KI und der Beruf Elektrotechniksachverständige/r: Was sich gerade verändert
Die Elektrotechnik ist ein zukunftsorientierter und dynamischer Beruf, der zunehmend von Künstlicher Intelligenz (KI) beeinflusst wird. Der KI-Risiko Score für Elektrotechniksachverständige liegt bei 41%, was auf ein hohes Automatisierungspotenzial hinweist. Mit einem IAB-Automatisierungspotenzial von 43% sind viele Tätigkeiten in der Branche anfällig für den Einsatz von KI. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Aufgaben schneller und effizienter erledigt werden, was auch den Arbeitsalltag der Elektrotechniksachverständigen prägen wird. Ein greifbarer Vergleich: Während früher manuelle Prüfungen und Inspektionen oft zeitaufwendig waren, ermöglichen KI-gestützte Tools heute eine schnellere und genauere Analyse.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene KI-Tools in der Elektrotechnik zum Einsatz. Hier sind einige Beispiele:
- Digi-Check: Diese Software analysiert elektrische Anlagen digital und identifiziert potenzielle Fehlerquellen. Früher hätte man manuell Prüfungen durchgeführt; heute genügt ein Klick in Digi-Check.
- SmartInspect: Ein Tool, das Daten von elektrischen Systemen in Echtzeit überwacht und Sicherheitsrisiken erkennt. Anstatt ständig vor Ort zu sein, können Elektrotechniksachverständige nun einfach die Daten über SmartInspect abrufen.
- EPLAN Smart Wiring: Dieses Tool optimiert Verdrahtungslösungen und vereinfacht die Planung von elektrischen Anlagen. Früher mussten Planungen oft auf Papier durchgeführt werden, jetzt geschieht dies digital.
- Predictive Maintenance Software: Anbieter wie Siemens und Bosch nutzen KI, um den Zustand von Anlagen zu überwachen und Wartungsbedarf vorherzusagen. Anstatt auf eine Störung zu warten, werden Probleme im Voraus erkannt.
- EcoStruxure: Eine Plattform von Schneider Electric, die KI zur Verbesserung der Energieeffizienz von elektrischen Systemen einsetzt. So wird nicht nur die Funktionalität erhöht, sondern auch der Energieverbrauch gesenkt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte, die KI in der Elektrotechnik ermöglicht, gibt es Fähigkeiten, die einzigartig menschlich bleiben. Dazu gehören:
- Kommunikationsfähigkeit: Der Austausch mit Kunden, Teammitgliedern und anderen Stakeholdern ist entscheidend. KI kann Informationen bereitstellen, aber die persönliche Interaktion bleibt unersetzlich.
- Teamfähigkeit: Projekte in der Elektrotechnik erfordern oft die Zusammenarbeit in Teams. Der Mensch bringt kreative Lösungen und Anpassungsfähigkeit ein, die KI nicht bietet.
- Eigenverantwortung: Entscheidungen über Sicherheitsstandards und ethische Fragestellungen können nicht von KI getroffen werden. Hier sind menschliche Werte und Urteilsvermögen gefragt.
- Systematisches Vorgehen und Projektmanagement: Die Planung und Durchführung komplexer Projekte erfordern strukturiertes Denken und menschliche Intuition, die KI nicht replizieren kann.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell zeigt die Branche einen klaren Trend hin zur Automatisierung. Der Einsatz von KI zur automatisierten Prüfung von elektrischen Anlagen nimmt zu. Digitale Zwillinge, also virtuelle Nachbildungen von elektrischen Systemen, werden vermehrt genutzt, um Simulationen durchzuführen und Optimierungen zu planen. Gleichzeitig wird der Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz gelegt, was durch KI-gestützte Lösungen unterstützt wird.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Im aktuellen Arbeitsmarkt sind in Deutschland 45.777 Beschäftigte als Elektrotechniksachverständige tätig. Trotz der Automatisierung gibt es zahlreiche offene Stellen – aktuell sind es 39.031. Dies zeigt, dass der Bedarf an Fachkräften weiterhin hoch ist. Der Medianverdienst liegt bei 6.940 € pro Monat. Die Zahl der Beschäftigten in der Elektrotechnik bleibt stabil, auch wenn KI mehr Aufgaben übernimmt. Die Gehälter sind insgesamt tendenziell steigend, da hochqualifizierte Fachkräfte gefragt sind.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um im Beruf Elektrotechniksachverständige/r erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Webinare von VDE: Nutze die kostenlosen Webinare des Verbands der Elektrotechnik zu aktuellen Themen. Diese sind eine hervorragende Möglichkeit, dein Wissen zu erweitern.
- Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX: Hier findest du kostengünstige Kurse über KI-Anwendungen in der Elektrotechnik. Das Wissen über KI wird immer wichtiger.
- Netzwerk aufbauen: Suche den Austausch mit anderen Fachleuten in deiner Branche, um Informationen über neue Technologien und Trends zu erhalten.
- Praxisprojekte initiieren: Versuche, in deinem Arbeitsumfeld kleinere Projekte zu starten, bei denen du KI-Tools testest. So gewinnst du praktische Erfahrungen.
Fazit: Deine Zukunft als Elektrotechniksachverständige/r
Die Zukunft für Elektrotechniksachverständige wird durch KI spannend und herausfordernd. Während viele Aufgaben automatisiert werden, bleiben menschliche Fähigkeiten gefragt. Nutze die Chancen, die sich durch neue Technologien bieten, und bilde dich kontinuierlich weiter. Deine Expertise wird in einer zunehmend digitalisierten Welt unverzichtbar bleiben.