KI und der Beruf Beamt(er/in) - Vermessungswesen (höh. techn. Dienst): Was sich gerade verändert
Im Vermessungswesen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bereits auf dem Vormarsch. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 76%, das bedeutet, dass ein hohes Risiko besteht, dass Tätigkeiten durch KI übernommen werden. Dabei zeigt das IAB-Automatisierungspotenzial von 89%, dass fast alle Aufgaben theoretisch automatisiert werden könnten. Aktuell wird jedoch nur in 21% der Fälle tatsächlich KI eingesetzt. Der große Unterschied zwischen Theorie und Praxis – also die 68 Prozentpunkte – zeigt, dass es noch viel Raum für Wachstum gibt. Für dich als Beamt(er/in) im technischen Dienst bedeutet das: Du musst bereit sein, deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und dich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernimmt KI zahlreiche Aufgaben im Vermessungswesen. Tools wie Pix4Dmapper nutzen KI zur Verarbeitung von Luftbildern und erstellen 3D-Modelle, die für die Geländevermessung entscheidend sind. Früher musste man dafür manuell Daten erfassen und Modelle erstellen, heute klickt man einfach in der Software und erhält präzise Ergebnisse.
AutoCAD Civil 3D automatisiert Entwurfsprozesse und hilft Ingenieuren bei der Erstellung von Vermessungsplänen. Auch Esri ArcGIS ist ein nützliches Tool, das geografische Daten analysiert und visualisiert, was in der Planung und Überwachung von Projekten wichtig ist. Mit Leica Captivate wird die Datenerfassung im Feld verbessert, während Trimble Business Center KI für die Verarbeitung von Vermessungsdaten einsetzt. Diese Tools beschleunigen Prozesse und erhöhen die Effizienz, was dir als Fachkraft zugutekommt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es zahlreiche menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Besonders wichtig sind Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Eigenverantwortung. Bei der Planung und Durchführung von Vermessungsprojekten ist es oft nötig, Entscheidungen im Team zu treffen, Kunden zu beraten oder auf unerwartete Probleme schnell zu reagieren. Diese zwischenmenschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und bleiben eine wichtige Stärke für dich im Beruf.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche gibt es derzeit spannende Entwicklungen. Die Automatisierung von Vermessungsprozessen schreitet voran, da immer mehr Aufgaben durch KI-gestützte Software übernommen werden. Geographische Informationssysteme (GIS) integrieren KI zunehmend für Datenanalysen und Prognosen. Zudem wird der Einsatz von Drohnen für die Datensammlung durch KI-gestützte Bildverarbeitung optimiert, was die Effizienz weiter steigert. Diese Trends zeigen, dass du dich auf Veränderungen einstellen musst, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Beamt(en)/innen im Vermessungswesen ist aktuell stabil, mit 7.092 Beschäftigten in Deutschland. Die Median-Gehälter liegen bei 5.421 Euro pro Monat, wobei die Spannbreite von 4.294 Euro bis 6.613 Euro reicht. Derzeit gibt es 1.019 offene Stellen, was zeigt, dass der Bedarf an Fachkräften weiterhin hoch ist. Es ist jedoch zu erwarten, dass durch die Automatisierung einige Aufgaben wegfallen, was die Branche langfristig beeinflussen könnte. Die Notwendigkeit, sich weiterzubilden und anzupassen, wird somit immer wichtiger.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Landschaft des Vermessungswesens erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende konkrete Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in Geoinformatik: Nutze MOOC-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX. Diese bieten kostenlose Online-Kurse, die dir helfen, dein Wissen in Geoinformatik und KI zu vertiefen.
- Teilnahme an Webinaren: Fachverbände wie die Deutsche Gesellschaft für Geoinformatik bieten oft kostenlose oder kostengünstige Workshops und Webinare an. Diese sind eine ausgezeichnete Gelegenheit, um aktuelle Trends und Technologien kennenzulernen.
- Netzwerken: Trete Fachgruppen bei oder besuche Branchenevents. Der Austausch mit Kollegen und Experten kann dir neue Perspektiven und Ideen bieten, wie du deine Fähigkeiten anpassen kannst.
Fazit: Deine Zukunft als Beamt(er/in) im Vermessungswesen
Die Zukunft im Vermessungswesen wird durch KI und Automatisierung geprägt sein. Es gibt viele Chancen, aber auch Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Deine persönlichen Fähigkeiten und die Bereitschaft zur Weiterbildung bleiben entscheidend für deinen Erfolg. Gehe aktiv auf die Veränderungen zu, nutze die neuen Technologien und entwickle dich weiter – so sicherst du dir deine Position in einer sich wandelnden Branche.