KI und der Beruf Archivar/in: Was sich gerade verändert
Die Rolle des Archivars oder der Archivarin steht vor großen Veränderungen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 54%, was auf ein hohes Potenzial von Automatisierung hindeutet. Das bedeutet, dass viele der Aufgaben, die früher von Menschen erledigt wurden, zunehmend von Maschinen übernommen werden können. Zum Beispiel könnte die manuelle Kategorisierung und Verwaltung von Dokumenten durch KI-gestützte Systeme wie Eloquent Archives oder Archivista deutlich effizienter gestaltet werden. So hat sich der Berufsalltag von Archivaren bereits verändert, da viele Routineaufgaben nun automatisiert werden können.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Künstliche Intelligenz wird bereits in verschiedenen Bereichen der Archivarbeit eingesetzt. Tools wie Preservica helfen bei der digitalen Langzeitarchivierung von Dokumenten, sodass diese auch in Zukunft zugänglich bleiben. Früher musste man jede Akte manuell einpflegen und sichern – heute kann dies über Software automatisiert geschehen. Auch die Texterkennung (OCR) wird durch KI verbessert, sodass handschriftliche oder gedruckte Dokumente schneller digitalisiert werden können. Mit AtoM können Archivare ihre Daten effizienter verwalten und durch KI-gestützte Suchfunktionen die Auffindbarkeit erhöhen. Die Automatisierung dieser Aufgaben kann Archivaren mehr Zeit für kreative und strategische Tätigkeiten geben.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Die Fähigkeit zur Kommunikation und Teamarbeit ist in der Archivarbeit entscheidend, um mit anderen Fachleuten und der Öffentlichkeit zusammenzuarbeiten. Auch die Eigenverantwortung und Gewissenhaftigkeit sind wichtig, insbesondere wenn es um den Umgang mit sensiblen Dokumenten geht. Ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag: Während KI Dokumente kategorisieren kann, ist es die persönliche Einschätzung des Archivars, die entscheidet, welche historischen Zusammenhänge wichtig sind oder wie Informationen präsentiert werden sollten. Diese menschlichen Stärken sind schwer zu automatisieren und bleiben daher entscheidend für den Beruf.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell beobachten wir in Deutschland eine digitale Transformation in der Archivarbeit. Immer mehr Archive setzen auf digitale Lösungen, um Informationen besser zu organisieren und bereitzustellen. Der Einsatz von KI zur Automatisierung von Aufgaben, wie zum Beispiel der Datenanalyse und der Texterkennung, wird immer häufiger. Zudem entstehen interaktive Archive, die es Nutzern ermöglichen, mit Archivgut zu interagieren und eigene Inhalte beizutragen. Diese Trends zeigen, dass die Branche sich in Richtung einer digitalen Zukunft bewegt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland gibt es aktuell 2.663 Beschäftigte im Berufsfeld der Archivare. Das Median-Gehalt liegt bei 4.648 Euro im Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.821 Euro bis 5.655 Euro. Der Arbeitsmarkt zeigt sich stabil, mit derzeit 273 offenen Stellen. Die Automatisierung könnte zwar dazu führen, dass einige Aufgaben wegfallen, jedoch gibt es auch neue Chancen, da gut ausgebildete Archivare weiterhin gefragt sein werden, um die neuen Technologien zu nutzen und zu steuern. Laut dem IAB Job-Futuromat gibt es insgesamt ein Automatisierungspotenzial von 56%, was auf Veränderungen in der Branche hindeutet, aber nicht zwangsläufig zu einem Jobabbau führen muss.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen vorzubereiten, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in digitalen Technologien: Nutze MOOC-Plattformen wie Coursera oder edX und suche nach Kursen zur „Digitalisierung von Archiven“. Diese sind oft kostengünstig oder sogar kostenlos.
- Webinare besuchen: Der Deutsche Archivbund bietet regelmäßig kostenlose Webinare zu aktuellen Themen an. Diese sind eine gute Möglichkeit, dein Wissen über digitale Archivierung zu erweitern.
- YouTube-Kanäle nutzen: Suche nach Kanälen wie „Archivarische Praxis“, die Tutorials und Vorträge zur Nutzung von Archivsoftware anbieten. Hier kannst du praktische Fähigkeiten erwerben und dein Wissen vertiefen.
Diese Schritte helfen dir nicht nur, deine Fähigkeiten zu erweitern, sondern auch, dich aktiv auf die Zukunft des Berufs vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Archivar/in
Die Rolle des Archivars oder der Archivarin verändert sich durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, bietet aber auch zahlreiche Chancen für die persönliche Entwicklung. Es ist wichtig, sich aktiv mit neuen Technologien auseinanderzusetzen und die menschlichen Stärken zu betonen, die nicht automatisiert werden können. Deine Fähigkeiten sind weiterhin gefragt, und mit der richtigen Weiterbildung kannst du bestens für die Zukunft gerüstet sein.