KI und der Beruf Fundusverwalter/in: Was sich gerade verändert
Für Fundusverwalterinnen und Fundusverwalter im Bereich Theater und Film ist die Digitalisierung ein zentrales Thema. Der KI-Risiko Score von 85% zeigt, dass der Beruf stark von Automatisierung bedroht ist. Die theoretische Möglichkeit, KI in diesem Bereich zu nutzen, liegt sogar bei 100%, doch tatsächlich kommen aktuell nur 27% dieser Möglichkeiten zum Einsatz. Dies bedeutet, dass viele Aufgaben im Fundusmanagement potenziell automatisiert werden können. Zum Beispiel könnte die digitale Katalogisierung von Kostümen und Requisiten durch KI-gestützte Tools stark vereinfacht werden, sodass Fundusverwalter mehr Zeit für kreative und planerische Aufgaben haben.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmen verschiedene KI-Tools eine Reihe von Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden. Zum Beispiel hilft Artifai bei der digitalen Katalogisierung und Verwaltung von Kostümen und Requisiten. Anstelle von aufwendigen physischen Inventuren kann man jetzt einfach in der Software suchen und sortieren. Auch CostumePro erleichtert die Inventarverwaltung und bietet Funktionen, um den Überblick über Leihgaben und Rückgaben zu behalten. Früher musste man in einem dicken Ordner nachsehen, heute genügt ein Klick in der App.
Zusätzlich ermöglicht Wikifactory das digitale Design und die Dokumentation von Kostümen, was die Zusammenarbeit im Team verbessert. Werkzeuge wie Adobe Creative Cloud bieten Fundusverwaltern die Möglichkeit, Kostümdesigns professionell zu erstellen und anzupassen, während StageWrite bei der Planung von Szenen unterstützt. Diese Tools machen den Arbeitsalltag effizienter, stellen aber auch eine Herausforderung dar, da sie viele der traditionellen Aufgaben übernehmen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es Fähigkeiten, die sie nicht ersetzen kann. Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit und persönliche Kreativität sind Eigenschaften, die von Fundusverwaltern nach wie vor gefragt sind. Die Fähigkeit, in Dialogen mit Regisseuren und anderen Kreativen zu kommunizieren und deren Vorstellungen zu verstehen, ist schwer automatisierbar. Zum Beispiel kann ein Fundusverwalter zwar KI-gestützt Requisiten katalogisieren, doch das Feingefühl, um die richtigen Kostüme für eine bestimmte Szene auszuwählen, bleibt eine menschliche Stärke. Diese persönlichen Kompetenzen sind entscheidend für den Erfolg in diesem Beruf.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche sind derzeit mehrere Trends zu beobachten. Die Digitalisierung des Fundus wird vorangetrieben, sodass immer mehr Theater und Filmproduktionen auf digitale Kataloge setzen. Dies verbessert die Effizienz und ermöglicht eine bessere Verwaltung der Ressourcen. Zudem gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung, da der Trend zu umweltfreundlich produzierten Kostümen und Requisiten geht. Virtuelle Realität (VR) findet ebenfalls immer mehr Anwendung, um Kostüme und Bühnenbilder bereits in der Planungsphase visuell darzustellen.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Für Fundusverwalterinnen und Fundusverwalter gibt es aktuell 1.722 Beschäftigte in Deutschland, wobei die Median-Gehälter bei 4.034 € pro Monat liegen. Die Gehaltsspanne reicht von 3.310 € bis 4.762 €, was einen soliden Verdienst darstellt. Der IAB Job-Futuromat zeigt ein hohes Automatisierungspotenzial für diesen Beruf, was bedeutet, dass die Anzahl der Jobs in den kommenden Jahren möglicherweise sinken könnte. Aktuell gibt es jedoch 105 offene Stellen, was zeigt, dass es nach wie vor Nachfrage gibt. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass die Digitalisierung sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich verändernden Arbeitswelt als Fundusverwalter/in erfolgreich zu bleiben, solltest du folgende Schritte in Betracht ziehen:
- Weiterbildung in digitalen Tools: Nutze kostenlose Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um deine Kenntnisse in digitalen Werkzeugen zu erweitern. Das Verständnis von Software wie Artifai oder CostumePro ist entscheidend.
- Webinare und Workshops: Nimm an kostenlosen Webinaren des Berufsverbands der Theater (VDT) teil, um über aktuelle Entwicklungen und Technologien informiert zu bleiben.
- YouTube Tutorials: Es gibt zahlreiche Tutorials zu Adobe Creative Cloud und anderen relevanten Programmen. Nutze diese Ressourcen, um deine kreativen Fähigkeiten zu verbessern.
Indem du dich aktiv weiterbildest und neue Fähigkeiten erwirbst, kannst du deine Position im Beruf sichern und dich auf die Zukunft vorbereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Fundusverwalter/in
Die Arbeit als Fundusverwalter/in wird durch KI und Digitalisierung stark beeinflusst. Während viele Aufgaben automatisiert werden können, bleiben menschliche Fähigkeiten wie Kreativität und Kommunikationsgeschick entscheidend. Indem du dich weiterbildest und digitale Werkzeuge meisterst, kannst du deine Rolle in dieser sich wandelnden Branche stärken und erfolgreich bleiben. Die wichtigste Botschaft: Nutze die Chancen, die die Technologie bietet, um deinen Beruf zukunftssicher zu gestalten.