KI und der Beruf Schiffselektrotechniker/in: Was sich gerade verändert
Die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) hat auch den Beruf des Schiffselektrotechnikers beziehungsweise der Schiffselektrotechnikerin erreicht. Der KI-Risiko-Score von 57% zeigt, dass viele Aufgaben in diesem Berufsfeld potenziell automatisiert werden können. Das IAB hat sogar ein Automatisierungspotenzial von 86% ermittelt. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Jobs wegfallen werden. Vielmehr stehen wir vor einer Transformation, in der KI viele Routineaufgaben übernehmen kann, sodass sich die Beschäftigten auf komplexere und kreative Lösungen konzentrieren können. Stell dir vor, früher hat man manuell Prüfgeräte bedient, um die Bordelektronik zu testen. Heute kann KI dabei helfen, diese Tests schneller und präziser durchzuführen.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute unterstützen verschiedene KI-Tools Schiffselektrotechniker in ihrem Arbeitsalltag. Zum Beispiel nutzt die Siemens MindSphere Plattform Datenanalyse, um Wartungsbedarfe von Schiffselektroniksystemen vorherzusagen. Das bedeutet, dass Techniker weniger Zeit mit der Planung von Wartungen verbringen müssen, da KI ihnen rechtzeitig Bescheid gibt, wenn etwas in der Bordelektronik nicht in Ordnung ist.
Ein weiteres Beispiel ist Mecalac Smart Control, das KI zur Überwachung und Analyse von Maschinen verwendet. Es hilft dabei, Fehler in elektrischen Systemen schneller zu diagnostizieren. Auch die ABB Ability Plattform optimiert den Energieverbrauch von elektrischen Systemen auf Schiffen. So kannst du dich auf wichtigere Aufgaben konzentrieren, während KI die Routinearbeiten übernimmt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der vielen Möglichkeiten, die KI bietet, gibt es Aufgaben, die nach wie vor menschliche Expertise erfordern. Dazu gehören das Instandhaltungsmanagement, Wartung und Reparatur sowie der Arbeitsschutz. Diese Tätigkeiten setzen nicht nur technisches Wissen, sondern auch soziale und kommunikative Fähigkeiten voraus.
Wenn du zum Beispiel während einer Wartung ein unerwartetes Problem entdeckst, ist dein menschliches Urteilsvermögen gefragt, um die beste Lösung zu finden. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Eigenverantwortung sind Stärken, die KI nicht ersetzen kann. Diese persönlichen Kompetenzen sind besonders wichtig, beispielsweise bei der Zusammenarbeit mit anderen Teammitgliedern oder bei der Schulung von Auszubildenden.
Was sich in der Branche gerade tut
In der Branche sind derzeit mehrere Trends zu beobachten. Die Automatisierung und Fernüberwachung gewinnen zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Unternehmen setzen auf KI, um Wartungsprozesse zu automatisieren und Systeme aus der Ferne zu überwachen. Zudem gibt es einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Techniken, die den Energieverbrauch reduzieren und umweltfreundliche Alternativen fördern, sind stark im Kommen. Die Integration von IoT-Lösungen, die elektrische Systeme an Bord mit digitalen Plattformen vernetzen, ist ein weiterer bedeutender Trend.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Aktuell sind in Deutschland 1.798 Schiffselektrotechniker beschäftigt, und die Branche zeigt eine positive Entwicklung. Das Median-Gehalt liegt bei 6.142 Euro pro Monat, mit einer Spannweite von 5.062 bis 7.273 Euro. Aktuell gibt es 176 offene Stellen in diesem Berufsfeld. Trotz des hohen Automatisierungspotenzials wird der Bedarf an qualifizierten Fachkräften weiterhin bestehen bleiben. Der Jobmarkt könnte sich stabil halten, da KI nicht alle Aspekte der Arbeit ersetzen kann.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um deine Zukunft als Schiffselektrotechniker/in zu sichern, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in digitalen Technologien: Nutze Plattformen wie Coursera oder edX, die kostenlose oder kostengünstige Online-Kurse zu Themen wie IoT und KI anbieten. Diese Kenntnisse werden in der Branche immer wichtiger.
- IHK-Webinare: Informiere dich über kostenlose Webinare deiner Industrie- und Handelskammer zu aktuellen Themen in der Schiffselektrotechnik. Diese bieten oft wertvolle Einblicke und Networking-Möglichkeiten.
- Soft Skills trainieren: Arbeite aktiv an deinen persönlichen Fähigkeiten wie Teamarbeit und Kommunikation. Diese Kompetenzen wirst du immer wieder in deinem Beruf benötigen, insbesondere in der Zusammenarbeit mit Kollegen und Kunden.
Fazit: Deine Zukunft als Schiffselektrotechniker/in
Die Einführung von KI wird deinen Beruf verändern, aber nicht ersetzen. Es ist wichtig, dass du dich an die neuen Technologien anpasst und deine persönlichen Fähigkeiten weiterentwickelst. Bleib neugierig, bilde dich weiter und nutze die Chancen, die sich dir bieten. Deine Stärken als Mensch sind das, was dich unverzichtbar macht.