KI und der Beruf Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – Bibliothek: Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat einen erheblichen Einfluss auf den Beruf der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in Bibliotheken. Mit einem KI-Risiko-Score von 76% und einem Automatisierungspotenzial von 67% wird deutlich, dass viele Aufgaben durch Software übernommen werden können. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Beruf in Gefahr ist. Vielmehr verändert sich die Art und Weise, wie Fachangestellte arbeiten, und die Nachfrage nach bestimmten Fähigkeiten wird sich anpassen. Ähnlich wie beim Aufkommen des Internets, als viele Informationsprozesse digitalisiert wurden, stehen jetzt neue Technologien bereit, die die Effizienz und Benutzererfahrung in Bibliotheken verbessern.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene KI-Tools in Bibliotheken zum Einsatz, um Routineaufgaben zu automatisieren. Zum Beispiel wird Koha, eine Open-Source-Bibliothekssoftware, genutzt, um die Katalogisierung und Verwaltung von Beständen zu erleichtern. Anstatt manuell Bücher einzugeben, können Fachangestellte mit Koha durch einfache Eingaben die Datenbank aktualisieren.
Ein weiteres Beispiel ist Alma, eine cloudbasierte Software, die Nutzeranfragen schneller bearbeitet. Früher mussten Anfragen oft manuell recherchiert werden, heute können Fachangestellte durch Alma relevante Informationen in kürzester Zeit bereitstellen. Auch Civis, ein KI-gestütztes Recherchetool, hilft dabei, relevante Informationen schneller zu finden und zu organisieren. Diese Tools entlasten Fachangestellte von zeitaufwendigen Aufgaben, sodass sie sich auf die Qualität der Benutzererfahrung konzentrieren können.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der beeindruckenden Fähigkeiten von KI, gibt es viele menschliche Eigenschaften, die nicht automatisiert werden können. Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und Kundenorientierung sind Fähigkeiten, die besonders gefragt sind. Ein Beispiel aus dem Alltag: Während KI die Katalogisierung von Beständen übernimmt, bleibt es an den Fachangestellten, individuelle Beratungen anzubieten und eine persönliche Beziehung zu den Bibliotheksnutzern aufzubauen. Die Fähigkeit, empathisch auf die Bedürfnisse der Nutzer einzugehen, ist eine Stärke, die KI nicht ersetzen kann.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell zeigen die Trends in der Bibliotheksbranche, dass KI zunehmend für Personalisierung und Automatisierung eingesetzt wird. Bibliotheken nutzen KI, um individuelle Benutzererfahrungen zu schaffen, zum Beispiel durch maßgeschneiderte Buchempfehlungen über Tools wie LibGuides. Zudem wird Datenanalyse immer wichtiger, um Dienstleistungen besser auf die Bedürfnisse der Nutzer abzustimmen. Diese Entwicklungen sind auch in Deutschland spürbar, wo immer mehr Bibliotheken KI-Technologien implementieren.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit etwa 10.746 Beschäftigte in diesem Berufsfeld. Das Median-Gehalt liegt bei 3.834 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 3.487 bis 4.316 Euro. Laut aktuellen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit 753 Stellen offen. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials bleibt die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachangestellten. Die Zahl der Beschäftigten könnte also in den kommenden Jahren stabil bleiben, während sich die Anforderungen ändern werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen in deinem Beruf vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in digitalen Kompetenzen: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose oder kostengünstige Kurse zu Themen wie Digitaler Bibliotheksservice und Informationsmanagement zu belegen.
- YouTube-Videos anschauen: Viele Experten im Bereich Bibliothekswesen teilen ihr Wissen über den Einsatz von KI in Bibliotheken in kostenlosen Videos. Diese können dir helfen, ein besseres Verständnis für die neuen Technologien zu entwickeln.
- Networking: Trete Online-Communities oder lokalen Gruppen für Fachangestellte in Bibliotheken bei. Der Austausch mit Kollegen kann dir neue Perspektiven und Ideen geben, wie du dich weiterentwickeln kannst.
Fazit: Deine Zukunft als Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – Bibliothek
Die Entwicklungen im Bereich KI bieten sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Fachangestellte in Bibliotheken. Während viele Routineaufgaben automatisiert werden, bleibt der persönliche Kontakt zu Nutzern und die Fähigkeit zur empathischen Kommunikation eine unverzichtbare Stärke. Mit den richtigen Weiterbildungsmaßnahmen kannst du dich optimal auf die Zukunft vorbereiten und deine Rolle in der Bibliothek entscheidend mitgestalten.