KI und der Beruf Kommissionierer/in: Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) stellt eine enorme Herausforderung, aber auch eine Chance für Kommissioniererinnen und Kommissionierer in Deutschland dar. Mit einem KI-Risiko-Score von 89% ist der Beruf stark von Automatisierung bedroht. Das bedeutet, dass viele Aufgaben im Lager künftig von Maschinen übernommen werden könnten. Zum Vergleich: In anderen Berufen ist das Risiko oft geringer. Das hohe Automatisierungspotenzial von 80% zeigt, dass viele Tätigkeiten, die heute von Menschen erledigt werden, theoretisch von KI und Robotern übernommen werden können. So könnte das Kommissionieren, also das Zusammenstellen von Waren für den Versand, zunehmend automatisiert werden.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es zahlreiche Tätigkeiten, die Software und Maschinen in der Lagerlogistik übernehmen. Hier sind einige Beispiele:
- Beladen und Entladen: Früher haben Menschen die Waren manuell auf Lkw geladen. Heute nutzen viele Unternehmen automatisierte Systeme, um diesen Prozess zu beschleunigen.
- Kommissionieren: Anstatt selbst durch die Regale zu gehen, können Kommissionierer künftig mit mobilen Robotern wie Locus Robotics arbeiten, die die Waren zu ihnen bringen.
- Verpacken und Versand: Unternehmen setzen zunehmend auf Maschinen, die das Verpacken automatisieren, wie etwa Systeme von Knapp.
Diese Tools helfen nicht nur dabei, die Effizienz zu steigern, sondern auch Fehler zu reduzieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der hohen Automatisierungsmöglichkeiten gibt es Fähigkeiten, die KI nicht übernehmen kann. Zum Beispiel:
- Lagerwirtschaft: Das Verständnis komplexer Lagerprozesse bleibt menschlich, da es oft kreative Lösungen erfordert.
- Pick-by-Voice und Pick-by-Light: Diese Methoden benötigen menschliche Interaktion und Flexibilität, um auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren.
Darüber hinaus sind persönliche Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Kommunikationsfähigkeit entscheidend. Diese Eigenschaften machen den Unterschied, insbesondere in stressigen Situationen oder bei der Zusammenarbeit im Team.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell erleben wir einen starken Trend hin zur Automatisierung und Robotik in der Lagerlogistik. Immer mehr Unternehmen setzen intelligente Systeme ein, um die Effizienz zu steigern. Systeme wie die von GreyOrange bieten innovative Lösungen, die die Kommissionierung optimieren. Auch die Nutzung von Echtzeit-Datenanalysen durch KI-gestützte Technologien wird immer wichtiger. Das bedeutet, dass Entscheidungen schneller und präziser getroffen werden können.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland arbeiten derzeit etwa 484.694 Kommissioniererinnen und Kommissionierer. Aber was bedeutet das für die Zukunft? Laut dem IAB Job-Futuromat wird die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich durch die Automatisierung voraussichtlich sinken. Der Medianlohn liegt bei 3.253 Euro pro Monat, mit einer Gehaltsspanne von 2.748 bis 3.932 Euro. Aktuell gibt es 35.681 offene Stellen, was zeigt, dass trotzdem ein Bedarf an Fachkräften besteht. Es ist jedoch zu erwarten, dass sich die Anforderungen an die Beschäftigten ändern werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Arbeitswelt erfolgreich zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung: Nutze kostenlose Webinare von IHKs, um dich über neue Technologien und Trends in der Lagerlogistik zu informieren.
- Online-Kurse: Plattformen wie Coursera oder edX bieten kostengünstige Möglichkeiten, um mehr über Logistik und KI zu lernen.
- YouTube: Informiere dich über neue Technologien und Trends in der Lagerlogistik durch Tutorials auf Fachkanälen.
Mit diesen Schritten kannst du deine Fähigkeiten erweitern und dich auf die Veränderungen in deinem Beruf vorbereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Kommissionierer/in
Die Zukunft als Kommissionierer/in wird durch KI und Automatisierung stark beeinflusst. Während einige Aufgaben von Maschinen übernommen werden, bleiben deine persönlichen Fähigkeiten und dein Fachwissen entscheidend. Nutze die Möglichkeiten zur Weiterbildung und passe dich den Veränderungen an – so bist du bestens gerüstet für die Zukunft in der Lagerlogistik.