KI und der Beruf Spitzendreher/in: Was sich gerade verändert
Die digitale Revolution macht auch vor dem Beruf des Spitzendrehers/der Spitzendreherin nicht Halt. Mit einem KI-Risiko-Score von 84% und einem Automatisierungspotenzial von 100% steht dieser Beruf an einer Schnittstelle zwischen menschlicher Fertigung und automatisierter Technologie. Was bedeutet das konkret für dich als Beschäftigten? Im Alltag könnte der Einsatz von KI dazu führen, dass viele der manuellen Tätigkeiten, die du heute ausführst, automatisiert werden. Anstelle von präzisem Drehen und Fräsen könnte eine Maschine diese Aufgaben schneller und fehlerfreier übernehmen. Ein Beispiel: Während du früher für die Überwachung der Maschinenleistung zuständig warst, könnte dies bald eine KI-software wie Uptake für dich übernehmen, um die Effizienz zu steigern.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits heute kommen verschiedene KI-gestützte Tools in der Produktion zum Einsatz, die auch deine Arbeit als Spitzendreher/in betreffen können.
- Siemens MindSphere: Diese cloudbasierte Plattform analysiert Daten von Maschinen und kann vorhersagen, wann Wartungsarbeiten notwendig sind. Anstatt regelmäßige Wartungsintervalle manuell zu planen, erfolgt dies nun automatisiert.
- FANUC Intelligent Edge Link and Drive (FIELD): Dieses System optimiert Produktionsabläufe in Echtzeit, was bedeutet, dass du weniger Zeit mit der Überwachung von Maschinen verbringen musst und dich stattdessen auf die Qualitätskontrolle konzentrieren kannst.
- IBM Watson IoT: Diese Plattform hilft dabei, durch Datenanalyse Produktionsprozesse zu verbessern. Anstatt selbst die Daten auszuwerten, kannst du dich auf die Empfehlungen der Software verlassen.
Durch diese Technologien kannst du dich auf komplexere Aufgaben konzentrieren, während KI die repetitiven und zeitaufwendigen Tätigkeiten übernimmt.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz des hohen Automatisierungspotenzials gibt es Fähigkeiten, die KI nicht ersetzen kann. Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit sind nur einige der menschlichen Eigenschaften, die in der Fertigung unverzichtbar sind. Zum Beispiel kann eine Maschine keinen Teamgeist zeigen oder kreative Lösungen für unerwartete Probleme finden.
Wenn es darum geht, eine komplexe Maschine nach Zeichnung zu programmieren oder eine unvorhergesehene Störung zu beheben, sind deine Kenntnisse und deine wertvolle Erfahrung gefragt. Diese Stärken sind schwer zu automatisieren und werden auch in Zukunft gefragt sein.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell beobachten wir in der Fertigungsbranche einen klaren Trend hin zur Automatisierung und KI-Integration. Das Konzept der Predictive Maintenance, also der vorausschauenden Wartung, wird immer populärer. Unternehmen setzen zunehmend auf die Analyse großer Datenmengen, um Produktionsabläufe zu optimieren. Diese Entwicklung geschieht nicht nur in großen Unternehmen, sondern auch in kleineren Betrieben in Deutschland.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
Die Zahl der Beschäftigten in der Branche der Spitzendreher/innen liegt aktuell bei 154.176. Trotz der hohen Automatisierungschancen sind derzeit noch etwa 8.055 Stellen offen. Dies zeigt, dass es weiterhin Bedarf an Fachkräften gibt. Das Median-Gehalt in diesem Beruf beträgt 4.067 Euro im Monat, wobei die Gehaltsspanne zwischen 3.399 Euro und 4.802 Euro liegt. Insgesamt ist zu erwarten, dass sich die Gehälter durch die steigende Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften stabilisieren werden, auch wenn die Anzahl der Beschäftigten möglicherweise sinken könnte.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um dich auf die Veränderungen im Beruf des Spitzendrehers/der Spitzendreherin vorzubereiten, kannst du folgende Schritte unternehmen:
- Weiterbildung im Bereich Digitalisierung: Nutze Plattformen wie Coursera oder Udemy für Kurse zu Industrie 4.0 oder IoT. Viele Kurse sind kostenlos oder kostengünstig.
- IHK-Webinare besuchen: Informiere dich über die Industrie- und Handelskammer in deiner Region und melde dich für kostenlose Webinare an, in denen aktuelle Trends der Digitalisierung behandelt werden.
- Praktische Fähigkeiten ausbauen: Konzentriere dich auf die Entwicklung deiner Fähigkeiten in der CNC-Programmierung. Kenntnisse in der Programmierung werden immer wertvoller, da sie dich von automatisierten Prozessen abheben.
Indem du dein Wissen erweiterst und dich auf neue Technologien einstellst, bleibst du für den Arbeitsmarkt attraktiv.
Fazit: Deine Zukunft als Spitzendreher/in
Die Zukunft als Spitzendreher/in wird durch Technologie geprägt, aber es gibt noch viel Raum für menschliche Fähigkeiten und Kreativität. Während KI viele Aufgaben automatisieren kann, bleiben deine Expertise und deine persönlichen Kompetenzen unersetzlich. Mit der richtigen Weiterbildung und einem offenen Geist für Veränderungen kannst du deine berufliche Zukunft aktiv gestalten.