KI und der Beruf Maler/in und Lackierer/in (Fahrzeuglackierer/in): Was sich gerade verändert
Künstliche Intelligenz (KI) hat inzwischen auch im Beruf des Malers und Lackierers Einzug gehalten. Der KI-Risiko-Score liegt bei 54%, was bedeutet, dass der Beruf einem hohen Risiko ausgesetzt ist, durch Automatisierung und KI verändert zu werden. Aktuell nutzen nur 7% der Betriebe KI in diesem Bereich, obwohl das Automatisierungspotenzial bei 80% liegt. Das zeigt, dass es einen großen Unterschied zwischen dem theoretisch Möglichen und der praktischen Anwendung gibt – hier liegen satte 73 Prozentpunkte. Für viele Beschäftigte heißt das, dass sich ihre Aufgaben und Arbeitsweisen in den kommenden Jahren erheblich verändern können.
Stell dir vor, bei der Fahrzeuglackierung nimmst du früher Pinsel und Sprühdose zur Hand, während bald automatisierte Geräte und KI-Tools dir helfen könnten, die optimale Lackierung in kürzester Zeit zu erreichen. Das bedeutet nicht nur effizientere Arbeitsabläufe, sondern auch die Notwendigkeit, dich an neue Technologien anzupassen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute unterstützen verschiedene KI-Tools die tägliche Arbeit von Malern und Lackierern. Ein Beispiel ist ColorMatch, eine Software, die Farbanalysen durchführt und dir hilft, den perfekten Farbton für Fahrzeuglackierungen zu finden. Früher hast du mühsam Farben gemischt und getestet; jetzt kannst du einfach die Software nutzen, um die besten Optionen zu finden.
Ein weiteres nützliches Tool ist PaintTool, das dir die beste Lackiermethode und -technik vorschlägt, basierend auf dem Material und der gewünschten Oberfläche. Statt Trial-and-Error kannst du dich auf präzise Empfehlungen verlassen. Auch die 3D-Farbvisualisierungstools wie ColorDrive ermöglichen es dir und deinen Kunden, verschiedene Lackierungsoptionen in einer virtuellen Umgebung zu sehen, bevor sie eine Entscheidung treffen. Schließlich sorgt das KI-gesteuerte Sprühgerät SmartSpray dafür, dass die Lackierung gleichmäßig und präzise erfolgt, indem es die Düsenanpassung automatisch steuert.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der Fortschritte in der Automatisierung gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Teamfähigkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Eigenverantwortung sind Eigenschaften, die nach wie vor entscheidend sind. Beispielsweise ist das Arbeiten im Team zu einem gelungenen Lackierergebnis unerlässlich, da mehrere Personen oft an einem Fahrzeug arbeiten.
Auch das kreative Gespür für Farben und Designs ist eine menschliche Stärke, die schwer zu automatisieren ist. Wenn es darum geht, individuelle Kundenwünsche umzusetzen oder kreative Lösungen für besondere Herausforderungen zu finden, sind deine Fähigkeiten gefragt. Die persönliche Beratung des Kunden, das Eingehen auf dessen Wünsche und das Empathievermögen sind Dinge, die KI nicht leisten kann.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuelle Trends zeigen, dass die Automatisierung in der Fahrzeuglackierung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Roboter und automatisierte Systeme werden zunehmend eingesetzt, um Effizienz und Präzision in der Lackierung zu steigern. Zudem gibt es einen klaren Trend hin zu nachhaltigen Lackiertechniken, die umweltfreundliche Materialien verwenden. Virtual Reality (VR) wird ebenfalls zur Schulung von Lackierern genutzt, um neue Techniken zu erlernen und realistische Simulationen durchzuführen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Branche sich dynamisch verändert und neue Technologien Einzug halten.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind aktuell etwa 27.031 Personen als Maler/in und Lackierer/in (Fahrzeuglackierer/in) beschäftigt. Die Zahl der offenen Stellen liegt bei 1.857, was auf einen stabilen Arbeitsmarkt hindeutet. Im Durchschnitt verdienen Maler und Lackierer etwa 3.486 Euro im Monat, wobei die Gehaltsspanne von 2.938 Euro bis 4.370 Euro reicht. Angesichts der fortschreitenden Automatisierung ist es jedoch möglich, dass sich die Gehälter in Zukunft verändern, insbesondere wenn die Nachfrage nach spezialisierten Fähigkeiten steigt.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Veränderungen in deinem Beruf gerüstet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung im Bereich Farb- und Lacktechniken: Nutze Online-Kurse auf Plattformen wie Udemy oder Coursera, um dein Wissen über moderne Lackiertechniken und Farbtheorie zu erweitern.
- Teilnahme an Webinaren: Informiere dich über Webinare von Fachverbänden wie dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, die dir aktuelle Trends und Technologien näherbringen.
- Praktische Erfahrung mit KI-Tools sammeln: Probiere die genannten KI-Tools wie ColorMatch oder PaintTool in deinem Arbeitsalltag aus, um ein Gefühl für die neuen Technologien zu bekommen und deren Vorteile zu verstehen.
Diese Schritte helfen dir, deine Fähigkeiten zu erweitern und dich auf die Zukunft deines Berufs vorzubereiten.
Fazit: Deine Zukunft als Maler/in und Lackierer/in
Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Automatisierung bringen sowohl Herausforderungen als auch Chancen für Maler und Lackierer mit sich. Deine persönlichen Fähigkeiten und Stärken sind nach wie vor entscheidend, während neue Technologien deinen Arbeitsalltag effizienter gestalten können. Bereite dich aktiv auf diese Veränderungen vor, um in deinem Beruf erfolgreich zu bleiben.