst. Während einige Aufgaben in der Produktion möglicherweise automatisiert werden, wird es weiterhin Bereiche geben, in denen deine Expertise und deine Fähigkeiten gefragt sind.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Aufgaben im Bereich der Technokeramik werden bereits von Software übernommen. Beispielsweise nutzt die Software CIMdata Produktionsdaten, um die Planung und Fertigung von Keramiken zu optimieren. Früher musste man alle Produktionsschritte manuell planen und überprüfen; heute kannst du mit CIMdata diese Prozesse effizienter gestalten.
Ein weiteres Beispiel ist Siemens NX, ein CAD-Tool, das KI verwendet, um das Design keramsicher Produkte zu verbessern. Früher war die manuelle Erstellung präziser Entwürfe zeitaufwändig und fehleranfällig. Heute hilft dieses Tool dabei, Fehler zu reduzieren und die Qualität der Produkte zu steigern. Auch im 3D-Druck von Keramiken wird KI eingesetzt, etwa durch die Software von Materialise, die den Druckprozess optimiert. Anstelle traditioneller Verfahren kannst du nun innovative Technologien nutzen, um effizienter zu arbeiten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung gibt es zahlreiche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Eigenverantwortung sind Eigenschaften, die in der Zusammenarbeit und im Umgang mit Kollegen unverzichtbar sind. Beispielsweise ist die Qualitätssicherung ein Bereich, in dem dein menschliches Urteilsvermögen gefragt ist. Du kannst Fehler erkennen und bewerten, die eine Maschine möglicherweise übersehen würde. Außerdem ist die Fähigkeit, Probleme kreativ zu lösen und auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren, eine menschliche Stärke, die KI nicht übernehmen kann.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Keramikbranche gibt es derzeit interessante Entwicklungen. Automatisierung und der Einsatz von digitalen Zwillingen nehmen zu, um Prozesse zu simulieren und zu optimieren. Auch die Integration des Internets der Dinge (IoT) wird immer wichtiger, da die Vernetzung von Maschinen und Sensoren eine präzisere Überwachung und Steuerung der Produktionsabläufe ermöglicht. Zudem wird der Fokus auf nachhaltige und umweltfreundliche Materialien immer stärker, was die Branche insgesamt vor neue Herausforderungen und Chancen stellt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland als Technokeramformer/in liegt aktuell bei etwa 3.580. Tendenziell kann es durch den Einsatz von KI und Automatisierung sowohl zu einem Rückgang als auch zu neuen, spezialisierten Arbeitsplätzen kommen. Das Median-Gehalt für diesen Beruf beträgt 3.542 € pro Monat, und die Gehaltsspanne reicht von 3.044 € bis 4.127 €. Aktuell sind 195 Stellen offen, was zeigt, dass es einen Bedarf an Fachkräften gibt, auch wenn sich die Anforderungen ändern.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Berufsfeld vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze kostenlose MOOCs auf Plattformen wie Coursera oder edX, um deine Kenntnisse in 3D-Druck und digitaler Fertigung zu vertiefen. Diese Themen sind für Technokeramformer von Bedeutung und werden zukunftsweisend sein.
- Webinare besuchen: Halte Ausschau nach Webinaren von Verbänden wie dem VDI (Verein Deutscher Ingenieure), die oft kostenlos sind und dir aktuelle Informationen zu neuen Technologien in der Keramikbranche bieten.
- Lokale Volkshochschulen: Informiere dich über Kurse zu digitalen Technologien oder Fertigungsprozessen, die zu einem günstigen Preis angeboten werden. Hier kannst du praxisnahe Kenntnisse erwerben, die dir im Job helfen werden.
Fazit: Deine Zukunft als Technokeramformer/in
Die Zukunft als Technokeramformer/in wird durch KI und Automatisierung geprägt sein, aber deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unersetzlich. Nutze die Chancen zur Weiterbildung und bleibe auf dem Laufenden über neue Entwicklungen in deiner Branche. So kannst du den Herausforderungen der Zukunft selbstbewusst entgegensehen und deine Karriere aktiv gestalten.