KI und der Beruf Reprograf/in - Mikrografie: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Reprografen oder der Reprografen ist stark von der Digitalisierung und den Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz (KI) betroffen. Mit einem KI-Risiko-Score von 99% und einem Automatisierungspotenzial von 100% besteht ein sehr hohes Risiko, dass viele Aufgaben in diesem Beruf durch KI-gestützte Lösungen ersetzt werden. Während aktuell 38% der Unternehmen bereits KI-Tools nutzen, zeigt der Theorie-Praxis-Gap von 62 Prozentpunkten, dass es noch viel Potenzial gibt, das bisher ungenutzt bleibt.
Das bedeutet für dich: Die Art und Weise, wie du arbeitest, wird sich in den kommenden Jahren drastisch verändern. Mitarbeitende in diesem Bereich müssen sich darauf einstellen, dass viele Routineaufgaben automatisiert werden. Zum Beispiel könnte das Scannen und Digitalisieren von Dokumenten künftig in vielen Fällen einfach per App erledigt werden.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute übernehmen verschiedene KI-Tools Aufgaben von Reprografen. Ein Beispiel ist Adobe Scan, eine App, die physische Dokumente scannt und in digitale Formate umwandelt. Früher hast du vielleicht mühsam jede Seite einzeln gescannt und bearbeitet; heute klickst du einfach in Adobe Scan und die App erledigt den Rest.
Ein weiteres nützliches Tool ist ABBYY FineReader, das die Texterkennung (OCR) ermöglicht. Damit kannst du gedruckte Texte in bearbeitbare Formate umwandeln – eine Aufgabe, die früher viel Zeit in Anspruch nahm. Auch Tesseract OCR wird bereits eingesetzt, um Texte aus Bildern zu extrahieren, was besonders bei der Digitalisierung von Mikrofilmen hilfreich ist.
Die Dokumentenmanagement-Lösung DocuWare organisiert und archiviert Dokumente mithilfe von KI, wodurch die Effizienz in der Verwaltung steigt. Hierbei entfällt oft die zeitaufwendige manuelle Sortierung und Ablage.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Obwohl KI viele Routineaufgaben übernimmt, gibt es nach wie vor Bereiche, in denen deine menschlichen Fähigkeiten unverzichtbar sind. Kreativität, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke sind Eigenschaften, die Maschinen nicht ersetzen können. Wenn es darum geht, individuelle Lösungen für spezifische Kundenbedürfnisse zu entwickeln oder komplexe Probleme im Team zu besprechen, bist du gefragt.
Beispielsweise kannst du bei der Gestaltung von Layouts oder der Bildbearbeitung mit Programmen wie Adobe Photoshop kreativ arbeiten. Solche Aufgaben erfordern ein Gespür für Ästhetik und eine persönliche Note, die KI nicht bieten kann. Deine Fähigkeit, systematisch und methodisch vorzugehen, sorgt dafür, dass Projekte erfolgreich umgesetzt werden – auch wenn die Technik einen Großteil der Arbeit übernimmt.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell setzen Unternehmen zunehmend auf die Digitalisierung von Archivmaterial. Das bedeutet, dass immer mehr Reprografen mit der Aufgabe betraut werden, alte Dokumente in digitale Formate zu überführen. Dies geschieht häufig in Verbindung mit KI-gestützten Tools, die die Effizienz erhöhen und die Archivierung vereinfachen. Zudem gewinnen Cloud-Lösungen an Bedeutung, da sie flexibles Arbeiten ermöglichen und den Zugriff auf Dokumente erleichtern.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Reprografen zeigt sich ambivalent. Obwohl das Risiko der Automatisierung hoch ist, gibt es aktuell 28.016 Beschäftigte in diesem Beruf in Deutschland. Die Median-Gehälter liegen bei 3.268 Euro pro Monat, wobei die Spanne von 2.679 Euro bis 3.997 Euro reicht. Auch wenn einige Jobs durch Automatisierung verloren gehen könnten, sind derzeit 2.820 Stellen offen, was zeigt, dass es nach wie vor eine Nachfrage nach Fachkräften gibt.
Laut dem IAB Job-Futuromat wird der Bedarf an Reprografen voraussichtlich weiterhin bestehen, insbesondere für diejenigen, die sich an neue Technologien anpassen können.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um in der sich wandelnden Landschaft der Reprografie erfolgreich zu bleiben, empfehle ich dir folgende Schritte:
- Weiterbildung in Digitalisierungsprozessen: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, die kostenlose Kurse zu Digitalisierung und Dokumentenmanagement anbieten. Das Wissen darüber, wie man Archive digitalisiert, wird immer wichtiger.
- IHK-Webinare besuchen: Informiere dich über Online-Seminare, die oft kostengünstig oder sogar kostenlos sind. Hier kannst du wertvolle Informationen zu aktuellen Trends und Technologien im Archivwesen erhalten.
- YouTube Tutorials ansehen: Es gibt viele kostenlose Tutorials, die dir den Umgang mit relevanten Software-Tools wie Adobe Photoshop oder Dokumentenmanagement-Lösungen näherbringen.
Diese Schritte helfen dir, deine Fähigkeiten zu erweitern und dich für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu rüsten.
Fazit: Deine Zukunft als Reprograf/in - Mikrografie
Die Zukunft als Reprograf/in wird durch KI und Automatisierung stark beeinflusst, bringt jedoch auch Chancen mit sich. Während viele Routineaufgaben automatisiert werden, bleiben deine kreativen und kommunikativen Fähigkeiten unerlässlich. Nutze die Zeit, um dich fortzubilden und anzupassen – so kannst du auch in einer zunehmend digitalisierten Welt erfolgreich bleiben.