KI und der Beruf Ingenieur/in - Verfahrenstechnik: Was sich gerade verändert
Die Ingenieure der Verfahrenstechnik stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära: Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, viele Aspekte ihrer Arbeit grundlegend zu verändern. Mit einem KI-Risiko-Score von 61% liegt der Beruf in einem hochgefährdeten Bereich, was bedeutet, dass viele Aufgaben automatisiert werden könnten. Der IAB hat ein Automatisierungspotenzial von 60% festgestellt, was zeigt, dass eine erhebliche Anzahl von Tätigkeiten theoretisch von KI übernommen werden kann. In der Praxis wird jedoch bisher nur in 22% der Fälle KI eingesetzt. Dies bedeutet, dass es noch viel Raum für Wachstum gibt, aber auch, dass Ingenieure sich anpassen müssen, um relevant zu bleiben.
Vergleichen wir die Situation: Früher haben Ingenieure manuell Prozessanalysen durchgeführt und Berechnungen angestellt. Heute können sie durch KI-gestützte Software wie Aspen Plus oder Simulia in vielen Fällen schneller und präziser arbeiten. Dies führt zu einer effizienteren Gestaltung von Prozessen und Anlagen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernimmt KI viele Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden. Tools wie Aspen Plus optimieren Anlagendesigns und Betriebsbedingungen mit Hilfe von intelligenten Algorithmen. Ingenieure müssen nicht mehr jede Berechnung selbst anstellen, sondern können sich auf das Wesentliche konzentrieren: die kreative und innovative Gestaltung von Prozessen.
Simulia von Dassault Systèmes hilft Ingenieuren dabei, Materialverhalten und Prozessabläufe zu simulieren. Anstatt lange Simulationen von Hand zu erstellen, können Ingenieure nun in kürzerer Zeit präzisere Ergebnisse erzielen. COMSOL Multiphysics ermöglicht es, komplexe chemische Prozesse zu modellieren und durch KI-Integration bessere Vorhersagen zu treffen. Auch Siemens Xcelerator bietet Funktionen zur Automatisierung von Produktionsprozessen, wodurch Ingenieure weniger Zeit mit Routineaufgaben verbringen.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung bleibt der menschliche Ingenieur unverzichtbar. Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit und Eigenverantwortung sind schwer von KI zu ersetzen. Ingenieure müssen oft komplexe Probleme lösen, kreative Lösungen entwickeln und Entscheidungen treffen, die menschliches Urteilsvermögen erfordern.
Beispielsweise kann KI Daten analysieren und Trends vorhersagen, aber die Fähigkeit, diese Informationen zu interpretieren und in praktische Lösungen umzusetzen, bleibt eine menschliche Stärke. Wenn es darum geht, verschiedene Perspektiven in einem Team zu berücksichtigen und innovative Ideen zu entwickeln, bleibt der Ingenieur unersetzlich.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Verfahrenstechnik wird KI zunehmend genutzt, um Prozesse zu automatisieren und die Effizienz zu steigern. Dabei stehen die Themen Datenanalyse und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Unternehmen setzen auf KI, um umweltfreundlichere Verfahren zu entwickeln und den Energieverbrauch zu reduzieren. Aktuell sind im Bereich Verfahrenstechnik in Deutschland 26.040 Stellen offen, was zeigt, dass der Bedarf an qualifizierten Ingenieuren hoch bleibt.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Beschäftigtenzahl der Ingenieure in der Verfahrenstechnik in Deutschland liegt bei etwa 49.405. Trotz der Automatisierung ist der Beruf gefragt. Das Median-Gehalt von 6.846 Euro pro Monat ist ein Zeichen dafür, dass die Branche gut bezahlt wird. Allerdings müssen Ingenieure darauf vorbereitet sein, sich ständig weiterzubilden, um konkurrenzfähig zu bleiben. Die Kombination aus hohem Automatisierungspotenzial und der tatsächlichen Nutzung von KI zeigt, dass es sowohl Chancen als auch Herausforderungen gibt. Der Arbeitsmarkt wird sich weiter verändern, aber die Nachfrage nach gut ausgebildeten Ingenieuren wird voraussichtlich weiterhin hoch bleiben.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der Welt der Verfahrenstechnik zukunftssicher zu bleiben, solltest du folgende Schritte in Betracht ziehen:
- Kostenlose Online-Kurse: Plattformen wie Coursera bieten Kurse zu KI und Maschinenlernen an, die dir helfen, die Grundlagen der KI zu verstehen und deren Anwendung in deinem Beruf zu lernen.
- Datenanalyse-Weiterbildung: Auf edX findest du zahlreiche günstige Kurse zur Datenanalyse, die speziell für Ingenieure angeboten werden. Diese Fähigkeiten werden zunehmend gefragt.
- IHK-Webinare: Nutze die Angebote der IHK, um dich über aktuelle Entwicklungen und Technologien in der Verfahrenstechnik zu informieren und dich weiterzubilden.
Diese Schritte sind konkret umsetzbar und können dir helfen, deine Karriere in der Verfahrenstechnik erfolgreich zu gestalten.
Fazit: Deine Zukunft als Ingenieur/in - Verfahrenstechnik
Die Zukunft für Ingenieure der Verfahrenstechnik ist sowohl herausfordernd als auch voller Möglichkeiten. KI wird viele Aspekte deines Berufs verändern, doch deine menschlichen Fähigkeiten werden unersetzlich bleiben. Indem du dich weiterbildest und neue Technologien anwendest, kannst du deine Relevanz auf dem Arbeitsmarkt sichern und deine Karriere vorantreiben. Es liegt an dir, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen!