KI und der Beruf Bildende/r Künstler/in: Was sich gerade verändert
Die Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert viele Bereiche, und die Bildende Kunst ist davon nicht ausgenommen. Mit einem KI-Risiko Score von 66 % und einem Automatisierungspotenzial von 67 % ist es klar: KI hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Künstler arbeiten, grundlegend zu verändern. Während der reale Einsatz von KI in der Kunst derzeit bei etwa 20 % liegt, gibt es eine große Diskrepanz zwischen dem theoretisch möglichen Einsatz und der tatsächlichen Anwendung. Das bedeutet, dass viele Künstler zwar die Technologien kennen, sie jedoch nicht in vollem Umfang nutzen. Für die etwa 3.011 Beschäftigten in Deutschland wird es zunehmend wichtig, sich mit diesen Tools auseinanderzusetzen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
In der Welt der Bildenden Kunst gibt es bereits einige KI-Tools, die bestimmte Aufgaben erleichtern oder sogar übernehmen. Zum Beispiel:
- DALL-E 2 von OpenAI kann aus Textbeschreibungen Bilder generieren. Ein Künstler kann eine Idee in Worte fassen und DALL-E 2 erschafft ein passendes Bild — früher hätte man dafür Stunden mit Skizzen und Entwürfen verbringen müssen.
- DeepArt wandelt Fotos in Kunstwerke um, die im Stil berühmter Maler gestaltet sind. Statt selbst zu experimentieren, kann ein Künstler einfach ein Foto hochladen und das gewünschte Kunstwerk generieren lassen.
- Artbreeder ermöglicht es, verschiedene Stile und Motive miteinander zu kombinieren. Künstler können hier Inspiration finden und neue Ideen entwickeln, die sie sonst vielleicht nicht in Betracht gezogen hätten.
- Runway ML bietet eine Vielzahl von Funktionen für Videokunst und Animation und unterstützt Künstler dabei, moderne digitale Medien zu erkunden.
- Wombo Dream ist eine benutzerfreundliche App, die aus einfachen Eingaben Kunstwerke erstellt. Perfekt für spontane kreative Ausbrüche.
Diese Tools können die kreativen Prozesse unterstützen, ersetzen aber nicht das kreative Schaffen selbst.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Obwohl KI viele technische Aufgaben übernehmen kann, gibt es Fähigkeiten, die unverzichtbar bleiben und die Maschinen nicht ersetzen können. Dazu gehören:
- Kreativität und Originalität: Die Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln und Kunstwerke zu schaffen, die die menschliche Erfahrung widerspiegeln, bleibt einzigartig menschlich.
- Emotionale Intelligenz: Künstler bringen ihre persönlichen Erfahrungen und Emotionen in ihre Arbeiten ein. Diese menschliche Perspektive ist ein wertvoller Bestandteil der Kunst, den KI nicht nachahmen kann.
- Zusammenarbeit und Kommunikation: Teamfähigkeit und die Fähigkeit, mit anderen Künstlern und Menschen zu kommunizieren, sind entscheidend, um in der Kunstwelt erfolgreich zu sein.
Diese Stärken werden immer gefragt sein und können nicht automatisiert werden.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell zeigen sich in der Kunstszene interessante Entwicklungen, die den Einsatz von KI betreffen. Immer mehr Künstler integrieren KI in ihren kreativen Prozess, um Inspiration zu finden und neue Techniken zu entwickeln. Interaktive Kunst, die auf das Publikum reagiert, wird ebenfalls populär. Zudem experimentieren viele Künstler mit digitalen Räumen und NFTs, um ihre Werke im Metaverse zu präsentieren. Diese Trends bieten spannende Möglichkeiten für die Zukunft der Kunst.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten in der Bildenden Kunst in Deutschland liegt bei etwa 3.011. Mit einem Median-Gehalt von 5.793 Euro pro Monat ist die Branche relativ gut bezahlt, wobei die Gehaltsspanne von 4.219 bis 7.148 Euro reicht. Aktuell gibt es 99 offene Stellen für Bildende Künstler/innen. Die Entwicklungen in der Branche zeigen, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, neue Projekte zu finden, auch wenn das Risiko durch Automatisierung hoch ist.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der Kunstbranche erfolgreich zu bleiben und die Vorteile von KI zu nutzen, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung nutzen: Plattformen wie Coursera und edX bieten kostenlose Online-Kurse zu Kreativität und KI an. Nutze diese, um dein Wissen zu erweitern.
- YouTube-Tutorials ansehen: Viele Künstler teilen ihr Wissen über den Einsatz von KI in der Kunst kostenlos auf YouTube. Suche nach Kanälen, die dir helfen, neue Techniken zu erlernen.
- Lokale Workshops besuchen: Informiere dich bei Volkshochschulen über kostengünstige Workshops zu digitalen Medien und Kunst. Der Austausch mit anderen Künstlern kann sehr bereichernd sein.
Diese Schritte helfen dir, deine Fähigkeiten auszubauen und dich auf die Veränderungen in der Kunstwelt vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Bildende/r Künstler/in
Die KI-Revolution hat auch die Bildende Kunst erreicht, und es ist wichtig, sich damit auseinanderzusetzen. Während KI einige Aufgaben übernehmen kann, bleiben die menschlichen Fähigkeiten entscheidend. Nutze die aktuellen Trends und Möglichkeiten zur Weiterbildung, um deine Kreativität und dein Handwerk zu stärken. Die Zukunft der Kunst ist spannend und vielfältig – mach das Beste daraus!