KI und der Beruf Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK): Was sich gerade verändert
Die Rolle von geprüften Schutz- und Sicherheitskräften in Deutschland steht vor einem Wandel. Laut dem KI-Risiko Score von 40 % gibt es ein mittleres Risiko, dass KI einige Aufgaben in diesem Beruf übernehmen kann. Das IAB-Automatisierungspotenzial liegt sogar bei 50 %, was bedeutet, dass theoretisch die Hälfte der Tätigkeiten automatisiert werden könnte. Im Alltag könnte dies so aussehen: Anstatt manuell die Überwachungskameras auszuwerten, könnten KI-Systeme wie Securitas AI potenzielle Sicherheitsvorfälle erkennen und Alarm auslösen, bevor ein Mensch eingreifen muss. Dies könnte den Job effizienter machen, aber auch dazu führen, dass weniger Personal benötigt wird.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es einige Aufgaben, die KI-Systeme in der Sicherheitsbranche übernehmen. Zum Beispiel:
- Blickfeld: Dieses KI-gestützte Sensorsystem überwacht Areale und erkennt Bewegungen in Echtzeit. Früher mussten Sicherheitskräfte manuell nach verdächtigen Aktivitäten Ausschau halten, heute können sie sich auf die Alerts der Software verlassen.
- Securitas AI: Dieses System analysiert Videodaten, um Sicherheitsvorfälle zu identifizieren und gegebenenfalls Alarm auszulösen. Anstatt selbst alle Überwachungsbilder zu prüfen, haben Sicherheitskräfte jetzt eine erste Vorauswahl durch die KI.
- Cleverciti: Diese Software überwacht Parkplätze und meldet unbefugte Parkvorgänge. Das bedeutet, dass Sicherheitskräfte nicht mehr selbst alle Fahrzeuge kontrollieren müssen, sondern die Software ihnen die Arbeit erleichtert.
- Deep Sentinel: Hierbei wird ein KI-gestütztes Überwachungssystem eingesetzt, das Sicherheitskräfte in Echtzeit über verdächtige Aktivitäten informiert. So können sie schneller reagieren, als wenn sie alles manuell überwachen müssten.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz dieser Fortschritte in der Automatisierung gibt es viele menschliche Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit sind essenzielle Eigenschaften, die immer gefragt sein werden. Ein Beispiel: Während KI-Systeme Beobachtungen machen können, erfordert die Interaktion mit Menschen, seien es Kunden oder Kollegen, Empathie und soziale Intelligenz – Eigenschaften, die Maschinen nicht besitzen. Auch die Durchführung von Rettungsmaßnahmen oder Erste Hilfe sind Kompetenzen, die auf menschlichem Wissen und Einfühlungsvermögen basieren.
Was sich in der Branche gerade tut
Derzeit beobachten wir in Deutschland einen Trend hin zu automatisierten Überwachungssystemen. Immer mehr Sicherheitsunternehmen setzen KI-gestützte Kameras und Sensoren ein, um die Sicherheitsüberwachung zu verbessern. Gleichzeitig kommen Datenanalyse-Tools zum Einsatz, die helfen, große Datenmengen auszuwerten und Risiken besser vorherzusagen. Auch die Integration von Smart Home-Technologien gewinnt an Bedeutung, was die Arbeit von Sicherheitskräften in Wohn- und Geschäftsräumen verändert.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Wie sieht die Zukunft für geprüfte Schutz- und Sicherheitskräfte aus? Aktuell gibt es in Deutschland etwa 126.465 Beschäftigte in diesem Berufsfeld. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 7.607, was zeigt, dass es weiterhin Bedarf an Fachkräften gibt. Der Median-Gehalt liegt bei 3.315 € pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 2.782 € bis 3.956 €. Das IAB hat festgestellt, dass das Automatisierungspotenzial bei 50 % liegt, jedoch wird aktuell nur in 14 % der Fälle KI eingesetzt. Das bedeutet, dass es viel Raum gibt, KI-Technologien in der Branche zu integrieren.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen im Berufsfeld vorzubereiten, kannst du die folgenden Schritte unternehmen:
- Weiterbildungen nutzen: Nutze die kostenlosen Webinare der Industrie- und Handelskammern (IHK) zu Sicherheitsmanagement und neuen Technologien. Diese Webinare sind oft praxisnah und einfach zugänglich.
- Online-Kurse belegen: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostengünstige Online-Kurse zu Themen wie Cyber-Sicherheit und KI an. Informiere dich über solche Angebote und melde dich an.
- YouTube-Kanäle verfolgen: Kanäle wie "Sicherheitstechnik" bieten wertvolle Inhalte zu neuen Technologien im Sicherheitsbereich. Diese Videos sind oft informativ und leicht verständlich.
Fazit: Deine Zukunft als Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft (IHK)
Die Zukunft für geprüfte Schutz- und Sicherheitskräfte bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen. KI wird einige Aufgaben verändern, aber viele menschliche Fähigkeiten bleiben unverzichtbar. Nutze die Möglichkeiten der Weiterbildung und bleibe am Puls der Entwicklungen, um deine berufliche Zukunft aktiv zu gestalten. Es gibt noch viele offene Stellen und ein hohes Nachfragepotenzial für Fachkräfte in diesem Bereich.