KI und der Beruf Röntgenkontrolleur/in: Was sich gerade verändert
Der Beruf des Röntgenkontrolleurs oder der Röntgenkontrolleurin hat in den letzten Jahren zunehmend mit der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) zu kämpfen. Der KI-Risiko Score für diesen Beruf liegt bei 60%, was bedeutet, dass ein hohes Risiko für Veränderungen durch KI besteht. Laut dem IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) liegt das Automatisierungspotenzial bei 89%. Das bedeutet, dass viele Aufgaben theoretisch von Maschinen übernommen werden könnten. Aktuell ist der reale Einsatz von KI jedoch mit 22% noch vergleichsweise gering.
Das heißt für dich als Röntgenkontrolleur/in: Während du möglicherweise noch viele Aufgaben manuell erledigen musst, könnte sich das schnell ändern. Die Effizienz von KI-gestützten Anwendungen könnte die Art und Weise, wie du arbeitest, grundlegend verändern — ähnlich wie bei der Einführung von Computern in den 90er Jahren.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute gibt es verschiedene KI-Tools, die dir bei deiner Arbeit helfen können. Zum Beispiel:
- Ziegler Röntgentechnik: Diese Software nutzt KI-gestützte Bildanalyse, um Fehler und Unregelmäßigkeiten in Röntgenbildern schneller zu erkennen. Früher musstest du jede Aufnahme manuell durchsehen — heute hilft dir die Software dabei, schneller zu einem Ergebnis zu kommen.
- MediXan: Diese Plattform optimiert Röntgenuntersuchungen und verbessert die Bildqualität. So kannst du sicherstellen, dass die Prüfergebnisse noch präziser sind, ohne dass du mehr Zeit aufwenden musst.
- Creaform 3D: Diese Software kombiniert Röntgenanalyse mit KI-Algorithmen, um fehlerhafte Stellen in Metallteilen zu erkennen. Anstatt alle Teile selbst zu überprüfen, kann die Software dir helfen, problematische Stellen sofort zu klassifizieren.
- Cognex VisionPro: Diese Bildverarbeitungssoftware analysiert Röntgenbilder auf strukturelle Schwächen in Metallen. Mit ihrer Hilfe kannst du schneller und zuverlässiger arbeiten.
Durch den Einsatz dieser Technologien wird zwar die Effizienz gesteigert, allerdings könnte das auch bedeuten, dass einige deiner bisherigen Aufgaben automatisiert werden.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Es gibt jedoch menschliche Fähigkeiten, die auch in Zukunft gefragt sein werden. Zum Beispiel:
- Teamfähigkeit: In vielen Fällen musst du mit anderen Fachleuten zusammenarbeiten, um die besten Lösungen zu finden.
- Eigenverantwortung: Du bist dafür verantwortlich, die Ergebnisse zu interpretieren und Entscheidungen zu treffen, die nicht nur auf Daten basieren.
- Kommunikationsfähigkeit: Fehler oder Unregelmäßigkeiten müssen klar und verständlich an andere Teammitglieder kommuniziert werden.
- Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit: Gerade in sicherheitskritischen Bereichen wie der Metallprüfung sind Verlässlichkeit und Engagement unverzichtbar.
Diese Fähigkeiten sind schwer zu automatisieren und werden in der Branche weiterhin sehr geschätzt.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche der Metallprüfung tut sich viel. Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-gestützte Systeme, um die Effizienz und Genauigkeit zu steigern. Machine Learning wird genutzt, um die Bildanalyse zu verbessern und Materialfehler vorherzusagen. Ein weiterer Trend ist die Fernüberwachung, die es ermöglicht, Prüfungen aus der Ferne durchzuführen und die Daten in Echtzeit auszuwerten. Diese Entwicklungen sind besonders wichtig in einem Umfeld, wo Fachkräftemangel herrscht.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Der Arbeitsmarkt für Röntgenkontrolleure in Deutschland hat derzeit 11.308 Beschäftigte. Die Gehälter liegen im Median bei 4.319 Euro pro Monat, wobei die Spanne von 3.638 Euro bis 5.155 Euro reicht. Aktuell gibt es 584 offene Stellen. Trotz der hohen Automatisierungspotenziale wird der Bedarf an qualifizierten Fachkräften weiterhin bestehen. Das bedeutet, dass zwar bestimmte Tätigkeiten automatisiert werden, aber die Nachfrage nach Fachleuten, die die Ergebnisse interpretieren und Entscheidungen treffen können, stabil bleiben wird.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um für die Veränderungen in deinem Berufsfeld gut gerüstet zu sein, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung in Bildverarbeitung und KI: Nutze kostenlose Kurse auf Plattformen wie Coursera oder edX, um Kenntnisse in KI und Bildverarbeitung zu erwerben.
- Teilnahme an Webinaren: Informiere dich über aktuelle Technologien und Trends in der Metallprüfung durch kostenlose Webinare, die von Fachverbänden wie dem VDI angeboten werden.
- Soft Skills stärken: Arbeite aktiv an deinen kommunikativen und teamorientierten Fähigkeiten. Nimm an Workshops oder Trainings teil, um deine persönliche Kompetenz zu verbessern.
Diese Schritte helfen dir, deine Karriere in einem sich wandelnden Umfeld abzusichern.
Fazit: Deine Zukunft als Röntgenkontrolleur/in
Die Veränderungen durch KI und Automatisierung sind spürbar, aber nicht alles wird automatisierbar sein. Deine menschlichen Fähigkeiten werden weiterhin gefragt sein. Nutze die Gelegenheit, dich weiterzubilden und deine Stärken auszubauen. So bleibst du in deinem Beruf nicht nur relevant, sondern kannst auch aktiv zur Transformation deiner Branche beitragen.