KI und der Beruf Visagist/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Visagisten oder der Visagistin steht vor spannenden Veränderungen durch die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz (KI). Mit einem KI-Risiko-Score von nur 3% und einem Automatisierungspotenzial von 0% ist die Branche relativ sicher vor tiefgreifenden Einschnitten durch Technologie. Das bedeutet, dass die menschliche Note in der Kosmetik weiterhin unerlässlich bleibt. Während KI-gestützte Tools bei der Beratung helfen, bleibt der persönliche Kontakt und das individuelle Gespür für die Kundenwünsche entscheidend. Stell dir vor, wie ein virtuelles Makeup-Tool dir zeigen kann, wie ein bestimmter Lippenstift aussieht, aber das persönliche Gespräch und das Feingefühl des Visagisten sind nicht zu ersetzen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute unterstützen verschiedene KI-Tools Visagisten bei ihrer Arbeit. Hier einige Beispiele:
- FaceApp: Diese App simuliert verschiedene Makeup-Looks auf Bildern. Du kannst damit deinen Kunden eine Auswahl an Stilen präsentieren, bevor sie sich für einen entscheiden.
- YouCam Makeup: Diese App nutzt Augmented Reality (AR), um Kunden zu zeigen, wie bestimmte Makeup-Stile auf ihrem Gesicht aussehen würden. Das kann dir helfen, während des Beratungsgesprächs die richtige Entscheidung zu treffen.
- Modiface: Diese Software ermöglicht es, Makeup-Looks in Echtzeit auszuprobieren. Das ist besonders hilfreich, wenn du deinen Kunden bei der Auswahl von Produkten zur Seite stehst.
- GlamScout: Diese App erkennt Makeup-Looks auf Fotos und schlägt passende Produkte vor, sodass du deinen Kunden gezielte Empfehlungen geben kannst.
Früher musste man oft mehrere Produkte testen, jetzt können Kunden mithilfe dieser Tools schnell verschiedene Looks ausprobieren, was deine Beratung effizienter und ansprechender macht.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Entwicklungen in der KI gibt es viele Fähigkeiten, die nur Menschen besitzen. Besonders gefragt sind:
- Kommunikationsfähigkeit: Du musst in der Lage sein, auf die Wünsche und Bedürfnisse deiner Kunden einzugehen. Ein Gespräch über den gewünschten Look ist oft entscheidend.
- Teamfähigkeit: In vielen Fällen arbeitest du nicht allein, sondern als Teil eines Teams, sei es bei Hochzeiten oder Fotoshootings. Hier sind Menschlichkeit und Zusammenarbeit gefragt.
- Zuverlässigkeit: Kunden müssen sich auf dich verlassen können. Pünktlichkeit und die Einhaltung von Absprachen sind essenziell.
- Kundenorientierung: Deine Fähigkeit, empathisch auf Kunden einzugehen und ihre Wünsche zu verstehen, ist von unschätzbarem Wert.
Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und bleiben daher deine Stärken im Beruf.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es einige spannende Trends in der Branche der Visagisten. Ein großes Thema ist die Personalisierung: Kunden suchen zunehmend nach individuellen Makeup-Lösungen, die auf ihren Hauttyp und ihre persönlichen Vorlieben abgestimmt sind. Darüber hinaus gewinnen virtuelle Beratungen durch AR-Tools an Bedeutung, insbesondere in Zeiten, in denen persönliche Treffen eingeschränkt sind. Auch die Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle, da viele Kunden auf tierversuchsfreie und umweltfreundliche Produkte achten.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit 27.239 Menschen als Visagisten oder Visagistinnen beschäftigt. Laut der Statistik der Bundesagentur für Arbeit gibt es aktuell 2.644 offene Stellen in diesem Bereich. Das Median-Gehalt liegt bei 2.259 Euro im Monat, mit einer Gehaltsspanne von 1.793 bis 2.773 Euro. Diese Zahlen zeigen, dass die Nachfrage nach guten Visagisten stabil bleibt, auch wenn die Branche durch KI unterstützt wird.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der Branche relevant zu bleiben, gibt es einige Schritte, die du jetzt angehen kannst:
- Weiterbildung durch YouTube: Nutze kostenlose Tutorials von erfahrenen Visagisten, um neue Techniken und Trends zu lernen.
- Kurse auf Udemy: Investiere in kostengünstige Makeup-Kurse, die dir nicht nur praktisches Wissen vermitteln, sondern auch den Umgang mit digitalen Tools schulen.
- Teilnahme an Webinaren: Viele Kosmetikmarken bieten kostenlose Online-Seminare an, um dir die neuesten Produkte und Techniken vorzustellen. Das ist eine großartige Möglichkeit, dein Wissen zu erweitern.
Fazit: Deine Zukunft als Visagist/in
Die Zukunft als Visagist oder Visagistin ist vielversprechend. Trotz der Fortschritte in der KI bleibt der persönliche Kontakt und das kreative Gespür für die Kundenwünsche unerlässlich. Nutze die neuen Technologien zu deinem Vorteil, um deine Fähigkeiten weiter auszubauen und den sich verändernden Anforderungen der Branche gerecht zu werden. Der Mensch bleibt im Kosmetikbereich unersetzlich!