KI und der Beruf Vermessungstechniker/in - Bergvermessung: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat auch in der Vermessungstechnik Einzug gehalten und verändert die Art und Weise, wie Vermessungstechnikerinnen und -techniker arbeiten. Mit einem Risiko-Score von 56% für diesen Beruf bedeutet das, dass bereits ein bedeutender Teil der Aufgaben automatisiert werden könnte. Das IAB schätzt das Automatisierungspotenzial auf 57%. Das bedeutet, dass über die Hälfte der Tätigkeiten theoretisch von Maschinen übernommen werden könnte. Dennoch ist der reale Einsatz von KI mit nur 21% relativ gering, was zeigt, dass es noch viel Raum für Wachstum gibt. Zu den Veränderungen gehört beispielsweise der Einsatz von Drohnen für Luftbildvermessungen, was früher sehr zeitaufwendig war. Statt stundenlang mit Karten zu arbeiten, können Techniker nun effizienter und präziser arbeiten.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmt KI viele Aufgaben, die zuvor manuell erledigt werden mussten. Hier sind einige Beispiele:
- Photogrammetrie: Mit Tools wie Pix4D können aus Bildern 3D-Modelle erstellt werden. Früher mussten Techniker diese Modelle manuell konstruieren, was viel Zeit in Anspruch nahm.
- 3D-Laserscanning: GeoSLAM ermöglicht es, präzise Punktwolken für schwer zugängliche Gebiete zu erstellen. Statt mühsam alle Punkte zu vermessen, wird dies nun automatisiert.
- Datenaufbereitung: Software wie Trimble Business Center nutzt KI, um Geodaten effizienter zu verarbeiten. Dies beschleunigt die Berechnungen erheblich.
- Luftbildauswertung: Mit DroneDeploy können Techniker Luftbilder analysieren und hochauflösende Karten erstellen, was zuvor oft manuell und zeitaufwendig war.
- GIS-Analyse: Tools wie QGIS bieten Plugins, die KI-gestützte Analysen von Geodaten durchführen. Früher war viel Handarbeit nötig, um diese Informationen zu visualisieren.
Diese Technologien helfen, die Effizienz zu steigern und Fehler zu reduzieren, was für den Beruf unerlässlich ist.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Obwohl KI viele Aufgaben übernehmen kann, gibt es Fähigkeiten, die menschliche Vermessungstechniker nicht ersetzen kann. Zu diesen zählen:
- Arbeitsvorbereitung: Die Planung und Koordination von Vermessungsprojekten erfordert Menschlichkeit und Verständnis für komplexe Zusammenhänge.
- Geologie und Geomatik: Diese Bereiche erfordern tiefes Fachwissen und Erfahrung, die nicht einfach automatisiert werden können.
- Kartografie und Topografie: Hier sind kreative und intuitive Entscheidungen notwendig, die über reine Datenanalyse hinausgehen.
Diese menschlichen Kompetenzen sind gefragt, weil sie Kreativität, kritisches Denken und Erfahrung erfordern – Fähigkeiten, die Maschinen momentan nicht besitzen.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es in der Vermessungsbranche spannende Entwicklungen. Der Einsatz von KI und Drohnentechnologie nimmt zu, was zu einer verbesserten Effizienz und Genauigkeit führt. Zudem wird Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) immer häufiger zur Visualisierung von Geodaten eingesetzt. Diese Technologien revolutionieren die Art und Weise, wie Vermessungstechniker arbeiten und interagieren, sowohl mit den Daten als auch mit anderen Teammitgliedern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Vermessungstechnikerinnen und -techniker in Deutschland zeigt positive Entwicklungen. Die Zahl der Beschäftigten ist in den letzten Jahren stabil geblieben, mit aktuell etwa 18.418 Beschäftigten. Gleichzeitig sind die Gehälter deutlich gestiegen – von 3.015 € im Jahr 2012 auf mittlerweile 4.071 € im Monat, was einem Anstieg von 34% entspricht. Zudem sind die offenen Stellen in diesem Bereich um 140% gestiegen, was auf eine wachsende Nachfrage hinweist. Die Arbeitslosigkeit in diesem Sektor hat sich um 45% verringert, was zeigt, dass die Branche floriert.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Hier sind einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um dich auf die Veränderungen durch KI vorzubereiten:
- Weiterbildung in GIS und Photogrammetrie: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse zu belegen.
- Webinare besuchen: Halte Ausschau nach kostenlosen Webinaren vom VDV (Verband Deutscher Vermessungsingenieure), um auf dem Laufenden zu bleiben.
- Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeiten stärken: Diese Soft Skills sind für die Zusammenarbeit im Team und den Austausch mit Kunden von großer Bedeutung. Nutze Workshops oder Online-Kurse, um diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Diese Schritte helfen dir, deine Position im Beruf zu stärken und dich auf die Veränderungen vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Vermessungstechniker/in
Die Zukunft als Vermessungstechniker/in in der Bergvermessung ist herausfordernd, aber auch voller Chancen. KI wird viele Aufgaben übernehmen, aber deine menschlichen Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung und bleibe flexibel. So kannst du dich erfolgreich in einem sich verändernden Arbeitsumfeld behaupten.