KI und der Beruf Maschinen- und Anlagensicherheitssachverständige/r: Was sich gerade verändert
Maschinen- und Anlagensicherheitssachverständige spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um den sicheren Betrieb von technischen Anlagen geht. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) hat das Potenzial, die Arbeitsweise in diesem Beruf erheblich zu verändern. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 36%, was bedeutet, dass es eine moderate Wahrscheinlichkeit gibt, dass KI einige der Aufgaben übernehmen kann. Aktuell liegt das Automatisierungspotenzial bei 40%, was darauf hindeutet, dass ein Teil der täglichen Aufgaben durch KI-gestützte Systeme effizienter erledigt werden kann. Dies könnte dazu führen, dass sich der Fokus von Routinearbeiten hin zu anspruchsvolleren, kreativitätsbasierten Tätigkeiten verlagert.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die Maschinen- und Anlagensicherheitssachverständige unterstützen. Zum Beispiel hilft Siemens MindSphere dabei, Daten von Maschinen zu sammeln und auszuwerten, um potenzielle Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Früher musste man viele dieser Daten manuell erfassen und analysieren, heute geht dies automatisiert und in Echtzeit.
Ein weiteres Beispiel ist die BIM-Software wie Autodesk Revit, die digitale Zwillinge von Maschinen erstellt. Diese ermöglichen es, Sicherheitsstandards zu überprüfen, ohne dass physische Tests erforderlich sind. Auch die Plattform DASSAULT SYSTÈMES 3DEXPERIENCE nutzt KI, um Simulationen zur Sicherheitsbewertung durchzuführen. Solche Tools helfen dabei, die Effizienz zu steigern und gleichzeitig die Sicherheit zu verbessern, was den Arbeitsalltag der Sachverständigen erheblich erleichtert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von KI gibt es viele Aufgaben, die KI nicht übernehmen kann. Insbesondere sind menschliche Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit und Teamfähigkeit gefragt. In vielen Fällen ist es wichtig, komplexe Sicherheitsanforderungen mit verschiedenen Stakeholdern zu besprechen und Lösungen gemeinsam zu entwickeln. Diese zwischenmenschlichen Kompetenzen sind schwer zu automatisieren.
Ein Beispiel: Die Einschätzung von Sicherheitsrisiken erfordert oft ein tiefes Verständnis der Prozesse und Technologien, was durch Erfahrung und Intuition gestützt wird. Auch die Fähigkeit, kreative Lösungen zu finden, wenn unvorhergesehene Probleme auftreten, ist eine menschliche Stärke, die KI nicht ersetzen kann.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der Maschinen- und Anlagensicherheit ist ein klarer Trend zur Digitalisierung zu erkennen. Der Einsatz von digitalen Zwillingen und IoT-Technologien wird immer häufiger, um Sicherheitsstandards in Echtzeit zu überwachen. Predictive Maintenance, also die vorausschauende Wartung, nimmt ebenfalls zu, da KI-gestützte Systeme den Wartungsbedarf vorhersagen können, was die Sicherheit erhöht und Ausfälle minimiert. Zudem werden regulatorische Anpassungen erwartet, die den Einsatz von KI im Sicherheitsmanagement fördern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland 49.405 Beschäftigte im Bereich Maschinen- und Anlagensicherheit. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 26.040, was zeigt, dass Fachkräfte in diesem Bereich sehr gefragt sind. Das Median-Gehalt beträgt 6.846 € pro Monat. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass sich die Jobchancen in diesem Berufsfeld stabil entwickeln. Dennoch könnte das Automatisierungspotenzial von 40% bedeuten, dass sich die Art der Arbeit verändern wird. Zukünftig wird es wichtiger sein, sich auf komplexere Aufgaben zu konzentrieren, die Kreativität und menschliches Urteilsvermögen erfordern.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um gut auf die Veränderungen im Berufsfeld vorbereitet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, um kostenlose oder kostengünstige Kurse zu KI, Industrie 4.0 und digitalen Technologien zu absolvieren. Diese Kurse helfen dir, dein Wissen zu erweitern und dich auf neue Technologien vorzubereiten.
- Soft Skills entwickeln: Arbeite aktiv an deinen kommunikativen und teamorientierten Fähigkeiten. Du kannst z.B. an Workshops teilnehmen oder Online-Kurse besuchen, die sich auf Kommunikation und Teamarbeit konzentrieren.
- Netzwerk aufbauen: Schließe dich Fachgruppen oder Netzwerken an, die sich mit Maschinen- und Anlagensicherheit beschäftigen. Dies kann dir helfen, von anderen zu lernen und die neuesten Entwicklungen in der Branche zu verfolgen.
Fazit: Deine Zukunft als Maschinen- und Anlagensicherheitssachverständige/r
Die Zukunft für Maschinen- und Anlagensicherheitssachverständige ist vielversprechend, auch wenn KI einige Aufgaben übernehmen kann. Deine menschlichen Fähigkeiten und dein Fachwissen bleiben unersetzlich. Indem du aktiv an deiner Weiterbildung und der Entwicklung deiner Soft Skills arbeitest, kannst du dich optimal auf die Veränderungen in deinem Berufsfeld vorbereiten. Es ist an der Zeit, die Chancen der KI zu nutzen und deinen Platz in der digitalen Zukunft zu sichern.