KI und der Beruf Beamt(er/in) - Vermessungswesen (mittl. techn. Dienst): Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat auch im Vermessungswesen Einzug gehalten und verändert die Art und Weise, wie Beamtinnen und Beamte im mittleren technischen Dienst arbeiten. Der KI-Risiko Score von 76% zeigt, dass der Beruf stark von Automatisierung betroffen ist. Das IAB-Automatisierungspotenzial beträgt sogar 89%, was bedeutet, dass viele Aufgaben theoretisch durch Software übernommen werden können. Dies hat zur Folge, dass einige Tätigkeiten effizienter erledigt werden, während andere weiterhin menschliche Expertise erfordern. Ein greifbarer Vergleich: Früher wurde jede Messung manuell ausgewertet, heute erledigen intelligente Programme wie Pix4D oder GeoMax Zenius einen Großteil dieser Arbeit, was Zeit und Ressourcen spart.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Zahlreiche Tätigkeiten im Vermessungswesen werden bereits durch KI-gestützte Tools übernommen. Dazu gehören unter anderem:
- Messdaten auswerten: Früher wurden Messdaten manuell analysiert, heute erledigen Programme wie Trimble Business Center diese Aufgabe automatisch und in Echtzeit.
- Baustellenvermessung: Mithilfe von Pix4D können Luftbilder analysiert und 3D-Modelle erstellt werden, was die Effizienz in der Baustellenvermessung erhöht.
- GIS (Geo-Info-System): Mit Esri ArcGIS können komplexe Geodaten visuell aufbereitet und analysiert werden, was die Entscheidungsfindung erleichtert.
Die Automatisierung dieser Aufgaben hat zur Folge, dass Beamtinnen und Beamte sich mehr auf strategische und beratende Tätigkeiten konzentrieren können, anstatt sich mit repetitiven Aufgaben zu beschäftigen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der fortschreitenden Automatisierung gibt es bestimmte Aufgaben, die KI nicht übernehmen kann. Dazu gehören insbesondere:
- Kundenberatung und -betreuung: Die persönliche Interaktion mit Bürgern und die individuelle Beratung sind Fähigkeiten, die menschliche Empathie und Verständnis erfordern.
- Arbeitsvorbereitung: Die Planung und Organisation von Projekten erfordern oft ein hohes Maß an Kreativität und situativer Anpassungsfähigkeit.
- Kartografie: Die künstlerische Gestaltung und die Interpretation von Karten sind Tätigkeiten, die menschliches Gespür und Verständnis erfordern.
Diese menschlichen Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und bleiben daher eine wichtige Stärke für Beschäftigte im Vermessungswesen.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche sind derzeit einige spannende Entwicklungen zu beobachten. Der Einsatz von Drohnen zur Datenerhebung nimmt stetig zu, unterstützt durch KI-gestützte Auswertungsmethoden. Zudem wird die Integration von KI in GIS-Systeme immer wichtiger, um komplexe Geodaten effektiver analysieren und darstellen zu können. Diese Trends zeigen, dass die Branche sich dynamisch weiterentwickelt und anpassungsfähig bleibt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Trotz der hohen Automatisierungspotenziale bleibt der Arbeitsmarkt im Vermessungswesen stabil. Die Anzahl der Beschäftigten liegt bei 18.418 und hat sich seit 2012 kaum verändert. Gleichzeitig ist das Gehalt in diesem Zeitraum um 34% gestiegen und beträgt nun im Median 4.071 Euro pro Monat (Gehaltsspanne: 3.359 € bis 4.979 €). Die Zahl offener Stellen ist um 140% gestiegen, was auf eine wachsende Nachfrage nach Fachkräften hindeutet. Zudem ist die Arbeitslosigkeit in diesem Bereich um 45% gesunken, was zeigt, dass die Branche auch in Zeiten der Automatisierung weiterhin viele Arbeitsplätze bietet.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Arbeitswelt des Vermessungswesens erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in GIS und digitalen Tools: Nutze kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um deine Kenntnisse in GIS und KI zu vertiefen.
- IHK-Webinare und Workshops: Informiere dich über Angebote deiner Industrie- und Handelskammer, die spezielle Schulungen für Vermessungsfachkräfte anbieten.
- Netzwerken und Austausch suchen: Trete Fachgruppen oder Online-Communities bei, um dich mit anderen Fachleuten auszutauschen und über aktuelle Entwicklungen informiert zu bleiben.
Indem du aktiv an deiner Weiterbildung arbeitest, kannst du deine Fähigkeiten anpassen und dich für die Zukunft rüsten.
Fazit: Deine Zukunft als Beamt(er/in) - Vermessungswesen
Die Zukunft im Vermessungswesen ist geprägt von Wandel und neuen Möglichkeiten durch KI. Trotz der Herausforderungen durch Automatisierung bleibt der Bedarf an menschlichen Fähigkeiten und Expertise hoch. Nutze die Chancen zur Weiterbildung und passe dich aktiv an die Veränderungen an — so sicherst du dir deine Rolle in der Branche und gestaltest deine Zukunft erfolgreich.