KI und der Beruf Landwirtschaftlich-technische/r Laborant/in: Was sich gerade verändert
Im Beruf des landwirtschaftlich-technischen Laboranten oder der Laborantin bringen technologische Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz (KI) sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Der KI-Risiko-Score für diesen Beruf liegt bei 46%, was auf ein hohes Risiko hinweist, dass bestimmte Aufgaben durch automatisierte Systeme ersetzt werden könnten. Das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) schätzt das Automatisierungspotenzial auf 64%, was bedeutet, dass viele Aufgaben theoretisch durch KI übernommen werden können. Dennoch wird aktuell nur in 13% der Fälle KI eingesetzt, was zeigt, dass die Realität hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Der Beruf steht somit vor einer Transformation, die sowohl Anpassung als auch Weiterbildung erfordert.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute sind einige Aufgaben im Laborbereich automatisiert oder werden durch KI-gestützte Software unterstützt. Zum Beispiel:
- Agremo: Diese Software analysiert landwirtschaftliche Daten zu Ernteerträgen und Pflanzenwachstum. Laboranten können dank Agremo Versuchsergebnisse effizienter auswerten und schneller Entscheidungen treffen.
- CropX: Mit dieser Plattform können Boden- und Wetterdaten analysiert werden, um Empfehlungen für Düngemittel und Bewässerung zu geben. Früher mussten Laboranten oft manuelle Analysen durchführen, heute erhalten sie präzisere Daten durch KI-gestützte Analysen.
- Biorizon: Diese spezielle Software ermöglicht die Analyse von Pflanzenproben auf Krankheitserreger und andere relevante Faktoren. Dadurch können Laboranten schneller und genauer arbeiten.
- Precision Agriculture Software (wie Trimble Ag Software): Diese Programme kombinieren KI mit Sensortechnologie, um Bodenproben zu analysieren und den Düngemittelgebrauch zu optimieren. Hierdurch wird die Effizienz im Labor und auf dem Feld erhöht.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Obwohl KI viele Routineaufgaben übernehmen kann, bleiben viele menschliche Fähigkeiten unerlässlich. Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit und ein systematisches Vorgehen sind Qualitäten, die schwer zu automatisieren sind. Zum Beispiel: Während KI Daten analysieren kann, ist es oft der Mensch, der die Ergebnisse interpretiert und Entscheidungen trifft, die auf Erfahrungen und Intuition basieren. Diese Fähigkeiten sind besonders wichtig, um die Qualität der Arbeit sicherzustellen und kreative Lösungen für Probleme zu finden.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Landwirtschaft sind aktuelle Entwicklungen stark von der Digitalisierung geprägt. Ein bedeutender Trend ist die Präzisionslandwirtschaft, die den Einsatz von KI zur Analyse von Feld- und Bodendaten umfasst. Dies ermöglicht eine gezielte Ressourcennutzung, was nicht nur die Erträge steigert, sondern auch umweltfreundliche Praktiken fördert. Zudem wird die Automatisierung von Laborprozessen immer üblicher, was Routineanalysen effizienter gestaltet und menschliche Fehler minimiert.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell gibt es in Deutschland etwa 3.472 Beschäftigte in diesem Berufsfeld mit einem Median-Gehalt von 3.739 Euro pro Monat. Die Gehaltsspanne reicht von 3.170 bis 4.443 Euro. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 411, was einen stabilen Bedarf an Fachkräften zeigt. Während das Automatisierungspotenzial hoch ist, gibt es dennoch eine realistische Einschätzung, dass nicht alle Jobs verloren gehen werden. Die Frage ist, wie sich die Fähigkeiten und Anforderungen im Beruf weiterentwickeln werden.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in einem sich wandelnden Umfeld erfolgreich zu bleiben, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in KI-Themen: Nutze Online-Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um dich mit den Grundlagen von KI und deren Anwendung in der Landwirtschaft vertraut zu machen.
- Teilnahme an Webinaren: Informiere dich über Webinare des Julius Kühn-Instituts, die neue Technologien und deren Anwendung im Laborbereich thematisieren.
- Excel-Kenntnisse vertiefen: Da Tabellenkalkulationen eine gefragte Fachkompetenz sind, kannst du deine Kenntnisse in Excel ausbauen, um Analysen noch effizienter durchzuführen.
Diese Schritte helfen dir, deine Position im Beruf zu festigen und auf zukünftige Entwicklungen vorbereitet zu sein.
Fazit: Deine Zukunft als Landwirtschaftlich-technische/r Laborant/in
Die Zukunft als landwirtschaftlich-technische/r Laborant/in ist durch den Einsatz von KI geprägt, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt. Du kannst aktiv an deiner Weiterbildung arbeiten, um in diesem sich wandelnden Umfeld erfolgreich zu bleiben. Die wichtigste Botschaft ist, dass deine menschlichen Fähigkeiten weiterhin unverzichtbar sind – nutze sie, um dich von der Technik abzuheben!