KI und der Beruf Ziseleur/in: Was sich gerade verändert
Die Ziselierkunst ist ein traditionelles Handwerk, das viel Geschick und Kreativität erfordert. Doch wie viele Berufe ist auch dieser von der fortschreitenden Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) betroffen. Der Risiko-Score für Ziseleur:innen liegt bei 85%, was bedeutet, dass der Beruf sehr anfällig für Veränderungen durch KI-Technologien ist. Laut dem IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) besteht sogar ein Automatisierungspotenzial von 100%. Das bedeutet, dass theoretisch alle Aufgaben eines Ziseleurs durch Maschinen und Software übernommen werden könnten. Derzeit ist der reale Einsatz von KI in diesem Beruf allerdings nur bei etwa 20%. Es gibt also eine große Diskrepanz zwischen dem, was möglich ist, und dem, was tatsächlich umgesetzt wird.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bestimmte Tätigkeiten im Ziselierhandwerk können bereits von Software übernommen werden. Beispielsweise können Ziseleur:innen Software wie Artisto verwenden, um Fotos oder Designs in beeindruckende Kunstwerke zu verwandeln. Anstatt manuell Inspiration zu suchen, können sie einfach ein Bild hochladen und sehen, wie es in verschiedenen Stilen aussieht. DeepArt bietet eine ähnliche Funktion, indem es Bilder in unterschiedliche Kunststile umwandelt und damit hilft, Entwürfe visuell zu gestalten. Auch mit Adobe Sensei, einem KI-Tool von Adobe, können Ziseleur:innen Designprozesse automatisieren und intelligente Empfehlungen für ihre Arbeiten erhalten. Solche Tools nehmen Ziseleur:innen Routineaufgaben ab, sodass sie mehr Zeit für die kreative Umsetzung ihrer Ideen haben.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es viele Fähigkeiten, die Maschinen nicht ersetzen können. Kreativität, Intuition und das Gespür für Ästhetik sind Eigenschaften, die ein Ziseleur oder eine Ziseleurin mitbringen muss. Ein gutes Beispiel ist die Fähigkeit, Inspiration aus der Natur oder Kultur zu schöpfen und diese in einer einzigartigen Weise in das Design einfließen zu lassen. Auch der Umgang mit Materialien und die Feinmotorik, die für das Ziselieren erforderlich sind, sind schwer automatisierbar. Diese menschlichen Stärken sind es, die weiterhin gefragt sind und die Ziseleur:innen von der Maschine unterscheiden.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Ziselierkunst gibt es aktuell spannende Entwicklungen, die durch den Einsatz von KI beeinflusst werden. Immer mehr Designer:innen und Ziseleur:innen nutzen digitale Technologien, um ihre Arbeiten zu personalisieren und auf die individuellen Wünsche ihrer Kunden einzugehen. Zudem ist die Automatisierung von Routineaufgaben ein wachsender Trend, der es Ziseleur:innen ermöglicht, sich auf kreative Prozesse zu konzentrieren. Auch nachhaltige Praktiken gewinnen an Bedeutung, da KI hilft, Materialien effizienter zu nutzen und umweltfreundliche Alternativen zu entwickeln.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit 847 Ziseleur:innen beschäftigt, und die Median-Gehälter liegen bei etwa 3.386 Euro pro Monat. Die Gehaltsspanne reicht von 2.778 Euro bis zu 4.042 Euro. Angesichts des hohen Automatisierungspotenzials ist es möglich, dass die Zahl der Ziseleur:innen in Zukunft sinken könnte. Dennoch wird auch immer wieder betont, dass kreative Berufe wie dieser schwer zu ersetzen sind. Daher könnte es auch neue Arbeitsmöglichkeiten in Bereichen geben, die KI nicht abdecken kann. Das IAB prognostiziert, dass die Nachfrage nach kreativen Fachkräften stabil bleibt, auch wenn sich das Berufsbild wandelt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Zukunft gewappnet zu sein, gibt es einige Schritte, die du als Ziseleur:in unternehmen kannst:
- Digitale Tools erlernen: Nutze Online-Plattformen wie Coursera oder Udemy, um Kurse zu kreativem Design und dem Einsatz von KI zu belegen. Viele dieser Kurse sind kostengünstig oder sogar kostenlos.
- Kurse bei der Volkshochschule: Informiere dich über Angebote in deiner Nähe. Oft gibt es preisgünstige Kurse, die auch den Umgang mit digitalen Tools vermitteln.
- YouTube-Tutorials: Schau dir Tutorials an, die dir zeigen, wie du KI-Tools wie Artisto oder DeepArt in deiner Arbeit einsetzen kannst. Das ist eine einfache Möglichkeit, dein Wissen zu erweitern und neue Techniken zu erlernen.
Fazit: Deine Zukunft als Ziseleur/in
Die Zukunft als Ziseleur:in wird sich durch den Einsatz von KI und digitalen Technologien verändern. Es ist wichtig, offen für Neues zu sein und sich stetig weiterzubilden. Deine Kreativität und handwerklichen Fähigkeiten bleiben jedoch unersetzlich. Indem du digitale Tools in deinen Arbeitsalltag integrierst, kannst du dich weiterentwickeln und deine Stärken optimal nutzen. Sei mutig und gestalte deine Zukunft aktiv mit!