KI und der Beruf Techniker/in - Glastechnik: Was sich gerade verändert
Die Glastechnik ist ein faszinierendes, aber auch herausforderndes Berufsfeld. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bringt hier Veränderungen mit sich, die sowohl Chancen als auch Risiken darstellen. Der aktuelle KI-Risiko Score für den Beruf liegt bei 52%, was bedeutet, dass ein mittleres Risiko besteht, durch Automatisierung ersetzt zu werden. Die IAB-Automatisierungspotenzial-Studie zeigt, dass bis zu 91% der Tätigkeiten theoretisch automatisierbar sind. Doch trotz dieser hohen Zahl wird KI bisher nur in 22% der Fälle tatsächlich eingesetzt. Für viele Techniker bedeutet das: Es gibt noch viel Potenzial, das nicht ausgeschöpft wird.
Stell dir vor, in der Vergangenheit hast du in der Produktion von Glas manuell Qualitätsprüfungen durchgeführt. Zukünftig könnte ein KI-gestütztes System diese Aufgabe übernehmen, sodass du mehr Zeit für andere wichtige Tätigkeiten hast.
Diese Aufgaben erledigt KI schon heute
Bereits jetzt gibt es einige KI-Tools, die in der Glastechnik eingesetzt werden. Zum Beispiel:
- OptiFurn: Diese Software hilft dabei, die Glasproduktion zu optimieren, indem sie KI-Algorithmen nutzt, um den Produktionsprozess zu verbessern und Abfälle zu reduzieren. Früher musste man viel Zeit mit der manuellen Optimierung verbringen, heute erledigt das die Software.
- GlassWorks: Diese Anwendung verwendet maschinelles Lernen, um die Qualität von Glasprodukten in der Fertigung zu überwachen. Anstatt ständig manuelle Prüfungen durchzuführen, kannst du dich auf die Analyse der Daten konzentrieren, die GlassWorks bereitstellt.
- Simul8: Diese Simulationssoftware bietet KI-gestützte Analysen, die dir helfen, Produktionsabläufe zu optimieren. Anstatt alles direkt in der Produktion auszuprobieren, kannst du verschiedene Szenarien virtuell testen.
- Adeptia: Diese Plattform analysiert Daten zur Produktion und Qualität in Echtzeit und visualisiert sie. So bekommst du sofortige Rückmeldungen zur Qualität deiner Produkte und kannst schnell reagieren.
Das kann KI nicht — und das bleibt deine Stärke
Trotz der beeindruckenden Fortschritte in der KI gibt es Bereiche, in denen menschliche Fähigkeiten unverzichtbar bleiben. Kreativität, Problemlösungsfähigkeiten und zwischenmenschliche Kommunikation sind Eigenschaften, die Maschinen nicht ersetzen können. Zum Beispiel: Wenn es darum geht, innovative Designs für neue Glasprodukte zu entwickeln oder komplexe Probleme in der Produktion zu lösen, bist du als Techniker gefragt. Diese Stärken sind schwer zu automatisieren und machen dich zu einem unverzichtbaren Teil des Teams.
Was sich in der Branche gerade tut
Aktuell gibt es in der Glastechnik einige spannende Entwicklungen. Der Trend hin zu Smart Manufacturing zeigt, dass immer mehr Unternehmen KI und das Internet der Dinge (IoT) nutzen, um Produktionsprozesse zu automatisieren und effizienter zu gestalten. Zudem wird der Fokus auf Nachhaltigkeit immer wichtiger, wobei KI-gestützte Analysen helfen, Abfall zu reduzieren und umweltfreundliche Materialien zu verwenden. Ein weiterer Trend ist die Personalisierung, da Kunden zunehmend maßgeschneiderte Produkte wünschen, was durch KI-Technologien erleichtert wird.
So entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Deutschland
In Deutschland sind derzeit etwa 798 Beschäftigte in der Glastechnik tätig, und das Median-Gehalt liegt bei 4.208 Euro pro Monat. Die Gehaltsspanne reicht von 3.404 Euro bis hin zu 5.631 Euro monatlich. Die Entwicklungen im Bereich KI und Automatisierung könnten sowohl zu einer Umstrukturierung bestehender Jobs als auch zu neuen Arbeitsplätzen führen. Während in manchen Bereichen Automatisierung Jobs gefährden könnte, können neue Technologien auch neue Chancen schaffen. Es bleibt also spannend, wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren entwickeln wird.
Das kannst du jetzt tun — konkrete nächste Schritte
Um gut auf die Veränderungen in deinem Beruf vorbereitet zu sein, gibt es einige konkrete Schritte, die du unternehmen kannst:
- Weiterbildung in KI: Nutze Plattformen wie Coursera, die kostenlose Online-Kurse anbieten, um ein Grundverständnis für KI und Automatisierung zu erlangen.
- Datenanalyse lernen: Auf edX findest du günstige Kurse zur Datenanalyse, die dir helfen können, die in der Glastechnik verwendeten Daten besser zu verstehen und auszuwerten.
- IHK-Webinare besuchen: Viele Industrie- und Handelskammern bieten kostenlose Webinare und Workshops an, die sich mit Digitalisierung und neuen Technologien in der Glastechnik beschäftigen.
Starte noch diese Woche mit einem Online-Kurs oder einem Webinar. So baust du deine Kenntnisse gezielt aus und bleibst auf dem neuesten Stand.
Fazit: Deine Zukunft als Techniker/in - Glastechnik
Die Glastechnik steht vor spannenden Veränderungen durch den Einsatz von KI. Obwohl es Risiken gibt, bieten sich auch zahlreiche Chancen für die Zukunft. Indem du deine Fähigkeiten weiterentwickelst und offen für Neues bleibst, kannst du deinen Platz in dieser sich wandelnden Branche sichern. Das Wichtigste ist, die Entwicklungen aktiv zu gestalten und dich nicht nur darauf zu verlassen, was die Technologie für dich tut.