KI und der Beruf Unterwasserschweißer/in: Was sich gerade verändert
Für Unterwasserschweißerinnen und -schweißer steht eine spannende, aber auch herausfordernde Zeit bevor. Mit einem KI-Risiko-Score von 78% und einem IAB-Automatisierungspotenzial von 100% ist klar, dass die KI-Technologie diese Branche stark beeinflussen wird. Das bedeutet, dass viele Aufgaben, die bisher von Menschen erledigt wurden, möglicherweise automatisiert werden können. Derzeit sind jedoch nur etwa 10% dieser Möglichkeiten in der Praxis umgesetzt. Dies führt zu einer großen Diskrepanz zwischen dem, was theoretisch möglich ist (90% Theorie-Praxis-Gap), und dem, was tatsächlich genutzt wird.
Angesichts dieser Entwicklungen ist wichtig zu verstehen, was das konkret für deine Arbeit bedeutet. Du wirst vielleicht weniger Zeit mit Routineaufgaben verbringen, während du gleichzeitig neue Fähigkeiten entwickeln musst, um in diesem sich wandelnden Umfeld relevant zu bleiben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Einige Tätigkeiten im Bereich des Unterwasserschweißens werden bereits von KI-Tools unterstützt. Zum Beispiel verwendet Ocean Infinity KI-gestützte Drohnen, die Unterwasserinspektionen durchführen können. Früher musste ein Unterwasserschweißer möglicherweise manuell Inspektionen durchführen oder vorbereitende Arbeiten erledigen. Heute kann er einfach die Drohne steuern und die Daten analysieren, die diese liefert.
Blue Robotics bietet autonome Unterwasserfahrzeuge an, die mit KI ausgestattet sind, um Informationen über Schweißkonstruktionen zu sammeln. In der Vergangenheit musste ein menschlicher Arbeiter diese Informationen durch zeitaufwendige Inspektionen vor Ort sammeln. Jetzt können diese Fahrzeuge autonom arbeiten und die gesammelten Daten an die Schweißer weitergeben.
Zusätzlich verwenden Unternehmen wie Subsea 7 KI-gestützte Systeme, um Schweißarbeiten zu überwachen und zu optimieren. Dies bedeutet, dass weniger menschliche Aufsicht erforderlich ist, was die Effizienz steigert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschrittlichen Technologien bleibt der menschliche Faktor in vielen Bereichen unverzichtbar. Insbesondere Fähigkeiten wie Problemlösung, Kreativität und soziale Interaktion sind schwer zu automatisieren. Als Unterwasserschweißer oder -schweißerin musst du oft vor Ort Entscheidungen treffen, die auf deinem Fachwissen und deiner Erfahrung basieren.
Beispielsweise kann es vorkommen, dass du während eines Schweißvorgangs auf unerwartete Probleme stößt, die schnelle Lösungen erfordern. KI kann dir zwar dabei helfen, Daten zu analysieren oder Prozesse zu optimieren, sie kann jedoch nicht die menschliche Intuition und Kreativität ersetzen, die bei der Lösung solcher Probleme erforderlich ist.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuelle Trends in der Unterwassertechnik zeigen, dass Automatisierung und Datenanalyse an Bedeutung gewinnen. Der Einsatz von Robotern und Drohnen wird voraussichtlich zunehmen, was die Effizienz bei Schweißarbeiten steigert. Gleichzeitig wird auch an Technologien gearbeitet, die Umweltauswirkungen der Unterwasserschweißarbeiten minimieren sollen. Diese Entwicklungen lassen darauf schließen, dass die Branche auf nachhaltige Praktiken setzt, was auch für künftige Arbeitsplätze wichtig ist.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell arbeiten in Deutschland nur 323 Menschen als Unterwasserschweißer/in. Angesichts des hohen Automatisierungspotenzials ist zu erwarten, dass einige Stellen wegfallen könnten. Dennoch können neue Technologien auch neue Arbeitsplätze schaffen, besonders in den Bereichen Überwachung, Wartung und Programmierung von automatisierten Systemen. In den nächsten Jahren werden sich die Gehälter im Bereich Unterwasserschweißen an die neuen Anforderungen und Technologien anpassen müssen.
Die Veränderungen könnten auch eine positive Auswirkung auf die Gehälter haben, da Fachkräfte mit den richtigen Fähigkeiten und Kenntnissen zunehmend gefragt sein werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in diesem sich verändernden Arbeitsumfeld erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Online-Kurse belegen: Plattformen wie edX oder Coursera bieten oft kostenlose Kurse zu Robotik, Datenanalyse und neuen Technologien an. Diese können dir helfen, deine Kenntnisse zu erweitern.
- Webinare besuchen: Viele Fachverbände bieten kostenlose Webinare zu neuen Technologien im Bereich Unterwassertechnik an. Hier kannst du aktuelle Entwicklungen verfolgen und dich mit Experten austauschen.
- Lokale Volkshochschulen: Informiere dich über kostengünstige Kurse, die neue Technologien im Handwerk behandeln, wie z.B. Schweißen mit modernen Methoden oder Sicherheitsprotokolle bei Unterwasserschweißarbeiten.
Diese Schritte kannst du sofort angehen, um deine Fähigkeiten zu erweitern und dich auf die Zukunft vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Unterwasserschweißer/in
Die Zukunft für Unterwasserschweißerinnen und -schweißer wird sich durch den Einsatz von KI und Automatisierung stark verändern. Es ist wichtig, deine Fähigkeiten kontinuierlich zu erweitern und offen für neue Technologien zu sein. Der menschliche Faktor bleibt jedoch entscheidend, und deine Expertise wird weiterhin gefragt sein. Engagiere dich aktiv in deiner Weiterbildung und sei bereit, die neuen Chancen zu nutzen, die sich in deiner Branche bieten.