KI und der Beruf Teilezurichter/in: Was sich gerade verändert
Für Teilezurichter:innen bringt die zunehmende Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Mit einem KI-Risiko-Score von 94% und einem Automatisierungspotenzial von 100% ist dieser Beruf stark von der digitalen Transformation betroffen. Dies bedeutet, dass viele Aufgaben, die bisher manuell durchgeführt wurden, potenziell automatisiert werden können. Ein greifbarer Vergleich: Während früher Teile zurichterische Arbeiten oft manuell und unter Einsatz von viel Erfahrung erledigt wurden, könnten zukünftig intelligente Maschinen diese Tätigkeiten übernehmen, wodurch menschliche Arbeitskraft nicht mehr in jedem Fall notwendig ist.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-gestützte Tools, die Aufgaben in der Fertigung und Produktion übernehmen.
- Siemens MindSphere analysiert Daten von Maschinen, um Wartungsbedarf vorherzusagen, sodass Teilezurichter:innen weniger Zeit mit der Wartung verbringen müssen.
- Mit Festo Motion Control werden Maschinen und Produktionslinien effizient gesteuert. Statt manuell zu justieren oder zu überwachen, können Teilezurichter:innen nun auf datengestützte Entscheidungen zurückgreifen.
- Zegami setzt KI in der Qualitätskontrolle ein, um die Qualität von Werkstücken zu überwachen und Anomalien sofort zu erkennen — eine Aufgabe, die früher stark auf menschliche Aufmerksamkeit angewiesen war.
- Die Robotik von KUKA ermöglicht es, Teile präzise zu montieren, was die Notwendigkeit für menschliches Eingreifen verringert.
- SAP Leonardo verbindet IoT- und KI-Technologien und optimiert somit Produktionsprozesse.
Früher hat man also manuell Teile überprüft und Maschinen justiert, heute klickt man einfach in diese Systeme und lässt sie analysieren und optimieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen können. Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit sind Eigenschaften, die in der Zusammenarbeit mit Kollegen und in der Kommunikation mit anderen Abteilungen unerlässlich sind. Zudem benötigen viele Produktionsprozesse menschliches Fingerspitzengefühl, insbesondere wenn es um die Beurteilung von Qualität oder um Reparaturen geht. Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und bleiben somit eine Stärke von Teilenzurichter:innen.
Was sich in der Branche gerade tut
In Deutschland sind Unternehmen stark dabei, ihre Produktionsprozesse zu digitalisieren. Der Trend geht hin zu „Digitalen Zwillingen“, also digitalen Nachbildungen von Maschinen, um die Effizienz zu steigern. Predictive Maintenance, also vorausschauende Wartung, wird immer häufiger eingesetzt, um Ausfallzeiten von Maschinen zu minimieren. Der Einsatz von KI in der Automatisierung nimmt zu, um die Produktivität zu erhöhen, was für Teilezurichter:innen sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance darstellt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland etwa 125.135 beschäftigte Teilezurichter:innen. Die Gehälter liegen im Median bei 4.061 Euro pro Monat, mit einer Spanne von 3.325 bis 4.858 Euro. Obwohl die Zahl der Beschäftigten stabil bleibt, zeigt die IAB-Studie, dass das Risiko der Automatisierung sehr hoch ist. Aktuell sind 3.994 Stellen offen, was darauf hinweist, dass es weiterhin Bedarf an Fachkräften gibt. Die Zukunft könnte jedoch weniger manuelle Arbeit erfordern, da mehr Aufgaben automatisiert werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen im Beruf vorzubereiten, ist es wichtig, deine Fähigkeiten zu erweitern. Hier sind drei konkrete Tipps, die du diese Woche umsetzen kannst:
- Kostenlose Online-Kurse: Melde dich bei Plattformen wie Coursera oder edX an, um kostenlose Kurse über Industrie 4.0 und KI in der Fertigung zu belegen.
- IHK-Webinare: Informiere dich über kostenlose Webinare deiner Industrie- und Handelskammer, die sich auf digitale Technologien konzentrieren. So kannst du dir wertvolles Wissen aneignen.
- Networking: Verbinde dich mit anderen Fachkräften in der Branche, um Erfahrungen auszutauschen und von den neuesten Entwicklungen zu erfahren.
Fazit: Deine Zukunft als Teilezurichter/in
Die Rolle der Teilezurichter:innen wird sich in den kommenden Jahren stark verändern, vor allem durch den Einsatz von KI und Automatisierung. Dennoch bleiben wichtige menschliche Fähigkeiten gefragt. Nutze die Chance, dich fortzubilden und deine Stärken zu betonen. Deine Zukunft im Beruf kann erfolgreich sein, wenn du bereit bist, dich anzupassen und zu lernen.